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Und auf einmal bist Du eine Werbeikone…

Man macht sich dann so Gedanken wie… Ob das überhaupt jemand bemerkt und interessiert? Warum gerade ich? Wieso nicht ein anderer bekannter Medienvertreter? Aber vermutlich hat turi2 seine Social VIP Testimonials sorgfältig ausgewählt. Zumindest gehen wir bei der Qualität des investigativen Journalismus von turi2 mal davon aus.

Vorgestern finde ich also auf meiner Facebook Wall folgende Bemerkung…

„Glückwunsch zum Start als Werbeikone bei turi2!! ;)“

Ein Ex-Kollege hatte meine Freude das wissen lassen. Was man erst nicht glaubt, erscheint einem dann offensichtlich und authentisch, wenn man auf turi2 ging.

Warum ist diese Textanzeige etwas besonderes?
Zum einen zeigt es mal die Wirkung von Empfehlungsanzeigen, respektive Facebook Anzeigen, in einer Community auf die User. Vor Wochen habe ich bereits auf dem Eyeblaster Blog die essentielle Wichtigkeit der Referenz-Nennung eines Freundes in den Facebook Anzeigen betont. Die taktische Massnahme des Referenz-Marketings, oder wie man auch sagen könnte, des Aufzeigens eines sozialen Marken-VIPs, wird auf Facebook sehr clever eingesetzt. Die Wirkung zeigt sich in der Vielzahl an generierten Fans für Company Fan Pages oder Branded Pages.

Zum anderen, weil die turi2 Anzeige sich von den klassischen Facebook Anzeigen unterscheidet. Entsprechend einer Business-Referenz nennt sie nämlich vorerst den Namen das Unternehmen, für das ich tätig bin. Diese Erstnennung dürfte CBS freuen. Erst dann nennt man meine Person als Experten-Empfehlung. Ein nicht ganz unerheblicher Überzeugungsgrund vermutlich für potentielle Interessenten der turi2 Fan-Page.

Dieser Post soll aber mal grundsätzlich aufzeigen, daß wir eigentlich alle bei Facebook, oder anderen Communitys, zur „Werbeikone“ werden können. Dann nämlich, wenn auch in klassischen Banner Anzeigen die Kraft des Empfehlungs-Marketings eingesetzt wird. Nur müßte dafür ein neues System geschaffen werden, was auf eine Bannernutzer-Datenbank zurückgreift. Sicherlich keine einfache Herausforderung. Denn die Hand-Picked Lösung ist vermutlich auf grafischer Ebene eine Herausforderung. Sie bietet aber auch Vorteile bei der selektiven Empfehlung für spezielle Neukunden oder neue Community-Mitglieder.

Was bei turi2 eine „hand-picked choice“ war, folgt bei Facebook einem automatischen System. Scoot Woods, Commercial Director bei Facebook schrieb mir dazu, daß es derselben Technologie folge, wie wenn man auf eine Seite geht und sieht, welche seiner Freunde im Social Graph bereits mit dieser Seite verbunden sind.

Die Idee der Referenzanzeigen hat Methode und macht Sinn: Referenz-Marketing ist die Zukunft. Wissen wir doch aus der Nielsen Studie (April 2009), vertrauen 90% den Empfehlungen von Leuten, die sie kennen. Somit macht es Sinn, sich des Themas Referenz-Marketing in Unternehmen verstärkt zu widmen.

Seht Ihr das ähnlich? Oder anders? Freue mich auf Eure Meinungen…

Studie: Online-Strategie überdenken

Erst die positive oder erst die negative Nachricht für 2009? Onliner oder Offliner? Ok, die gute zuerst – also Onliner. Der Online-Werbemarkt wächst -laut einer aktuellen Studie von Borell Associastes- um 7,2%. Die Offlinewelt hingegen muss mit einem Verlust von 1,4% rechnen. Allerdings kann man davon ausgehen, dass die Studie vor der Finanzkrise durchgeführt wurde – zumindest, wenn man die warnenden Worte der Einleitung liest.

Wenn die Studie allerdings besagt, dass Online-Werbung aus Unternehmenssicht einem kostensparenden und effizienteren Weg entsprach, Kunden zu erreichen, dann wird es Zeit, dass die Firmen langsam aufwachen. Wovon sollen sich denn die Online-Plattformen finanzieren? Von Barter-Deals? Von schrumpfenden Affiliate-Umsätzen? Von tollen Kundenmeetings ohne Projektaufträge? Wohl weniger…

Beide Seiten, Unternehmen wie Plattformanbieter, müssen gemäß der Studie aber ebenso umdenken, was Erfolg verspricht und was nicht…

Absteiger: Bannern, Pop-Ups und Bildwerbung

Aufsteiger: Video-Advertising, Paid-Search und Email Marketing

Dass irgendwann mal der Onlinetrend des ‚Billigen-Jakobs‘ verschwindet, war uns Internetaffinen allen klar. Dies macht das Leben der CFOs im speziellen für die Zukunft komplizierter. Die Unternehmen im allgemeinen sind nun gefragt, ihre Onlinestrategie überdenken, denn…

„was früher ‚mal schnell ein Banner schalten‘ war, ist heute ein ‚mit welchen Tools und Taktiken haben wir früher offline unsere Kunden erfolgreich erreicht und wie können wir dies online abbilden?‘ „

Hierbei sind alle Abteilungen eines Unternehmens mit abteilungsübegreifenden Massnahmen gefordert. Nicht nur Marketing-spezifische Praktiken und Vorgehensweisen sind hier gefragt, sondern alle Disziplinen die zu einer erfolgreichen Unternehmensstrategie führen. Werden alle Taktiken wie früher in der Offlinezeit eingesetzt, erreicht man irgendwann mal sein Ziel – welches man dann manchmal Webstrategie nennt.

Pro-Accounts bei Twitter? Das Problem der Monetarisierung des Microblogging-Dienstes

Nun hat Facebook offensichtlich also doch vorerst Twitter nicht gekauft. Die Gründe ‚Pro-Twitter‘ lagen auf der Hand: cooles Tool und Image, ideale Ergänzung für Facebook und fetter Wachstum (600% Userwachstum im vergangenen Jahr) – aber wie macht man jetzt Geld damit? Hmm… Ein altes Problem der Social Networks wird zum Deal Breaker: die Schwierigkeit eine Vermarketungsstrategie zu finden. Vermutlich hatte Facebook selbst mit den Verhandlungen die Hoffnung, hier auf neue Ideen zu stoßen. Ok, ist eine Spekulation, aber schon so manche Verhandlung hat eine Firma auf altbekannte Modelle und neue Ideen stoßen lassen.

Twitter also immer noch im Becken der ‚goldsuchenden‘ Microblogging Dienste. Und dabei hat man bei Twitter hinsichtlich der Vermarktung doch schon einiges versucht: Businesskunden sollten zahlen (warum wurde das nicht durchgezogen?) und beim Kundenservice wurde an Werbung/Advertising nicht gespaart. Aber da fallen einem auch schon die beiden ersten Fehler auf: Twitter lebt erstmal von Privatleuten, die das Tool als Vehikel für ihre ‚persönlichen‘ Selbstvermarktungsbemühungen (ok, ist auch irgendwie Business…) nutzen – erst kommt eben der Mensch, dann das Business. Der Bereich des Kunderservice ist sicherlich nicht die Trafficmaschine, die den Umsatzhebel umlegt. Die Einahmequelle, per SMS in den USA an den Usern zu verdienen, ist sicherlich ein Ansatz. Dennoch kommt vermutlich 95% des Traffics und mehr von Leuten, die an (mobilen) Rechnern sitzen. Hier ist doch wohl eher anzusetzen…

Nun frägt man sich, wie man denn als Twitter gutes Geld machen könnte. Werbung wurde schon allseits diskutiert und Ansätze gingen von Bannerwerbung a la Google Adwords oder Adsense Textanzeigen über Hintergrund-Vermarktung bis hin zur ‚coolen‘ Idee von Magpie, die einen zum Werbe-Vehikel via Twitter nutzen – per Tweet kommt Werbung einfach mit, sprich: der eigene Twitter-Accout wird einfach zur Litfass-Säule.

Anlässlich des Sesselwechsels von Lars Hinrichs bei XING nehmen wir nochmal den Gedanken auf, warum es keine Pro-Accounts bei Twitter gibt? Den Pro-Account zu definieren, ist prinzipiell einfach: Follower sieht man nur begrenzt und @Replies ausschließlich, wenn man Pro-Account User ist. Wo wäre wohl der kritische finanzielle Punkt erreicht? 3 EUR, 5 EUR monatlich – Flatfee 25 EUR pro Jahr?

Spot On!
Würde die Einführung der ‚Pro-Account‘ Idee jetzt Twitter killen, oder doch eher gar keine Umsätze die Plattform lahmlegen? Wenn Twitter wirklich einen Businessnutzen hat (und Dell hat schon ordentlich Umsatz gemacht mit Twitter!), dann sind die Kosten für Firmen zu vernächlässigen – Twitter macht es glücklich und gibt dem Businesswert endlich irgendeine Berechtigung außer die, unendlich viele Kontaktdaten zu haben, die man nicht über Dritte kontaktieren darf. Und die Privatuser, die Twitter gut finden und nutzen, werden mit einem geringen Obolus -symbolischer Wert 1 EUR- auch leben können – sonst kann man ja gar nicht mehr ’schnattern‘. Oder…?

Wie erzielt man Glaubwürdigkeit mit einer Webseite?

Das Internet scheint unendlich viele Webseiten zu beherrbergen – aber wie sieht es mit der Glaubwürdigkeit der Webseiten aus? Wie kann man seriöse von unseriösen Inhalten und Anbietern unterscheiden? Ein Leitfaden gibt Aufschluss…

„Ehrlichkeit ist gegenüber dem Feind ein Kann, gegenüber dem Freund ein Soll, gegenüber sich selbst ein Muß.“ Philip Rosenthal (1916-2001)

Wäre Rosenthal ein Webwissenschaftler gewesen, hätte er das Zitat wohl so umschreiben können: Wer nicht ehrlich zu sich selbst ist, der hat auch nicht den Anspruch, dass seine Webseite ein Freund des Users sein soll. Der Feind tarnt seine Webseiten – z.B. als Gewinnspielaktion. In Wahrheit folgt die Webseite eher einer Jäger- und Sammlermentalität (Kontakte- und Adressgenerierung). Die Unglaubwürdigkeit derartiger Webaktivitäten erkennt man da schnell.

Aber wie sieht es mit Ihrer eigenen Firmenwebseite aus? Jeder/s Unternehmer/n darf sich mal an die Nase fassen und die Webseite einem Vertrauens-Check unterziehen. UNd: Hand auf’s Herz – wann haben Sie das das letzte Mal getan?

Wie man so einen Check am besten macht, zeigt eine Auftragsstudie der Stanford University, welche über deren Persuasive Technology Lab durchgeführt wurde. Befragt wurden bei der großflächig angelegten Studie über 1.400 Personen, die 51 Webseites beurteilten duften. Hintergrund war der Wunsch der amerikanischen Verbrauchervereinigung, Consumers Union, herauszufinden, wie und woran man die Glaubwürdigkeit einer Webseite dingfest macht.

Das Ergebniss sind die nachfolgenden 10 Richtlinien zur Glaubwürdigkeit einer Webseite . Die Guidelines wurden sinngemäß übersetzt, die Kommentare zur Veranschaulichung von TheStrategyWeb hinzugefügt.

1. Machen Sie es einfach, die Richtigkeit der Information auf Ihrer Seite nachzuvollziehen.
Stellen Sie sich vor, Sie schreiben eine wissenschaftliche Arbeit: Auch dort arbeiten Sie mit Zitaten, Quellen, Literaturverweisen – entscheidend ist, dass Sie die Verweise machen, auch wenn niemend diesen nachgehen sollte.

2. Beweisen Sie, dass eine richtige Unternehmung hinter der Webseite steht.
Bebildern Sie Ihre Existenz (Webcam, Bilder des Office, der Computer, des Raumes) und idealerweise haben Sie ein Impressum mit der ,wahren‘ Firmenadresse.

3. Heben Sie die Expertise in Ihrem Unternehmen genauso wie den Inhalt und die angebotenen Leistungen hervor.
Profile von Projekten, Testimonials von Kunden, Verlinkungen zu strategischen Partnern und bekannten Referenzen bewirken manchmal Wunder bei Firmen und Kunden mit denen Sie arbeiten oder denen Sie etwas verkaufen wollen.

4. Zeigen Sie, dass ehrliche und vertrauenswürdige Menschen hinter der Webseite stehen.
Business wird von Menschen für Menschen gemacht und alle sehen sich am liebsten erstmal Gesichter an, mit denen Sie umgehen wollen. Biographien von Mitarbeitern sind hilfreich, wenn sie auch das Privatleben im Blick haben (z.B. Hobbies und Familie).

5. Machen Sie es leicht, das Unternehmen zu kontaktieren.
Die Kontaktseite ist ein Muss. Zudem ist es hilfreich, wenn Email, Telefonnumer oder Adresse von allen Content Pages maximal einen Klick entfernt
sind.

6. Geben Sie der Webseite ein Design, dass professionell aussieht (oder zumindest dem Zweck entspricht)
Das harmonische, visuelle Aussehen der Webseite, durchgängige Navigation und gleichbleibende Templates sind unverzichtbare Kenngrößen für die Glaubhaftigkeit
und Professionalität. Grundsätzlich gilt: Je klarer, je besser!

7. Bauen Sie eine einfach zu bedienende und brauchbare Seite.
Verzichten Sie z.B. auf lange Einstiegsseiten, die nur gut aussehen, aber den User Zeit kosten. Ebenso sollten Sie auf Webtechnologien verzichten, die nur
der Eitelkeit des Unternehmens bzw.Selbstdarstellung des Web Tech Teams dienen.

8. Aktualisieren Sie die Inhalte Ihrer Webseiten regelmäßig
Menschen vertrauen aktuellen Seiten mehr, die den Anschein einer kürzlichen Überprüfung oder eines Updates haben.

9. Zügeln Sie sich mit jeglichen Werbeinhalten (z.B. Banner, Angeboten, etc.)
Idealerweise auf Banner, vor allem Störerelemente (z.B. Pop-Ups), verzichten. Wenn Sie Banner darstellen, trennen Sie Angebote von ,wahren‘ Inhalten.

10. Vermeiden Sie Fehler jeglicher Art – auch wenn sie noch so klein sind.
Nicht funktionierende Links und Schreibfehler geben den Eindruck, die Seitenbetreiber nehmen die Sache/das Business nicht ernst.

Spot on!
Oft wird man in der Beratung gefragt, warum die Verweildauer auf der Webseite so kurz ist und die Angebote nicht angenommen werden. Wer die obigen Richtlinien befolgt und seine Webseite überprüft, findet so manchen Schatten auf seiner Seite. Denjenigen, die der Meinung sind, sie machen alles richtig, will ich gerne bei der Suche helfen. Sie werden sehen, es findet sich immer eine ,unsaubere‘ Stelle beim generellen Layout, im Content oder bei grafischen Elementen.

11 Milliarden Euro – und wofür bitte?

Online Werbung, sagt der letzte Interactive Advertising Bureau Report, verschlingt 11 Milliarden EUR in Europa. Da frägt man sich, was die Definition für ‚Online Werbung‘ ist?! Mir ist im Report nichts untergekommen, was ich als Begründung werten würde. Ich finde, es macht die Studie etwas fragwürdig…

Interessant wäre zu wissen: Beinhaltet diese Definition nur die klassischen Bereiche Media, eMailing, Search, etc. oder auch z. B. Ad Serving oder Produktionskosten? Nehmen wir mal das Thema Search: Würde doch jeder gerne wissen, wie sich Google im Mitbewerb um die großen Euros schlägt, oder nicht? Haben die Mitbewerber Yahoo, AOL oder Microsoft denn überhaupt noch die Chance, Googles weltliche Übernahme des Web 2050 zu verhindern? Oder können wir den Gedanken erstmal hintanstellen?

Wenn ich früher mit Mediaplanern zusammengesessen habe, hat der digitale Anteil nicht viel Budget hergegeben. Wir mussten als E-vangelists erstmal klarmachen, was man mitr einer Printausgabe so alles anstellen kann und warum gerademal 10% theoretisch die Anzeige lesen. Das war ein Spass, als die Magazine und Zeitschriften damals in die Ecke geworfen wurden. Heute ist das nicht mehr nötig. Bei 11 Milliarden sieht die Argumentation ganz anders aus…, genauso wie der Marketing-Mix.

So stellt sich die Frage nach dem Verhältnisse zwischen Premium Display Advertising im Vergleich zur ,günstigen‘ Ad Network Vermarktung; oder der Verteilung der Budgets zwischen Banner und Newsletteranzeigen. Wie steht es aus um die verschiedenen Versendungen von externen eDirect Mailings über Newsletter Vermarkter, Adressbroker oder Verlagshäuser – wer macht da das Rennen?

Man stelle sich nun einen (Produkt-) Marketingmanager vor, der die Studie liest. Nicht nur fehlt ihm die Relation innerhalb des digitalen Marketing Splits. Er weiß auch nicht, welche Zielgruppe er mit welchem Mittel Digital erreicht. Oder ob und inwieweit er TV-, Radio- Aussenwerbung- oder Print durch Digitale ersetzen soll.

OK, vielleicht gehen wir hier etwas weit, aber für die Strategie wären dies entscheidende Faktoren: volles Risiko gegen die Einbahnstraße mit dem Ziel des Affronts, oder überlegt man sich, den erfolgreichen der Meute hinterher zu laufen.

Die richtige Entscheidung gibt es nicht, nur die die am wahrscheinlichsten zum Erfolg führt. Aber dafür gibt es noch keine Zahlenangabe… zurück also zum Start und weiter versuchen. Viel Erfolg!