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Webstrategie 2010 – Gedanken zum Jahreswechsel

webstrategieDie Frage wurde mir in 2009 ein paar Mal gestellt und ich hab mich entschlossen, jetzt doch ein paar Worte zu schreiben. Der Jahreswechsel steht an, alle schreiben ihre Vorhersagungen für 2010 – selbst der Hausmeister schreibt mir mit Jahresgrüßen, worauf wir uns 2010 bei der Mülltrennung einstellen dürfen. Vorhersagungen gibt es bei The Strategy Web keine – es kommt eh alles anders als wir denken.

Die Frage meiner Kunden lautet:
„Worauf sollen wir denn im nächsten bei unserer Webstrategie achten?“
Ein Punkt vorweg: Die Internet-Marketing-Strategie ist nicht ihre Webstrategie – Webstrategie ist Businessstrategie!

Hier also meine Gedanken, die sie als Basis für ihre Webstrategie anstellen können, um mit ihrer Internet-Marketing Strategie erfolgreicher zu sein.

Die Webseite
Für viele Unternehmen ist die Webseite die zentrale Schaltstelle, an der sich Mitarbeiter orientieren, Partner Kooperationsmöglichkeiten evaluieren und mit der Kunden mit dem Unternehmen in Kontakt treten. Gerade im Zuge der Social Web Bewegung übersehen Business-Entscheider ihre Bedeutung. Man will überall sein, betreibt das (noch) Herzstück nur noch halbherzig und verliert hier potentielle Leads und zählbare Umsätze. Um eine optimierte Nutzbarkeit und „Zugangsperfektion“ zu gewährleisten, sollten sie intern bei den Mitarbeiter und extern über einen Drittanbieter eine Usability-Studie durchführen (lassen).
Lassen sie Mitarbeiter und potentielle Kunden rund 8-10 Fragen zum Look-and-Fell, Navigation und Usability beantworten. Und scheuen sie sich nicht, dies online wie offline (audio/video) zu machen. Der Vergleichstest zwischen alter Webseite und der nach einem Relaunch (A/B Test) sollte einen klaren Upside bei den Business KPI’s und dem Online ROI hervorbringen. Und das nicht nur kurzfristig…

Das/Die Blog/s
Wenn sie noch nicht bloggen, sollten sie damit anfangen. Die Benefits sind vielfältig: Community-Building, Assoziation mit Themen rund um ihr Business, Positionierung einer Vorreiterschaft, Offene Echtzeit-Kundenkommunikation und… SEO-Effizienz. Die Chance von organischer Suche zu profitieren, ist mit einem Blog höher als mit einer klassischen Webseite, aufgrund inhaltlicher Genauigkeit, relevanter Aktualität und der interaktiven Dialogs. Prämisse: Der Blogaufwand muß auch der organischen Suche gerecht werden.

SEM/SEO
Wer im eigenen „Webhaus“ sitzt, sucht dort seltenst. Haben sie schonmal nach ihren Keywörter durch externe Personen suchen lassen? Oder Kunden ihre SEM/SEO Taktiken nachvollziehen lassen? Oft ist es angenehm und kostengünstig, die Aufgabe selbst zu übernehmen. Ob man dabei aber neuen Input oder Ideen zu neuen Ansätzen bekommt? Der externe Einblick offeriert die Sinnhaftigkeitsüberprüfung ihrer Vorgehensweise – die so richtig wie falsch sein kann. Einen Test ist es definitiv wert, oder?

Email-Marketing
Fast alle Unternehmen haben ihre Prozesse und vergessen dabei den Kunden, der das Unternehmen „beim Wort nimmt“. Das fängt an beim ordentlichen Umgang mit Mailing-Datenbanken, ansprechenden Überschriften, inhaltlicher Aussage, etc. Oft wird dem Tag oder der Uhrzeit der Aussendung wenig Aufmerksamkeit geschenkt – ein bitterer Fehler. Manchmal kann eine Kampagne an einem Tag schlechter ausfallen als am anderen, obwohl das Mailing und die Liste identisch ist. Kurze Zusammenfassungen am Anfang sind hilfreich und teasern erfolgreiche Inhalte vergangener Kampagnen.

Social Media
Social Networks wie Facebook, Twitter, XING oder LinkedIn sind derzeit sehr populär. Auch ihre Kunden sind dort und investieren viel Zeit darin. Sei es, weil man sich als Fan oder Follower einer Marke, eines Produktes oder eines Services bekennt und zu erkennen gibt, oder weil man auf ein Schäppchen hofft, oder kollaborieren will mit dem Hersteller, oder nach besserem Kundenservice sucht. ‚Lernen und Empfehlen‘ sind die Treiber des Social Web, ein großes Plus für wache Unternehmen und Marken. Hören sie hin, ob und wo ihre Kunden sind, sprechen sie an und ja: Sie dürfen noch Fehler machen… Nobody is perfect. Aber hören sie auf, Monologe zu führen (gerade im Social Web).

Social PR
PR Releases gehören zwar noch dazu – effizienter ist Social PR. Platzieren Sie ihre Pressemitteilungen bei populären Blogs oder bei im Page Rank hochwertigen sowie generell stark verlinkten Seiten. Eine noch viel zu wenig genutzte Taktik, vor allem im Produkt Marketing. Wie wenig Firmen nutzen die Chance, einfach mal ein Produkt oder Gadget zu platzieren (Backlinks!). Es bringt Traffic und zieht Medien Anfragen nach sich, um sich als Vordenker oder Experte zu plazieren. Etwaige Effekte zugunsten der Auffindbarkeit ihres Businesses, der Produkte und Services bei Suchergebnissen mal ganz außen vor gelassen. Vergessen sie nicht, daß die Echtzeit-Suche kommt – nutzen sie dies als Wettbewerbsvorsprung…

Display Werbung
Die gute alte Banner- oder Text-Ad Kampagne hat noch lange nicht ausgedient – aber sie gehört in ihrer Anspruchsdenke bei Marketiers reformiert. Wer eine Branding-Kampagne startet, darf keine Leads erwarten. Und eine Lead-Kampagne braucht ein Call-To-Action mit Benefit für den Kunden. „Hier klicken für mehr Infos…“ ist zu wenig. Dazu braucht der User keine Aufforderung. Dazu sollte das Creative bereits anregen. Und noch etwas: Banner- und Search-Marketing ergänzen sich; ersetzen können sie sich gegenseitig nicht.

Online Kunden-Service
Angefangen bei Kampagnen Landing Pages über die klassische Kontaktseite bis hin zum Twitter-Account: Was im Echtzeit-Web zählt ist die Reaktionszeit. Zwischenzeitliche Tests, die ich mit Kollegen und Freunden ab und zu durchführe, zeigen hier unfassbare Ergebnisse. Manche Großunternehmen haben offensichtlich keine CRM-Policy (oder leben diese nicht), oder sie ignorieren ihre Kunden im Gedanken an die Massen(umsätze). Aber mit dem Social Web kann sich diese Welt schnell verändern. Auch hier hilft A/B Testing hervorragend und ist zwingend von Nöten. Nur so bleibt die CRM Strategie aktuell und sie haben auch zukünftig ihr Ohr am Kunden. Denn am Schluß bestimmt der Kunde, ob er mit ihrem Online Angebot umgehen will, oder nicht.

Web-Analyse
Viele Marketiers tracken ihre Webergebnisse und machen auch ihre Analysen, manche werden sogar Benchmarks haben. Diese Benchmarks dürften sich 2010 verschieben, da sich die Intensität und Länge der Aufmerksamkeit zugunsten des Brands und der Produkte neuen Einflüssen aus dem Social Web weichen dürften. Wo man früher den Click und dem Visit die Hoheit gönnte, rückt auf einmal die soziale Koversion in den Vordergrund, die soziale Aktivität der Kunden. Und die kann sich in Gesprächen, Ratings, Reviews oder Kommentaren zeigen. Metriken werden sich verädern und Benchmarks werden überdacht werden. Und so werden Dollars aus reaktivem Sales entstehen – eine vollkommen neue Form des Kundendialogs.

Webstrategie ist eine Herausforderung, die 2010 aufgrund der spannenden und schnellen Entwicklung des Web weiterhin faszinierend sein wird. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei ihren Bemühungen und der Weiterentwicklung ihrer Businessstrategie.

Studie: B2B-Entscheider nutzen Web 2.0 für Investitionsentscheidungen

BusinessWas im Consumer-Bereich kein Geheimnis mehr, bestätigt sich jetzt auch im B2B-Bereich: Im Prozess der Investitionsentscheidungen nutzen deutsche Manager vermehrt das Web 2.0 – und suchen erstmal im Internet nach aussagekräftigen Fakten.

85% haben einen späteren Dienstleister im Internet gefunden. Was früher ein großes Plus der Print-Fachzeitschriften und Fach-Messen war, verlagert sich immer mehr in die Onlinewelt. Suchmaschinen, Herstellerseiten, Anbieterverzeichnisse, Online-Fachportale und -Netzwerke laufen den klassischen Fachzeitschriften immer mehr den Rang der Business-Entscheidungshilfen ab.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie (mittels Telefonumfrage) von Virtual Identity unter 750 Geschäftsführern oder verantwortlichen Managern aus mittelgroßen Unternehmen (Minimum: 50+ Mitarbeiter und Investitionsvolumen von einer Millionen EUR).

B2B Nutzung Web

Sie bringt diese Veränderungen im Businessverhalten jetzt mit Zahlen zum Ausdruck. Weiterhin entscheidend bleibt aber auch die Meinung von Kollegen und Fachexperten, die nach der Vorauswahl eines Dienstleisters größere Bedeutung erhalten.

B2B Entscheidung Final

Wer denkt, Business-Entscheider nutzen die sozialen Netzwerke nicht regelmäßig, der irrt sich. Hier die Essentials der Studie…

– B2B Entscheider verbringen zwei Stunden ihrer täglichen Arbeitszeit im Web
– 40% der B2B Entscheider nutzen regelmäßig Internet-Foren für berufliche Zwecke
– 28% der Entscheider nutzen regelmäßig aktiv den Dialog in Internetforen für den Austausch mit Fachexperten.
– Nicht verwunderlich ist, daß XING mit 30% der Befragten eine der beliebtesten Plattformen für den Businesstalk geworden ist.

Spot On!
Die Studie macht aber noch eins klar. Zugangsbeschränkungen zu Social Media für Mitarbeiter wird dem Unternehmenserfolg nicht gerade zuträglich sein. Die Nutzung dieser modernen Online-Medien wird bei B2B Entscheidern immer beliebter.

B2B Social Media Nutzung

Das Engagegment der Mitarbeiter am bzw. im Social Web bietet Unternehmen die Option, Wettbewerbsvorteile schneller zu erkennen und bei der Auswahl der Produkte oder Dienstleister vom Wissen und der Urteilskraft Gleichgesinnter zu profitieren. Insofern kann man Business-Entscheider nur ermutigen, ihren Mitarbeitern den Vorteil der Nutzung des Web 2.0 immer wieder vor Augen zu führen.

XING expandiert und schnappt sich Socialmedian

Mit einem Überraschungs-Coup eröffnet der XING Blog seinen Businesstag und gibt die Fusion mit Socialmedian bekannt. Die Pressemitteilung auf der XING Seite verkündet folgenden Wortlaut zur Übernahme:

„Why do we think that socialmedian is a perfect fit for XING? Here´s why: In business success depends on access to the right information at the right time. Both the speed of information and the sheer volume of data have increased rapidly due to the rise of the internet. Traditional media companies, social media such as blogs, tweets, videos and other user-generated websites now provide daily news, leading to a veritable flood of information. The consequence: Time-strapped professionals are forced to parse through numerous news sources for relevant information and sort, organize, and share stories on their own.“

Jason Goldberg, Internetpionier, Gründer und CEO von Socialmedian, geht nach Hamburg ins XING Headquarter. Er wird VP XING Applications Platform und verantwortlich für weltweite Partnerschaften hinsichtlich Applikationsentwicklung und Content Lieferanten.

Spot On!
Der Deal ist ein feiner strategischer Zug von XING, denn was der Plattform wahrlich noch fehlte, waren externe Inhalte der eigenen Netzwerk-Kontakte, auf die man schnell zugreifen kann – ohne die Plattform zu verlassen. Dies wird vermutlich bald möglich sein…

Social Media – die Trends 2009

Beim Social Web Breakfast mit dem Thema ‚Christmas 2.0‘ standen die Social Media Trends 2009 auf dem Programm. Unter den Rednern waren Dr. Benedikt Köhler, Alexander Wunschel, Michael Prätorius und meine Wenigkeit, die ihre Meinung zur Zukunft von Social Media kundtun durften.

Michael Wunschel bezog sich vorab auf einen Witz aus einem Gespräch zwischen uns beiden, indem er die Old Economy mal als ‚die alten Kalten‘ verstand (was nie so gemeint war!) und führte dann fort mit…

„… einer Anekdote von einem Referenten des Monaco Media Forum – der Name wurde nicht genannt, aber diese Person – wohl selbst als Investor in Silicon Valley im Thema Reputation Management unterwegs – hatte Probleme mit der „offenherzigen“ Präsentation seiner Tochter auf Facebook, die er bei einem Strandspaziergang diesbezüglich zur Seite nahm um sie über die Gefahren ihres Verhaltens aufzuklären. Diese antwortete ihm aber wohl nur verständnlislos: „Papa, Du kapierst es nicht .. in einem Unternehmen wie Deinem würde ich mich auch gar nicht anstellen wollen“ – sprich die Generation Y sieht sich in einem ganz anderen sozialen Umfeld, in dem die authentische und offene Selbstdarstellung im Netz Gegenstand des Richtigen ist und das „Online-Kaschieren“ bzw. „Aufpeppen“ des Profils falsch ist. Den richtigen Kommunikationsweg in diesem neuen sozialen Umfeld zu finden – sprich in Form eines authentischen Dialogs – ist für Unternehmen und Medien die Herausforderung der nächsten Jahre. Hier bedarf es neue Medienkompetenzen, die einen deutlichen Wandel für das Marketing und die Agenturlandschaft bringen. Dabei vertritt er ganz klar die Meinung, dass die grundlegenden Einstellungsänderungen auf Seiten der Konsumenten auch in Zukunft überwiegend über Massenmedien angestoßen werden – die Absicherung, ob die Änderung auch zur eigenen Person passt, erfolgt aber über das Social Web im Austausch mit dem eigenen Netzwerk. Im Hinblick auf den Wandel und die zu erlernende Medienkompetenz sieht @podpimp noch gewaltige Herausforderungen auf das Bildungssystem zukommen, deren Berücksichtigung er in diesem Sektor leider noch nicht erkennt.“

Dr. Benedikt Köhler nahm Twitter ins Trend-Visier 2009. Er…

„… sieht dass 2009 die Kommunikation und Interaktion mit anderen noch einfach wird/werden muss. Als Branchenprimus gilt für ihn der Dienst Twitter, der einen einfach, schnellen und direkten Austausch mit anderen Personen im Netz erlaubt. Das sei das „Kernelement“, um das es im Social Web ginge. Andere Applikationen seien noch viel zu komplex. Auf die Frage ob Twitter in 2009 Mainstream werden können, meinte er, dass die Aufmerksamkeit für den Dienst ja bereits die klassischen Tageszeitungen erreicht hätte und damit durchaus zur Massen-Anwendung werden könnte. Dr. Köhler meint aber auch, dass Twitter nicht das Blog verdrängt, sondern komplementiert – denn es sei eine andere Form der Kommunikation.“

Die Gesamtübersicht der Aussagen hat der Veranstalter hier komprimiert zusammengefasst.

Pro-Accounts bei Twitter? Das Problem der Monetarisierung des Microblogging-Dienstes

Nun hat Facebook offensichtlich also doch vorerst Twitter nicht gekauft. Die Gründe ‚Pro-Twitter‘ lagen auf der Hand: cooles Tool und Image, ideale Ergänzung für Facebook und fetter Wachstum (600% Userwachstum im vergangenen Jahr) – aber wie macht man jetzt Geld damit? Hmm… Ein altes Problem der Social Networks wird zum Deal Breaker: die Schwierigkeit eine Vermarketungsstrategie zu finden. Vermutlich hatte Facebook selbst mit den Verhandlungen die Hoffnung, hier auf neue Ideen zu stoßen. Ok, ist eine Spekulation, aber schon so manche Verhandlung hat eine Firma auf altbekannte Modelle und neue Ideen stoßen lassen.

Twitter also immer noch im Becken der ‚goldsuchenden‘ Microblogging Dienste. Und dabei hat man bei Twitter hinsichtlich der Vermarktung doch schon einiges versucht: Businesskunden sollten zahlen (warum wurde das nicht durchgezogen?) und beim Kundenservice wurde an Werbung/Advertising nicht gespaart. Aber da fallen einem auch schon die beiden ersten Fehler auf: Twitter lebt erstmal von Privatleuten, die das Tool als Vehikel für ihre ‚persönlichen‘ Selbstvermarktungsbemühungen (ok, ist auch irgendwie Business…) nutzen – erst kommt eben der Mensch, dann das Business. Der Bereich des Kunderservice ist sicherlich nicht die Trafficmaschine, die den Umsatzhebel umlegt. Die Einahmequelle, per SMS in den USA an den Usern zu verdienen, ist sicherlich ein Ansatz. Dennoch kommt vermutlich 95% des Traffics und mehr von Leuten, die an (mobilen) Rechnern sitzen. Hier ist doch wohl eher anzusetzen…

Nun frägt man sich, wie man denn als Twitter gutes Geld machen könnte. Werbung wurde schon allseits diskutiert und Ansätze gingen von Bannerwerbung a la Google Adwords oder Adsense Textanzeigen über Hintergrund-Vermarktung bis hin zur ‚coolen‘ Idee von Magpie, die einen zum Werbe-Vehikel via Twitter nutzen – per Tweet kommt Werbung einfach mit, sprich: der eigene Twitter-Accout wird einfach zur Litfass-Säule.

Anlässlich des Sesselwechsels von Lars Hinrichs bei XING nehmen wir nochmal den Gedanken auf, warum es keine Pro-Accounts bei Twitter gibt? Den Pro-Account zu definieren, ist prinzipiell einfach: Follower sieht man nur begrenzt und @Replies ausschließlich, wenn man Pro-Account User ist. Wo wäre wohl der kritische finanzielle Punkt erreicht? 3 EUR, 5 EUR monatlich – Flatfee 25 EUR pro Jahr?

Spot On!
Würde die Einführung der ‚Pro-Account‘ Idee jetzt Twitter killen, oder doch eher gar keine Umsätze die Plattform lahmlegen? Wenn Twitter wirklich einen Businessnutzen hat (und Dell hat schon ordentlich Umsatz gemacht mit Twitter!), dann sind die Kosten für Firmen zu vernächlässigen – Twitter macht es glücklich und gibt dem Businesswert endlich irgendeine Berechtigung außer die, unendlich viele Kontaktdaten zu haben, die man nicht über Dritte kontaktieren darf. Und die Privatuser, die Twitter gut finden und nutzen, werden mit einem geringen Obolus -symbolischer Wert 1 EUR- auch leben können – sonst kann man ja gar nicht mehr ’schnattern‘. Oder…?

Wochenrückblick: Webstrategie, Internetstrategie, Onlinestrategie

Der aktuelle Wochenrückblick mit den neusten Nachrichten zum Grundthema des Blogs…

– Politik im Netz ist seit dem amerikanischen Wahlkampf ein heißes Thema. Auch wenn man von Obamas Wahlakmpf im Web 2.0 hätte lernen können, scheint Deutschland hinsichtlich dieser Stragie noch sehr zurückhaltend: Von der INternetstrategie oihne Nachhaltigkeit, schreibt die WAZ.

– Die WAZ hat das Internet als strategisches Instrument für die Zukunft ausgemacht und plant Zukäufe. „Wir müssen selbstverständlich über Zukäufe nachdenken. Hierbei orientieren wir uns stark an unseren Kernkompetenzen“, verrät Online-Chefin Katharina Borchert gegenüber HORIZONT – Fachzeitung für Marketing, Werbung und Medien (Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main). Weitere Infos zur Onlin-Stratgie des Unternehmen bringt die HORIZONT in der Ausgabe 46/2008.

BANKINGCLUB ONLINE sichert der Community für die Bankbranche die nächste Finanzierungsrunde, berichtet Firmenpresse.de. Auch der Online-Ableger auf der Businessplattform Xing, die Gruppe BANKINGCLUB-ONLINE bleibt Bestandteil der Onlinestrategie im BANKINGCLUB. Immerhin ist die Gruppe mit über 40.000 Mitgliedern das größte Onlineforum für Banker in Europa.

– Wer zum Thema Steuer Hilfe benötigt, kann sich unter dem neuen Portal ’steuerberaten.de‘ informieren. Sonstige Informationen zu dem Portal und seiner Internet-Strategie, welche die Steuerbranche ins Internetzeitalter hieven soll, gibt es unter offenes-presseportal.de

– Europaweites Wachstum für den Online-Großhandel von Konsumgütern wird laut einer Mitgliederbefragung von des Großhandels-Marktplatzes zentrada.de und der Agentur promio.net erwartet. In diesem Zusammenhang weißt zentrada.de auf seine Online-Strategie.

Zielgruppe Kinder: Wie Internet-Plattformen am Taschengeld und der elterlichen Kreditkarte verdienen…

Was in der Offlinewelt schon ein Grauß für Eltern, kommt im Web 2.0 Zeitalter auf die Erziehungsberechtigten noch viel ‚dicker‘ zu. Normalerweise war das Web vor den mobilen Services – bei der Zielgruppe Kinder ist die Entwicklung nun andersherum. Was uns das Handy leerte, nimmt die Web 2.0 Welt als Vorbild: die Zielgruppe der Kinder auf eine andere Ebene zu heben. Mit zahlreichen geschickten und cleveren Monetarisierungsmodellen finanzieren zahlreiche Unternehmen mit den Centbeträgen der Kinder ihr Business. Ob und inwieweit das nun moralisch einwandfrei ist, muss jeder Elternpart für sich selbst beurteilen.

Ein Blick zurück mit Ausblick…

Im Web 1.0 gab es noch die Diskussion über ausufernde Handykosten der Kinder, die für Klingeltöne oder ’schräg-pixelige‘ Hintergrund-Bildchen ihr Taschengeld verpulverten. Zahlreiche Provider solcher mobiler Services mussten sich von den Eltern damals übelst hinsichtlich ihrer Geschäftsgebahren als unmoralische Anbieter beschimpfen lassen oder mussten vor Gericht erscheinen. Ein jüngstes Gerichtsurteil zeigt, dass die Problematik in der Web 2.0 Ära immer noch aktuell ist.

Die Anbieter der neuzeitlichen Businessmodelle diverser Web 2.0 Kinder-Portale werden sich hinsichtlich ihrer Monetarisierungsmodelle sicherlich ihre Gedanken gemacht haben, bevor sie das Taschengeld der Kinder als ihre ‚Cash Cow‘ anvisiert haben. Nun sind klassische Online-Werbung oder Gewinnspielformate auf Kinderplattformen ein inzwischen gängiger Weg, den Kindern lustige und schöne Produkte für das Kinderzimmer oder sonstige Gaumenfreuden ans Herz zu legen. Und beim nächsten Einkauf wird an der Kasse diese ‚Quengelware‘ den Eltern dann zum Verdruss, den man aber irgendwie in Kauf nimmt. Diese Form der Angriffs auf das Taschengeld ist irgendwie noch aus der Offlinewelt akzeptiert und ‚moralisch einwandfrei‘ im Zeitalter des Kapitalismus.

Gestern wurde nun eine weitere Kinder Internet-Plattform gelauncht. Es wird Zeit, den Markt und die Formate der Monetarisierung von Internet-Portalen für Kinder mal zu beleuchten, die das Taschengeld der ‚Steppkes‘ adressiert. Die Welle der teils real-, teils virtuell-basierten Businessmodelle für das ‚Taschengeld ausgeben‘, die da auf die Eltern zurollt, wird immer zahlreicher, komplexer und ideenreicher. Einige Modelle wollen wir mal vorstellen, ohne die Moral-Diskussion anzuzetteln – eher um mal zu hören, wie Eltern darauf reagieren.

Verknüpfung von On- und Offlinewelt mit Kuscheltier-Modell

smoodoos.de
Was dem Manager sein XING, ist dem Kinde sein smoodoo. Welches Kind als Premium-User die Plattform nutzen will, der muss sich eines der rund 20 verschiedenen smoodoo-Stofftiere für 25 EUR kaufen – ansonsten sind diverse Services der Community nicht nutzbar. So können z.B. keine ‚Gold-Doos‘ erworben oder ‚Animationen‘ freigeschaltet werden. Dafür wird garantiert keine Werbung angezeigt, ‚vertextet‘ oder verschickt – damit werden die Eltern erstmal beruhigt. Als sichere Community für 6-15 Jährige bietet die Plattform ein eigenes Profil, Clubs und Kommunikationsmöglichkeiten wie private Mails oder ein Chat, so die Infos des Unternehmens. Und Smoodos sagt den Kleinen auch, wann die ins Bett müssen: ab 22 Uhr ist die Community geschlossen.

PS: Mit dem Erwerb eines Smoodoos bekommt man 300 Gold-Doos. Sind die aufgebraucht, muss ein neuer Smoodoo her. Ob die ‚Gold-Doos‘ wohl irgendwann für kleine Beträge auch ohne Kuschel-Smoodoo zu erwerben sind? Folgegeschäft macht Businessmodelle erst so richtig interessant. Taschengeld ade…

mysuperpets.de
Mit dem ‚Sicher Surfen zwischen 4-8 Jahren‘ präsentiert das Startup My Super Pets gestern ‚den sicheren Zugang zu einer kontrollierten Online-Welt‘. Im Handel erhält man eins der sechs niedlich aussehenden Stofftiere zusammen mit einem Kartenleser und einer intelligenten Internet-Karte. So gewährt man den Kindern einen zeitlich eingeschränkten Online-Zugriff auf das Kinderportal, auf dem sie Spiele und Aufgaben erledigen können oder mit Freunden auf der ganzen Welt kommunizieren können. Die „Elternkarte“ kann den Zugang einschränken oder erweitern. Für jedes erfolgreich absolvierte Spiel gibt es „Web-Taler“, mit denen die Kinder in der virtuellen Welt einkaufen können. Die Verknüpfung von Online- und Offline-Welt: Kauft das Kind beispielsweise für sein reales Stofftier Kleidung, wird auch das virtuelle Pendant im Internet damit ausgestattet.

PS: Ob die Web-Taler wohl irgendwann auch zu kaufen sein werden? Man wird sehen…

Rein virtuelle Onlinewelt: Browser-Games und Community-Modelle

bigpoint.de
Das größte Game-Portal Deutschlands wirbt damit, sich einmal zu registrieren und dann nach Belieben quer durch die ganze Bigpoint-Welt zu zocken und alle Features nutzen – kostenlos und ohne versteckte Kosten versteht sich. Die Finanzierung läuft über Affiliates, Display-Advertising und Ingame-Advertising. Kosten können dann aber doch auch für die Kinder entstehen, denn auch hier gibt es Premium-Features bei Spielen, die nur gegen Aufzahlung erhältlich sind (hier neue Kickschuhe, dort eine Waffe kosten dann extra). Um das zu wissen, muss man aber die Geschäftsbedingungen lesen. Ob das ein Minderjähriger macht, geschweige denn das ‚Rechts-Deutsch‘ versteht, sei dahingestellt. Abgesichert hat man sich hier schonmal für den Rechtsfall: „Soweit der Nutzer minderjährig ist, versichert er mit der Bestellung von Premium-Features ausdrücklich, dass ihm die für deren Bezahlung notwendigen Mittel zu diesem Zweck oder zur freien Verfügung überlassen wurden.“ Ob das aber im Rechtsfall als Definition langen wird, bleibt ebenso fragwürdig.

PS: Da ist die Fussball-Community Plattform comunio.de doch eine wunderbare Lösung für Konsument und Anbieter: einmal im Jahr einen kleinen Betrag zahlen und fertig! Ok, das Folgegeschäft für Trikotkauf nach einem Trikottausch fällt da flach. Aber ist das Modell deshalb unattraktiver…?

habbo.com
Die virtuelle Social Community mit Wohncharakter, in der man Freunde finde
n und treffen kann. Die Registrierung ist kostenlos und dann kann man ‚Hang Out for Teens‘ leben. Allerdings muss man schon ein paar Centbeträge -in Form von ‚Habbo-Taler‘- locker machen, wenn man seine Peers mit den hippen Möbeln begeistern will in der virtuellen Welt, die einen umgibt. Von einem Betrag ab 1 EUR an gibt es dann Wohn-Interieur und -Accessoires. Zahlbar mit alle denkbaren Zahlungsoptionen – von der Kreditkarte (Kinder und Kreditkarten?) über Handybezahlung per SMS bis hin zur Paysafecard. Da kann man als Eltern schnell mal den Überblick verlieren, womit die geliebten Kleinen Geld ausgeben. Und genauso zügig ist dann auch mal das Taschengeld überzogen oder später eine Kreditforderungen auf dem Tisch.

PS: Alles offen kommuniziert, alles verständlich, alles logisch. Aber eben virtuell und somit ist das Geld schnell ‚relativ’… fast so wie derzeit bei Kreditinstituten manchmal.

toggolino.de
Irgendwie ist diese Super-RTL Internet-Plattform der Klassiker und die Mutter unter den Kinder-Portalen. Auch hier trennt man die Spreu vom Weizen: Wer nicht Mitglied im Toggolino Club ist, kann die guten Features nicht nutzen. Der Toggolino Club bezeichnet sich selbst als ‚edukatives kostenpflichtiges Internetangebot‘ für drei- bis siebenjährige Kinder und lebt von der Begeisterung um die Brands wie ‚Bob, der Baumeister‘, ‚Thomas und seine Freunde‘ und ‚Toggolino‘ selbst. Und diesen Premium-Anspruch um tolle Kindermarken lässt man sich mit 69,- EUR für ein Jahresabonnement ordentlich vergüten. Bildung ist eben teuer, könnte man argumentieren. Wer mal schnell einen einzelnen Test machen will, ist seinen ‚Wochen-Euro‘ Taschengeld da schnell los.

PS: Die Kosten können nur von Erwachsenen übernommen werden, da die Kreditkarte angegeben werden muss. Liebe Eltern, achtet gut auf die Plastikkarten…!

Spot On!
Eltern müssen sich mehr und mehr davon verabschieden, dass Kinder an der Kasse quengeln, Stofftiere nur zum Kuscheln haben wollen oder sich im Sportclub um die Ecke treffen. Das Web hat sie voll erreicht – und damit auch ihr Taschengeld. Die Quengelei um das liebe Geld fängt inzwischen zuhause vor dem Rechner beim Surfen an. Die Frage stellt sich, wann jemand auf die Idee kommt, eine Internet-Kreditkarte für Kinder zu machen – klar, verifiziert und freigegeben von den Eltern. Falls diese mal nicht zuhause sind, können die Kleinen so ihrem ‚Education-Trieb‘ trotzdem nachgehen.

Ja, die modernen Monetarisierungsmodelle von Internet-Plattformen für Kinder haben auch positive Effekte auf die Zukunft und Entwicklung auf unsere Kinder… – nur die Eltern müssen sich noch darauf einlassen. Das ist wohl derzeit die größte Hürde für die Anbieter dieser Internet-Plattformen.

PS: In UK hatten 2007 -laut eMarketer- 4,2 Millionen Kinder zwischen 8 und 15 Jahren Internetzugang zuhause. Zitat der Studie: „To some extent, children’s behavior online mirrors that of adults; young UK Web users frequent search engines, use e-mail and download music. But they are far more likely than many adults to be active in social networks or visit entertainment sites.“

Der kleine XING-Kontakt Knigge

Es mag gewagt sein und dennoch wagt man sich an ein heikles Thema, welches bei vielen meiner Kollegen, Bekannten und Freunde immer wieder aufkommt. Vermutlich ist daran die zunehmende Beliebtheit von XING und des Business-Networking generell verantwortlich: der schlechte und teilweise unprofessionelle Kommunikationsstil im Umgang mit Businesskontakten via XING.

Im Business zählt, wie wir alle aus Management-Trainings und Medien wissen, der erste Eindruck. Wenn wir also über XING neue Kontakte suchen, interessante Partnerschaften in Gang bringen wollen oder einfach nur Recherche betreiben, sollten wir für alle Aktionen wie auch Reaktionen gewappnet sein. Denn über alle Aktivitäten -oder ausgelassenen Optionen- wird am Ende unsere Online- und Offline-Reputation gemessen. Nicht umsonst haben Bücher wie ‚Karrierefalle Internet: Managen Sie Ihre Online-Reputation, bevor es andere tun! ‚ große Beliebheit errungen.

Die Stolpersteine liegen im Falle XING weniger bei bereits bestehenden Kontakten. Hier pflegt man doch untereinander in der Regel einen gewissen Umgang und weiß, mit wem man es warum zu tun hat. Schon schwieriger wird es dagegen bei der Kontaktaufnahme mit bisher unbekannten Personen. Dabei ist es egal, ob man selbst mit jemanden in Kontakt treten möchte, oder ob man von jemand bisher Unbekanntem kontaktiert wird. Zwar bietet XING schon ein paar Hinweise, jedoch sind diese zum einen gut versteckt unter dem Bereich „Hilfe“ bei den „FAQs“ und zum anderen beleuchten diese nur einen Teil der Thematik.

Richten wir unseren Blick also einmal auf ein paar Grundsätze, die bei einer Kontaktaufnahme über XING (oder anderen Business-Netzwerke) beachtet werden sollten.

Der kleine XING-Kontakt Knigge für Neukontakte

Kontaktaufnahme durch Sie
a) per Nachricht: Sein Sie freundlich, fassen Sie sich kurz und nehmen Sie direkten Bezug auf Ihr Anliegen: Warum sprechen Sie genau diese Person an? Gehen Sie immer davon aus, dass der Angesprochene, je höher er im Unternehmen steht, umso weniger Zeit für das Networken hat. Auch wenn diese Person sich in Netzwerken gerne mehr engagieren würde.
Sein Sie darauf gefasst, dass Sie Feedback bekommen. Dieses Feedback kann komplett anders ausfallen, als Sie sich denken oder wünschen. Gehen Sie auf jeden Fall auf dieses Feedback ein.
b) per direkter Verknüpfung: Besteht überhaupt kein vorheriger Kontakt (online wie offline) ist es ratsam, nicht direkt Kontakte zu verknüpfen. Es sei denn, sie wollen wie ein Jäger und Sammler wirken…

Geben Sie dem Gegenüber die Option, direkt mit Ihnen online oder offline zu kommunizieren. Ihre Kontaktdaten können Sie dieser Person auch freischalten, ohne sich mit dieser Person zu verknüpfen. Bleiben Sie nicht anonym.

Kontaktaufnahme mit Ihnen
a) per Nachricht: Im ‚unwahrscheinlichen‘ Falle einer an Sie gerichteten Kontaktaufnahme durch ein XING Mitglied per Nachricht hat derjenige meistens ein ihm wichtiges Business-Anliegen. Dass derjenige Sie ausgewählt hat, um dieses Anliegen zu erfüllen, ehrt Sie – aber bewerten Sie das auch so.
b) per direkter Verknüpfung: Besteht überhaupt kein vorheriger Kontakt (online wie offline) überlegen Sie genau, ob Sie den Kontakt bestätigen. Zu viele Kontakte sind schwer zu pflegen und zu handhaben und werden somit schnell unprofitabel. Sind Sie der Meinung, der Kontakt bringt Sie beruflich (oder privat) weiter, so spricht nichts gegen eine Verknüpfung. Scheuen Sie sich aber auch nicht, eine für Sie irrelevante Verknüpfung abzulehnen. Nutzen Sie aber die Möglichkeit des Zufügens oder Ablehnens und lassen Sie den Kontakt nicht ewig im Ordner „Zu bestätigende Kontakte“ liegen.

Wenn jemand mit Ihnen Kontakt aufnimmt, gebietet es die generelle Pflicht, eine Antwortmail zu schreiben – egal ob kurz oder lang, positiv oder negativ oder ob Sie ein geschäftliches ‚Interesse‘ an der Person haben oder nicht. Auch wenn das Anliegen in Ihren Augen uninteressant, langweilig und unpassend zu Ihrem Profil ist, eine Antwort hat die Kontaktaufnahme verdient. Mal ein Offlinebeispiel zum Vergleich… Kommt ein Mitarbeiter mit einer Businessidee auf Sie zu, drehen Sie sich auch nicht einfach weg, oder doch…? Bedenken Sie immer, dass Premium-Mitglieder in der Regel wissen, dass Sie die Mail gelesen haben, wenn Sie das Profil des anderen angesehen haben.

Die obigen Empfehlungen treffen übrigens auch auf die Gruppen in den Business Networks zu. „Wer neue Kontakte knüpfen möchte, der findet in den rund 20.000 der bei XING organisierten Gruppen für ihn passende Themen und spannende Kontaktmöglichkeiten. Wer sich hier kompetent zeigt und mit interessanten Beiträgen auf sich aufmerksam macht, findet online wie offline viele Anknüpfungspunkte“, erklärt Thorsten Vespermann, Director Corporate Communications der XING AG.

Spot On!
Verhalten Sie sich bei Kontaktaufnahmen immer so, als würden sie einander persönlich gegenüberstehen. Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einer großen Visitenkarten-Party und ignorieren jemanden, der ihnen 5 Minuten später durch eine andere Person vorgestellt wird. Man sieht sich immer zweimal im Leben… und es kann durch das Online Business-Networking schneller passieren als Ihnen lieb ist.

PS: Um Herrn Reich-Ranicki gerecht zu werden und das Internet nicht in TV-ähnlichen qualitativen ‚Abgründen‘ enden zu lassen, wollen wir auch die sprachlichen Aspekt für alle XING’ler nicht vergessen und diese schöne Hilfe des Goethe Instituts für jeden Networker bereitstellen.

Wenn Sie bitte hier die Informationen des Goethe Instituts abrufen wollen… Vielen Dank!

Warum CEO’s und Geschäftsführer in Networks sein sollten…

Es ist immer wieder interessant zu sehen, welche CEOs und Geschäftsführer sich in Business Networks zeigen. So frägt man sich, ob und wie die Business- und Social Networking CEO’s und Geschäftsführer das Networking Dasein auch auf anderen Plattformen leben?

The Strategy Web macht einen Kurztest am Beispiel Xing…

In Xing finden sich die Geschäftsführer von asmallworld, MySpace, studiVZ, stayfriends und lokalisten.de sowie der CEO von Plaxo und Passado – allerdings nicht der CEO von LinkedIn noch der von Facebook. Ist es nicht eigentlich Pflichtprogrammm beim Mitbewerb zuzuschauen?

Ein interessanter Einblick in die unterschiedliche Mentalität von CEO’s und Geschäftsführern diesbezüglich ist, dass die deutschen ‚Network-Top-Manager‘ wenige Einblicke in ihr Business zulassen und ‚Bestätigte Kontakte‘ nicht freigegeben – ganz im Gegensatz zu den englischsprachigen Kollegen. Ist es nicht Sinn der Netzwerke, zu sehen, wer mit wem im Business in Kontakt steht?

Die Gruppenaktivitäten halten sich bei den CEO’s und Geschäftsführern gewaltig in Grenzen (oder sind ebenso nicht freigegeben) – klar, sind ja auch vielbeschäftigte Businessentscheider und alles an Wissen und Interessen will man den Premium-Usern wohl doch nicht preisgeben.

Ebenso sind die meisten offensichtlich nicht bereit Herrn Hinrichs erfolgreiches Businessmodell zu unterstützen – Premium Mitglied ist man dann doch eher nicht – zumindest dem Anschein nach.

Leiten wir daraus mal 10 Thesen ab, warum CEO’s und Geschäftsführer generell auf Business- und Social Networks aktiv sein sollten…

5 Thesen pro Business Networks

*Markenpflege: Wer die Marke führt, geht mit gutem Beispiel voran. Business Networks sind für Geschäftsführer ein weiteres Aushängeschild als erfolgreiches Brand und führender Manager der Branche sowie deren Aktivitäten im Web darzustehen.

* Informationsvorsprung: Durch die Vernetzung der CEO’s mit Partnern über Business Netzwerke kennt der CEO manchmal schon vor einem neuen Trend die Marktveränderungen z.B. wenn sich im Markt Dienstleister neu orientieren – oder sich der Mitbewerb mit den Dienstleistern unterhält. Der CEO kann so präventiv strategische Massnahmen ergreifen.

* Up-To-Date bezüglich eigener Mitarbeiter: Über Business Netzwerke ist jeder CEO besser über die Kontakte seiner Mitarbeiter informiert. Dank Statusmeldung erfährt er von Gruppenaktivitäten der Mitarbeiter und Neukontakten, die neben dem alltäglichen Business zur Verbesserung der Kommunikation mit Kunden, Partnern und sonstigen Kontakten der Mitarbeiter laufen.

* Neue Personal-Recherche Optionen: Business Netzwerke bieten bei Recruitingprozessen für Management Positionen einen guten Researchüberblick bei der Beobachtung, welche Art von Kontakten eine gewünschte Person über einen definierten Research Zeitraum generiert und welche Aktivitäten diese Person vornimmt.

* Position der Meinungsführer: Kommuniziert und diskutiert der CEO in Gruppen der Business Networks, zeigt er sein Interesse für die industriellen Branchenthemen, -fragen sowie deren Herausforderungen und demonstriert seine Mitarbeit an der Entwicklung der Branche.

5 Thesen pro Social Networks

* Business wird von Menschen gemacht: Ist ein CEO in Social Networks aktiv, bekommt das Business ein menschliches Gesicht und es erlaubt Partnern einen kleinen Einblick in private Vorlieben und Aktivitäten außerhalb der Businesswelt.

* Socializing Effect: Social Networks machen CEO’s greifbar und ermöglichen die ‚off-the-record‘ Kommunikation mit Partnern und Dienstleistern – und umgekehrt. Wer die Basis der Businessbeziehungen im privaten Augen behält, kann schnell mal ins Stadion eingeladen, zum Segeln mitgenommen oder zur Runde Golf ‚dazugeholt‘ werden. Und was man da so alles erfährt, weiß nicht nur ein CEO und Geschäftsführer…

* Kundensicht: In Social Networks wird in Gruppen viel über Marken, Produkte und Firmen ge’twittert‘. Wenn solche Meinungen vom CEO in Management Meetings eingestreut werden können, vermitteln dieser den Mitarbeitern den Kundenblick und kann den einzelnen Abteilungen Input über die Kundschaft liefern und was diese im Markt diskutiert.

* Mitarbeiter-Motivation: Läßt sich ein CEO in Social Networks blicken, ist er näher an seinen Mitarbeitern dran und bekommt zusätzliche Informationen über Interessen und Hobbies der Mitarbeiter, sowie teilweise auch Gruppenbildungen innerhalb der Abteilungen mit. Manchmal langt es schon, wenn der CEO einen Mitarbeiter auf seine persönlichen Interessen anspricht, zu einem Quiz beiderseitigen Interesses einlädt oder auch sich erstmal oder nur mit dem Mitarbeiter vernetzt.

* Kunden-Motivation: In Social Networks bewegt sich auch der CEO im Stile des Word-Of-Mouth Marketings und kann auch seine Blogs, Wikis und sonstige Web 2.0 Ideen seiner Mitarbeiter hinweisen. Da finden sich sicherlich so manche Kunden, die auf den Zug aufspringen und auch in diesen Medien aktiv werden.

Vielleicht fallen den Lesern ja noch weitere Gründe ein. Die sind dann jederzeit willkommen…

Akquise Taktiken im Web 2.0 – ein Interview über Corporate Blogs und XING

Über die Xing Gruppe ‚Vertrieb und Verkauf‘ versucht man sich als Salesverantwortlicher über die neusten Sales-Taktiken auf dem Laufenden zu halten. Manchmal -sicherlich nicht immer- fällt durch eine Anwesenheit in einer Xing Gruppe dabei auch wertvolle Information ab.

So erschien dort gestern ein interessantes Interview zwischem dem Co-Moderatoren der Gruppe, Christian Hoffmann, und dem Web 2.0 Experten, Berater und Coach für Corporate Blogs und Business Blogs, Karl Heinz Wenzlaff, zum Thema ‚Akquise im Web 2.0‘.

Nach Absprache mit Hr. Hoffmann, der das Interview führte, will man diesen für Vertriebler interessanten Dialog -in leicht gekürtzter Version- den Lesern des Blogs nicht vorenthalten.

# Sehr geehrter Herr Wenzlaff, Web 2.0 ist als Schlagwort in aller Munde. Was kann ich mir als Verkäufer hierunter für Kommunikation und Vertrieb vorstellen?

Mehr als ein Drittel aller Suchanfragen im Web haben einen Kaufwunsch als Hintergrund. Selbst wenn Kunden „aus Gewohnheit“ Waren oder Dienstleistungen noch auf klassischem Weg beziehen, sind die Kaufentscheidungen häufig längst im Web gefallen.

Im Unterschied zu den Firmen-Homepages, Börsen und Foren des alten „Web 1.0“ sind Web-2.0-Plattformen untereinander viel besser vernetzt und in Suchmaschinen platziert. Web 2.0 ist das „Mitmach-Netz“, das den Nutzern erlaubt, positive wie negative Bewertungen und Meinungen über Unternehmen und Produkte im Web zu veröffentlichen. Dies geschieht sowohl in Web-2.0-Communitys wie XING, als auch auf Blogs oder Wikis. Unternehmen, die nur Online-Marketing der alten Schule machen, verschenken meines Erachtens große Umsatzpotenziale.

# Sie gehören zu den wenigen Menschen, die Seminare und Trainings zur Akquise im Web 2.0 anbieten. Wer kommt denn in Ihre Seminare und vor allem welche Erwartungen haben Ihre Teilnehmer?

Meine Seminare buchen vor allem solche Unternehmen, die mit den Verkaufsergebnissen ihrer klassischen Website unzufrieden sind. Sie wollen durch Business Blogs und Corporate Blogs mehr Besucher, mehr Leads und letztendlich eine höhere Konversionsrate erreichen. Die eher mechanischen Mittel der Suchmaschinenoptimierung reichen allein nicht aus, um im Internet erfolgreich zu verkaufen.

Meine Seminarteilnehmer möchten auch erfahren, wie sie ihre Kunden im Web „heimholen“, einbeziehen und zu kostenfreien Promotern der eigenen Leistung machen können. Dabei geht es also nicht nur um direkte Verkäufe, sondern um den Aufbau von Kundenloyalität und langfristigen Kundenbeziehungen.

# Können Sie uns als Experte ein wenig Orientierung bieten: Jedes Kommunikationsmittel wie Werbebriefe, Plakate, Messen hat seine Stärken. Welches sind die Stärken von Blogs und welche Anbieter sollen über Blogs nachdenken und welche vielleicht erst einmal abwarten?

Mit Blogs erreichen Sie Ihre Zielgruppen schneller, preiswerter und direkter als Ihre Wettbewerber, die nur auf Mailings, Plakate oder Messen bauen. Auch gegenüber E-Mail-Newslettern, die mehr oder weniger in den Spamfiltern der Empfänger landen, haben Blogs Vorteile.

Blogs eignen sich besonders gut für solche Anbieter, die ein saisonal, nach der Mode wechselndes oder beratungsintensives Produkt haben. Ideal ist, wenn es etwas Spannendes über das Produkt zu erzählen gibt. Deshalb sind Blogs in der Touristik (Inbound wie Outbound), in der Food- und Beverage-Branche (man nehme die vielen erfolgreichen Weinblogs) und in der Mode-, Bekleidungs-, Designer- und Schmuck-Branche besonders erfolgreich. Auch im Immobilienhandel gibt es inzwischen erfolgreiche Blogs.

# Hier auf XING sind viele Trainer, Berater und sogenannte Freelancer anzutreffen. Letztere vor allem aus den Bereichen IT, Kommunikation und Design. Welchen Schwerpunkt in der (Online-)Kommunikation empfehlen Sie diesen Mitgliedern?

Zuallererst die Möglichkeiten eines eigenen Blogs zu nutzen, und zwar nicht als Untermieter bei einer Blog Community, sondern auf eigenem Webspace. Oft bietet es sich an, alle wertvollen Inhalte Ihrer bisherigen Website in das Blog zu übernehmen und danach keine „klassische“ Website mehr zu betreiben. Moderne Blogsysteme können heute alles, was man braucht: Sie haben ein CMS (Content Management System), können problemlos Fotos, Videos und multimediale Inhalte einbinden, einen vorhandenen Shop integrieren usw.

Parallel dazu sollte man weitere Möglichkeiten des Web 2.0 nutzen. Sie sollten als Unternehmen im Internet immer dort präsent sein, wo heute Ihre Kunden sind. Das sind im B2B-Geschäft vor allem Plattformen wie XING. Im B2C-Geschäft sind es andere Web 2.0-Plattformen mit oft sechsstelligen Besucherzahlen pro Tag oder branchenspezifische Communitys, die es in großer Zahl gibt.

# Sie benutzen tatsächlich XING zur Akquise? Ich höre immer wieder, dass XING nicht zur Akquise geeignet ist. Was machen Sie anders? Haben Sie ein „Geheimwissen“?

Besonders für die von Ihnen genannten Trainer, Berater und Freelancer bietet XING doch ideale Möglichkeiten, sich selbst und ihre Expertise zu präsentieren. Es reicht natürlich nicht, ein gut ausgefülltes Profil zu haben oder zu schreiben „Suche: Aufträge“. Wichtiger ist es, in den Fachforen substanziell interessante Artikel und Kommentare zu schreiben. So machen Sie sich bekannt und werden von Auftraggebern gefunden. Und weiter: Beginnen Sie zu kommunizieren, kontaktieren Sie andere Diskussionsteilnehmer, denen Sie geholfen haben, telefonieren Sie, treffen Sie sich im „Real Life“.

Spot On!
Mögen die Firmen ihre Lehren daraus ziehen und uns mit spannenden Akquisetaktiken ihre Waren und Dienstleistungen im Web 2.0 anbieten.