Die “Digitale Hotelkarte” kommt.



Vielflieger haben viele. Karten meine ich. Die Kundenkarte der Fluglinien. Die „Schlafen-Sie-Mit-Uns“-Karten der Hotels und ihrer Ketten, sowie natürlich… die elektronische Gesundheitskarte. Was wurde da nicht für ein Tohuwabohu drum gemacht
bei ihrer Einführung.

Eines aber haben weder die einen, noch die anderen Karten jemals entdeckt und umgesetzt. Obwohl es doch so einfach ist, das Modell. Es gibt keine ordentliche, “ketten-übergreifende”… Hotelkarte.

Aber sie wird kommen. Ich bin mir ganz sicher. Ich weiß es genau. Ich hoffe. Ich bete, dass endlich mal jemand uns Vielreisende von diesem Thema erlöst.


Die schnelle Erläuterung eines Business Cases…

Stellen Sie sich vor, sie sind beruflich viel unterwegs. Weil der Kunde es will und sie es freut, wenn der Kunde es möchte. Sie steigen in den Flieger, den Zug oder den Mietwagen, um schnell beim Kunden zu sein. Alles klappt. In der Regel schnell, da vieles automatisiert…

Woran es hakt ist, wenn sie abends platt -in der Regel zufrieden- vom Arbeitstag im Hotel einchecken wollen. Die Damen und Herren am Tresen sind jung, sind nett. Das hilft nur nicht. Sie wollen aufs Zimmer. Sie wollen Ruhe – und zwar sofort.

Doch dann passiert es… Einchecken.

Einchecken ist ein eigentlich einfacher Prozess. Wir sagen, wer wir sind. Wir bekommen unsere Zimmerschlüssel. Gehen hoch. Ruhe. Ruhe ist herrlich nach acht Stunden hellwach, aufmerksam, und viel sprechen! Oder nicht…?

Kaum eingecheckt erhält man als Zimmerschlüssel eine Karte, in der Regel eine Plastikkarte. Oft trägt sie Werbung des Hotels, …oder seiner Partner. Nix mehr Eisen. Aber sei’s drum. Selbst der gute alte goldene Bojen-Schlüsselanhänger wäre beim Einchecken recht. Wenn es nur schnell geht mit dem Einchecken.

Schnell. Schnell und unkompliziert. Diese Worte implizieren nicht, dass ich mit der Hand Namen, Adresse, Wohnort, Unterschrift usw. auf Papier schreiben muss. Handschrift ist out. Papier ist “bäh”. Ist alles zeitraubend… Zeit ist der neue
ROI des digitalen Lebens! Das hab der beruflich Vielreisende nicht. Und schon gar nicht abends im Hotel!

Ich will nicht revolutionär klingen. Auch wenn ich
in Interviews manchmal nicht weiß, wann ich das letzte Mal handschriftliche Künste vollbracht habe. Die Tradition der Handschrift ist gut. Sie soll erhalten bleiben, da persönlich, verbindend, vertrauenerweckend… Alles fein.

Nur muss es denn im Hotel beim Check-In sein, wo ich am meisten handschriftlich schreiben muss? Muss der Check-In Counter die meiste Zeit meiner handschriftlichen “Rest-Begabung” aufbrauchen? Kein Wunder, dass man da keine Briefe mehr schreiben will.

Jedes Mal dieser Printfetzen mit dem Namen “Anmeldebogen”…? Ich meine, der muss weg. Die Hotelkarte muss her! „Safe the trees!“ war schon die letzten 15 Jahre mein Credo.


Die Chancen des Business Cases…

Man nehme alternativ zur Plastikkarte jetzt mal eine App – Android und Apple. Das Modell läuft gemäß zahlreicher moderner
Loyalitätskarten Fälle, die ich in letzter Zeit in die Netzwelt geworfen habe. Da lässt sich so einiges machen.

Die App ist nicht groß. In der Regel sind Apps wenig innovativ, hilfreich und ergiebig. Diese App könnte es sein. Farblich kann man sie in CI/CD dem Hotel/der Hotelkette anpassen. Das Backend zählt. Dort steckt das Potential…

Eine Hotelkarte trägt die hochgeheimen vertraulichen Daten, wie meinen Namen, meinen Wohnort und gegebenenfalls meine Passnummer (vielleicht der kritischste Punkte…). Stehen die nicht im Telefonbuch? Dem Papiermonster einer vergangenen Generation, die allen gesagt hat, wo meine Liebsten und ich wohnen? Die Kombination aus Name und Adresse ist alles, was die Hotels einmal wissen wollen. Und man stelle sich vor, was neben der App so alles zu platzieren wäre als Promotion, PR und sonstiges Storytelling.

Wer permanent unterwegs ist, will nicht 10 Hotelkarten aus Plastik wie George Clooney im Tete-a-Tete in „Up in the air“ zählen. Man will eine Karte. EINE! Die Hotelkarte. Die muss das Counter-Personal nur einscannen oder lesen können, wie eben die Gesundheitskarte. Die Gesundheitskarte ist wenigstens kompatibel – von Hausarzt zum Hautarzt bis zum Urologen… für später im Alter. Die Hotelkarte gibt’s nicht.

Die Hotelkarte sollte so was können wie die Gesundheitskarte – nur ohne Historie, aber mit Optionen wie
Location-Based-Services, GPS und so. Die Historie erkennt das System des Unternehmens. Es weiß noch mehr und liefert Inhalte im Business Intelligence System über eine Schnittstellen.

Zipp, zapp, zull! Hingehen, hingeben und einchecken. Keiner der Hoteltresen Koriphäen oder Concierges ist jemals mein Freund geworden. Wie auch?! Ich will da nicht lange verweilen. Nicht bös gemeint, aber effizient gedacht. In der Ruhe liegt die Kraft!

Hotels könnten von der Hotelkarte profitieren…
– weil sie für den Kunden Zeit sparen.
– weil sie dem Kundenwunsch dienen wollen.
– weil sie viele Upselling Inhalte einbauen können.
– weil sie lokalbasiert agieren und operieren dürfen.
– weil sie endlich kooperieren zum Wohle des Kunden.
Erinnert Sie an die 5C’s des
Community Centric Srategie Modells? Richtig…!

Einchecken wäre mit der Digitalen Hotelkarte in Hotels wie bei Airlines: mobil, digital, zeitsparend und vor allem einfach. Das einzige, was die Hotels brauchen ist dann ein QR-, Bar-Code, eine ordentliche API (Schnittstelle) oder RFID Scanner. Hoffentlich scheitert es am Schluss nicht hier dran.

Entwickelt doch bitte endlich jemand die Digitale Hotelkarte, bevor ich am Tresen ausflippe und dann da drüber blogge.

Die Digitale Hotelkarte kommt. Sie muß…!

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