Pro-Accounts bei Twitter? Das Problem der Monetarisierung des Microblogging-Dienstes

Nun hat Facebook offensichtlich also doch vorerst Twitter nicht gekauft. Die Gründe ‚Pro-Twitter‘ lagen auf der Hand: cooles Tool und Image, ideale Ergänzung für Facebook und fetter Wachstum (600% Userwachstum im vergangenen Jahr) – aber wie macht man jetzt Geld damit? Hmm… Ein altes Problem der Social Networks wird zum Deal Breaker: die Schwierigkeit eine Vermarketungsstrategie zu finden. Vermutlich hatte Facebook selbst mit den Verhandlungen die Hoffnung, hier auf neue Ideen zu stoßen. Ok, ist eine Spekulation, aber schon so manche Verhandlung hat eine Firma auf altbekannte Modelle und neue Ideen stoßen lassen.

Twitter also immer noch im Becken der ‚goldsuchenden‘ Microblogging Dienste. Und dabei hat man bei Twitter hinsichtlich der Vermarktung doch schon einiges versucht: Businesskunden sollten zahlen (warum wurde das nicht durchgezogen?) und beim Kundenservice wurde an Werbung/Advertising nicht gespaart. Aber da fallen einem auch schon die beiden ersten Fehler auf: Twitter lebt erstmal von Privatleuten, die das Tool als Vehikel für ihre ‚persönlichen‘ Selbstvermarktungsbemühungen (ok, ist auch irgendwie Business…) nutzen – erst kommt eben der Mensch, dann das Business. Der Bereich des Kunderservice ist sicherlich nicht die Trafficmaschine, die den Umsatzhebel umlegt. Die Einahmequelle, per SMS in den USA an den Usern zu verdienen, ist sicherlich ein Ansatz. Dennoch kommt vermutlich 95% des Traffics und mehr von Leuten, die an (mobilen) Rechnern sitzen. Hier ist doch wohl eher anzusetzen…

Nun frägt man sich, wie man denn als Twitter gutes Geld machen könnte. Werbung wurde schon allseits diskutiert und Ansätze gingen von Bannerwerbung a la Google Adwords oder Adsense Textanzeigen über Hintergrund-Vermarktung bis hin zur ‚coolen‘ Idee von Magpie, die einen zum Werbe-Vehikel via Twitter nutzen – per Tweet kommt Werbung einfach mit, sprich: der eigene Twitter-Accout wird einfach zur Litfass-Säule.

Anlässlich des Sesselwechsels von Lars Hinrichs bei XING nehmen wir nochmal den Gedanken auf, warum es keine Pro-Accounts bei Twitter gibt? Den Pro-Account zu definieren, ist prinzipiell einfach: Follower sieht man nur begrenzt und @Replies ausschließlich, wenn man Pro-Account User ist. Wo wäre wohl der kritische finanzielle Punkt erreicht? 3 EUR, 5 EUR monatlich – Flatfee 25 EUR pro Jahr?

Spot On!
Würde die Einführung der ‚Pro-Account‘ Idee jetzt Twitter killen, oder doch eher gar keine Umsätze die Plattform lahmlegen? Wenn Twitter wirklich einen Businessnutzen hat (und Dell hat schon ordentlich Umsatz gemacht mit Twitter!), dann sind die Kosten für Firmen zu vernächlässigen – Twitter macht es glücklich und gibt dem Businesswert endlich irgendeine Berechtigung außer die, unendlich viele Kontaktdaten zu haben, die man nicht über Dritte kontaktieren darf. Und die Privatuser, die Twitter gut finden und nutzen, werden mit einem geringen Obolus -symbolischer Wert 1 EUR- auch leben können – sonst kann man ja gar nicht mehr ’schnattern‘. Oder…?

3 Kommentare
  1. jowe
    jowe says:

    ich denke, pro accounts würden das userwachstum extrem bremsen.

    dezente bannerwerbung würd mich nicht stören. google als werbemittel – hier findet sich schon der ein oder andere attraktive platz.

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  1. […] it gives you a great feeling to have foreseen some upcoming development… Twitter confirms plans on paid pro-accounts. “Key point: […]

  2. […] Twitter wurden schon einige Vermarktungsansätze angedacht. Aber das ist mal neu: ein Contest, der 11 Businessmodelle für Twitter aufgetan hat. […]

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