Facebook, die Not der Reichweitenfanatiker und die Chance guter Kampagnen

Geklickt hat man den Daumen leicht, dabeibleiben ist schwieriger. Markenunternehmen machen es den Usern auf Facebook auch nicht gerade leicht. Denn wenn einmal der Like-Button gedrückt wurde, konnte man in der Vergangenheit davon ausgehen, dass die Timeline mit unnützen Postings überflutet wurde. Die einzige Chance, dem zu entkommen war, auf Unlike zu drücken (aber wann hat man das schon mal gemacht), oder wegzuschauen.

Facebook hat das wahrgenommen und das Unternehmen hat auch erkannt, dass die Anzahl der Postings ins Unermessliche gestiegen sind. Auch deshalb gab es die Änderung mit dem Newsfeed-Algorithmus. Und siehe da, aufeinmal sind die Newsfeeds frei von unnützen Fanpage-Postings. Die organische Reichweite, also die Reichweite die erzielt wird, sobald ein Post in einem Newsfeed erscheint und somit vom User gesehen werden kann, sank in den letzten Monaten für viele Unternehmen ins bodenlose.

Verfolgt man nun die Diskussionen rund um die organische Reichweite in den unterschiedlichen Medien und Blogs, könnte man vermuten, dass viele werbetreibende Unternehmen vor einem Scherbenhaufen stehen. Über viele Jahre haben sie in ihren Facebook-Auftritt investiert und manch Fanpage brachte es auch auf eine beachtliche Größe der Fangemeinde. Aber schaute man auf die Fanpages diverser Unternehmen, dann sah man auch, dass auf vielen Fanpages eigentlich nichts los war. Und dies belegten auch die Zahlen, die kürzlich bekannt wurden:
So sind nur 5% der Facebook-Fans aktiv.

Wer jedoch interagiert, der erhält weiterhin die Postings der gelikten Angebote in der Timeline, denn hier geht Facebook davon aus, dass dies ein Fan / User ist, der tatsächlich Interesse an den Beiträgen hat. Wer in der Vergangenheit nicht interagierte, der erhält auch keine Postings mehr, bzw. man erhält nur Postings sofern ein Facebook-Freund mit einem Brand oder einem Angebot interagiert und Facebook davon ausgeht, dass dies auch andere Freunde interessieren könnte.

Nun schaue ich nochmal auf die aktuellen Zahlen: Laut allfacebook.de sank die organische Reichweite bei 90 Prozent der Facebook Pages im März 2014 und weisen so eine geringere organische Reichweite als im Oktober 2013 aus. (Gemessen wurde von Fanpage Karma die organische Reichweite pro Post pro Fan.) Doch damit nicht genug: 41 Prozent der Facebook Pages haben über die Hälfte ihrer Reichweite verloren. Aber auch 6 Prozent haben über 20 Prozent an Reichweite zugelegt. Interessant ist nun doch, wer an Reichweite zugelegt hat, und die Frage sollte erlaubt sein, warum die Reichweite trotz Änderungen zulegte?

Die Antwort scheint auf der Hand zu liegen: Die Fanpage-Inhaber machen mehr, als nur massenhaft Content zu produzieren. Sie haben eine Kampagnenstrategie, eine Idee, die User einlädt, mitzumachen: Inhalte zu sharen, zu kommentieren, zu liken oder weiterzuentwickeln. Die besten Kampagnen wurden kürzlich von Facebook ausgezeichnet, eine Übersicht gibt es auf
wuv zu finden.

Facebook funktioniert für Markenunternehmen und sie sollten meines Erachtens dem Netzwerk treu bleiben, auch wenn die organische Reichweite sink. Mit tollen Kampagnen kann man seine Reichweite und die Anzahl seiner Fans erhöhen, denn Facebook bleibt auch weiterhin der Social Hub für viele Menschen: “Let’s face it. More than a billion people can’t be wrong” (Dieses Statement habe ich dem aktuellen Beitrag „
The Next Generation of Social Media“ entnommen.)

Und daher nocheinmal der Hinweis an alle Fanpage-Inhaber: „
Content ist nicht länger genug“. Inhalte müssen etwas mit dem User „machen“ – ihn entweder begeistern, informieren oder einbinden. Nur Postings zu produzieren, um des Postings-Willen muss doch heute einfach nicht mehr sein. Interessanter ist es doch zu wissen, wie User mit einem Brand interagieren, wie ein Markenerlebnis oder eine Kampagne auf sozialen Netzwerken aufgenommen oder dokumentiert wird. Ja, es gibt auch die SocialMedia-Müdigkeit, aber die wird doch auch dadurch verursacht, dass User gelangweilt sind. Facebook ist Unterhaltung, ist ein Freunde-Netzwerk, ist eine Ablenkungs- oder Informationsplattform. Tolle Kampagnen haben eine große Chance beim User nachhaltig anzukommen. Und ich teile hier David Eichers Meinung, die ich über
Kress gefunden haben: „Viele Kontakte sind gut, die richtigen sind besser“ – Die Qualität der Kampagnen / Postings auf Facebook muss gesteigert werden. David Eicher sagt: „Der Hauptnutzen einer Marke auf Facebook besteht in der engen treuen Beziehung zum User, der sich auf eine nachhaltige Kommunikation einlässt.“ Und die Vorteile einer nachhaltigen Kommunikation sind mehr wert und lassen sich auch mit einer reinen Reichweitenkampagne niemals erkaufen: Feedback für die Optimierung und Innovation, Marken-Loyalität und gelebtes Beziehungsmanagement sowie Customer Service sind die Punkte, die Social Media hochkarätig leisten könne, so der Chef der Webguerillas.

P.S. Nun mag man ja vom Video der Webguerillas geteilter Meinung sein, aber so sind die Webguerillas nun mal 😉 Here you go:

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