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Offlinewelt 1.0 – Kundenservice: Den Schuß nicht gehört und die Marke erlegt…

Wir schreiben das Jahr 2008. Ein Jahr, in dem immer wieder darauf hingewiesen wird, was guter Kundenservice heißt und wie ernst man diesen nehmen soll. Dennoch haben einige Firmen den Schuß offensichtlich noch nicht gehört.

Das Problem heißt Kundenservice: Online klappt’s schon manchmal, offline lässt er viele Wünsche offen.

Online empfiehlt der bazaarblog den Online-Shops, dass man keine Angst vor negativer Kritik haben und diese auf jeden Fall veröffentlichen soll. Angesichts der Glaubwürdigkeit des Shops wäre dies unabdingbar. Was natürlich schwer fällt, wenn RightNow gerade erst mit einer Studie verkündet hat, dass Kunden äußerst intolerant bei schlechter Kauferfahrung sind. Da steht dann das arme Unternehmen da und weiß nicht mehr weiter. Guter Rat ist teuer und oft nicht der Weisheit letzter Schluss.

Offline hingegen scheint der Einzelhandel inzwischen komplett aus dem Interessensbereich des Managements diverser Unternehmen zu verschwinden. Zumindest hat man den Anschein, wenn man die Kundenberatung und den Kundenservice des ‚geschulten Personal‘ diverser Einzelhandelsläden großer Brands betrachtet. Da bekommt man schnell den Eindruck: die Firmen haben den Schuß nicht gehört.

Zwei Beispiele aus dem täglichen Leben…

Bsp. 1: Schuhladen eines großen weltweiten Brands mit 4 Großbuchstaben – Franchisenehmer
Wenn man in besagtem Laden, Schuhe nicht in der richtigen Größe bekommt, hat man Pech gehabt. Keine Beratung, keine Hilfe und kein Service! Auf die Frage, ob man die Schuhe online kaufen könne, erntet man ein „Nein, wir verkaufen nur in Shops“. Keine weiteren Auskünfte. Auch auf Nachfrage hin, ob andere Shops in der Stadt diesen Schuh noch hätten, wird man eher unwissend angesehen, denn gemäß dem ehemaligen Motto der 11880 bedient: Hier werden Sie geholfen! Keine kurze telefonische Recherche, nichts… Obwohl es genau zwei Läden in der besagten Stadt gibt. Nein, hier war man gänzlich bedient – das Brand ist erstmal für die zukünftige Kaufabsicht unerwünscht. Da hilft auch das portable Spiel nicht, welches man als Geschenk für die Kinder bei einem Kauf bekommt. Denn erst kommt der Service, dann der Kauf! Wer das nicht beachtet, erlegt seine Marke. Ja, Franchise bietet auch Gefahren für Marken…

Bsp. 2: Sport-Allround Laden eines großen Sportversenders mit 6 Buchstaben
Will man in diesem Laden, ein Kleidungsstück haben, welches nicht mehr verfügbar ist, aber der Verkäufer bei der Lager-Recherche im Online-Katalog als verfügbar findet, gibt es keine Schnittstelle zwischen On- und Offline. Nun wäre der Wunsch des Kunden doch vom Verkaufspersonal zu hören: „Kein Problem, bestellen wir Ihnen online und schicken es Ihnen zu.“ Aber das ist wohl eher ein ‚virtueller‘ Traum. Obwohl man für den Versand eine gesalzene Pauschale von 5.95,- EUR verlangt, wird dieser Service nicht gewährt. Sind mit dieser Pauschale nicht auch irgendwie die Offline-Verkäufer für den Kundenservice abgegolten? Man sollte es meinen. Wohl bemerkt: Der Laden war leer, kein Mensch weit und breit – außer mir, dem Verkäufer … und der Marke.

Spot On!
An beiden Beispielen kann man sehen, wie Kundenservice optimalerweise zwischen Offline- und Onlinewelt sein Können beweist. Oftmals wird man allerdings entäuscht und zieht zur nächsten Marke. Ja, wir Kunden sind schon manchmal sehr untreu Marken gegenüber. Auch wenn die Firmen es selbt in der Hand haben, diesen Zustand zu verändern. Ist die Marke nicht ruiniert, lebt sichs gänzlich unkommentiert…

Wochenrückblick: Webstrategie, Internetstrategie, Onlinestrategie

– Ehre, wem Ehre gebührt: Mit einer konsequenten Webstrategie hat Barack Obama Hillary Clinton aus dem Rennen geschlagen. Auch bei der eigentlichen Präsidentenwahl hat ihm das geholfen – und wird vielleicht sogar seinen Regierungsstil prägen. Ein ‚Weitblick‘ von heise.de.

– Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ringt weiterhin um Kirchenbesucher und entdeckt das Web 2.0 für sich mit Online Communities und ‚Video-Clips statt Predigt von der Kanzel‘. „Ohne Online-Strategie gehen Themenkampagnen bereits heutzutage und zunehmend in den kommenden Jahren ins Leere, weil immer mehr Menschen ausschließlich online anzutreffen sind“, zitiert das Hamburger Abendblatt die EKD.

– Der Werbemittelanbieter SCOURCE Werbeartikel bietet Kunden mithilfe einer neuen Technologie bereits vor der Bestellung die virtuelle Ansicht des fertigen Artikeles mit Logoaufdruck. Mehr über die Online-Strategie des Unternehmens bringt Live-PR.

– Ein Termin für Medienexperten wird sicherlich die 2. Handelsblatt-Konferenz: Drin ist in. Das ZDF wird dort seine Online-Strategie und die damit verbundene Zukunft des Fernsehens vorstellen, schreibt das Presseportal.

Spot On!
Webstrategie ist ein wichtiges Thema und wird oft unterschätzt. Dass Wahlkampf und die Kirche inzwischen virtuell präsent ist, ist wahrlich eine spannender Ansatz. Und die EKD zeigt sich hier richtig neuzeitlichen Geistes. Ob die ‚Besucherzahlen‘ sich erhöhen, bleibt dennoch fragwürdig – denn oft ist es nicht der Weg in die Kirche, der einem zu weit erscheint. Hingegen ist der Weg zu einer erfolgversprechenden Webstrategie ein mindestens ebenso schwieriges Thema, wie die Begründung, warum die Kirchenbänke leer bleiben…

Trusted Shops: 10 Anzeichen für unsichere Online-Shops

Der Gütesiegelaussteller Trusted Shops hat auf 10 Anzeichen hingewiesen, die Online-Shops tunlichst vermeiden sollten. Vorausgesetzt ihnen ist die Glaubwürdigkeit ihres Shops vor und während des Weihnachtsgeschäftes wichtig…

1. Nebulöse Anbieterkennzeichnung
Sind Angaben zum Verkäufer nur schwer oder gar nicht auffindbar oder enthalten diese unklare Bezeichnungen, ist allerhöchste Vorsicht geboten. Ebenfalls ist Skepsis angebracht, wenn nur eine Firma, aber kein Name, oder nur eine Postfachanschrift genannt wird.

2. Unzulänglicher Datenschutz
Wenn Aussagen zum Datenschutz lückenhaft sind oder fehlen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass der Website-Betreiber Kundendaten weiterverkaufen oder an zweifelhafte Auskunftssysteme übermitteln möchte.

3. Ungenaue Preisangabe
Sämtliche Preise sollten klar wiedergeben, dass die Mehrwertsteuer enthalten ist und welche Versandkosten genau entstehen. Werden die Versandkosten nicht genannt oder ist deren Berechnung unklar, sind böse Überraschungen möglich.

4. Offengehaltene Lieferfrist
Wird die bei einem Produkt genannte Lieferzeit durch eine Aussage im Kleingedruckten relativiert („Lieferfristen sind unverbindlich”), sollte man misstrauisch sein. Schließlich soll ein Geschenk nicht erst nach Weihnachten ankommen. Auch widerspricht dies der Vorgabe der Rechtsprechung, wonach längere Lieferzeiten direkt beim Produkt genannt werden müssen.

5. Unabgesicherte Vorkasse
Eine Zahlung per Vorkasse sollte durch eine Geld-zurück-Garantie von Trusted Shops abgesichert sein. Nur so lässt sich vermeiden, dass man sein Geld verliert, falls der Händler trotz Zahlung nicht liefert – Überweisungen lassen sich nämlich nicht rückgängig machen.

6. Unverschlüsselte Datenübertragung
Zahlungsdaten unverschlüsselt zu übertragen, ist riskant, weil diese abgefangen und missbraucht werden können. Obendrein verstoßen Kunden damit häufig gegen die Bedingungen ihrer Bank. Das Schloss-Symbol im Browser zeigt an, dass die Übertragung verschlüsselt ist.

7. Unzulässige Widerrufsbeschränkung
Bis auf wenige Ausnahmen besteht das Recht, eine Ware innerhalb von zwei Wochen zurückzugeben. Vorsicht ist geboten, wenn ein Händler versucht, dieses Recht einzuschränken, indem er z.B. nur originalverpackte Ware zurücknimmt oder Angebotswaren von der Rückgabe ausschließt.

8. Benachteiligung im Kleingedruckten
Kundenunfreundlich und gesetzlich verboten ist der Versuch mancher Händler, Kunden durch Klauseln in ihren Geschäftsbedingungen unangemessen zu benachteiligen. Unzulässig und unwirksam sind z.B. Aussagen wie „Versand auf Gefahr des Käufers” oder „Transportschäden müssen sofort gemeldet werden”.

9. Schlechte Erreichbarkeit
Eine Produktanfrage im Vorfeld per E-Mail oder Telefonanruf zeigt, wie es um den Kundenservice bestellt ist. Erfolgt keine zügige Antwort bzw. ist nur ein Anrufbeantworter erreichbar, sollte man auch kein vorbildliches Entgegenkommen bei Umtausch- oder Rückgabewünschen erwarten.

10. Negative Bewertung
Bei Händlern, die einem nicht bekannt sind, kann eine kurze Internetrecherche sinnvoll sein. Veilleicht gibt es Negativeinträge in Foren, die zu erhöhter Wachsamkeit mahnen. Ein Gütesiegel wie Trusted Shops garantiert einen risikolosen Online-Einkauf.

CEO-Report: Wenn CEO's in die Zukunft schauen…

…dann sehen die Medien-Chefs eine Welt der On-Demand-Medien und voller mobiler Inhalte, die zukünftig die Welt beherrschen werden.

Zu diesem Ergebnis kommt der CEO-Report von Ernest & Young, bei der 27 namhafte CEOs* zur digitalen Zukunft der Medien ihre Meinung geäußert haben. Weitere Erkenntnisse hielten sich in Grenzen. So schreibt DLD zusammenfassend:

„The quintessence of the survey is: The future is mobile and digital. Companies offering Internet media and new content are therefore best prepared for the future.“

… und über die User …

„Consumer want to trigger content anytime anywhere“

… sowie die Erfahrungen der Medienhäuser …

„Nobody really knows where we are heading, so everybody is testing and trying out“.

Ob man eine solche ‚Zukunftsstudie‘ mit dem verlängerten Titel ‚Der Konsument ist der Boss‘ verkaufen muss, ist auf jeden Fall fraglich. Früher sagte man wohl: Der Kunde ist König. War irgendwie kürzer und prägnanter…

Schade eigentlich, dass Studien manchmal nicht mehr Erkenntnisse bieten. Vielleicht hätte man mal die Ebene unter den CEO’s befragen müssen. Ob die dieselbe Meinung parat gehabt und ein wenig mehr Einblicke zugelassen hätten? Ach, ich vergaß – das zieht PR-technisch nicht so gut…

Ja, die gute alte PR-Maschinierie und Suchmaschinen-Optimierung (SEO) stehen manchmal wahren Erkenntnissen der Neuzeit im Weg… und läßt Online schlechter werden, wie Stefan Niggemeier hervorragend vor Augen führt. Vielleicht sollte man den befragten CEO’s mal diesen Post schicken – zur Qualitätssicherung…!

*Befragt wurden u.a. die deutschen Hartmut Ostrowski (Bertelsmann) und Stefan von Holtzbrinck sowie international Steve Ballmer (Microsoft), Howard Stringer (Sony), Edgar Bronfman (Warner Music), Janet Robinson (The New York Times Company), Jeffrey Katzenberg (DreamWorks).

Der ‚arme‘ Emig – Reaktionen der modernen Meinungsmacher…

„Des einen Freud, ist des anderen Leid!“ heißt ein schönes Sprichwort… Und was dem Emig sein Leid, ist dem ‚Mit-Mach‘ Web 2.0-er seine Freud‘. Die Reaktionen auf die Verurteilung von Jürgen Emig wird allerseits genutzt zur kompetenten Meinungsabgabe.

Der Freude über die bestrafte Gier lassen die modernen ‚Medien- und Meinungsmacher‘ freien Lauf. Der koenigskeksblog erkennt hämisch, dass man auf der Gefängniskleidung ’noch Werbeflächen mieten‘ könne. Und im Forum Digitalfernsehen wird gemutmaßt, wie Emig mit geschickter Bestechlichkeit die Haft gar nicht erst antreten muss, schließlich seinen ‚Ärzte auch bestechlich‘.

Schnell werden Dritte mit in die Kritik einbezogen. In der FAZ kommentiert ein F. Schiller philosophisch: „Immerhin: Gefängnisinsassen sind von der GEZ-Gebühr befreit.“ Heiner5362 tritt anonym (Kürzel = Geburtsdatum?) auf stern.de nach selbiger Behörde: „GEZ sollte sich einmal mehr um die korrupten programmmacher kümmern anstatt dem tv-konsumierenden bürger nachzusteigen. wer kontrolliert da eigentlich den geldfluss? ein sumpf ohne boden tut sich auf und wir werden dafür aufs übelste teils mit stasi-methoden abgezockt“.

Der koenigskeksblog erkennt hämisch, dass man auf der Gefängniskleidung ’noch Werbeflächen mieten‘ könne. Und im Forum Digitalfernsehen wird gemutmaßt, wie Emig mit geschickter Bestechlichkeit die Haft gar nicht erst antreten muss, schließlich seinen ‚Ärzte auch bestechlich‘.

Es gibt kritische Stimmen in der ngz-online, die ‚Justitia mit Füssen getreten sehen‘: „Was sind EUR 285.000 im Verhältnis zu den Milliarden, um die der Staat und seine Bevölkerung jährlich von den Vorständen und Aufsichtsräten der deutschen Wirtschaft betrogen wird. Diese Kriminellen werden für ihre Verbrechen auch noch hofiert!“

Und bei stern.de wird der ‚arme‘ Emig als geheucheltes Bauernopfer kommentiert: „Je höher das Vergehen umso geringer die Strafe. Wenn man dann sogar richtig, richtig große Scheiße baut, bekommt man sogar den Friedensnobelpreis. Siehe Henry Kissinger (Vietnam mit angezettelt und mit der CIA geholfen den Folterer Pinochet an die Macht zu bringen). Was unseren guten Helmut Schmidt natürlich nicht hindert mit seinem guten Freund Henry ab und zu ne Tass Kaff in seinem Haus in Hamburg zu trinken.“

Wer hätte gedacht, dass ein Emig Prozess so weit in die Vergangenheit reicht und die Generation der modernen Meinungsmacher so mitfühlen lässt. Interessant wird dabei, wie wichtig Hr. Emig wohl ist, wenn soviel über ihn geschrieben wird. Oder nicht…?

Spot On!

Ach ja… Die Recherche über Herrn Emigs Vergangenheit hat einen Journalisten sogar zu Ruhm und Ehre geführt. Laut Jens Weinreich erhielt Frank Thonicke dafür den „Wächterpreis der Tagespresse“. Ja, Freud und Leid liegen nah beieinander… und manchmal ist man dank ‚Mit-Mach-Web‘ schneller in der Diskussion als einem lieb ist. Da freut man sich doch, dass man keine eigene Meinung mehr abgeben muss – und leidet ein wenig mit der Portokasse des Jürgen Emig – die vielleicht noch ein wenig strapaziert wird, damit er sich nicht hinter Gitter über die schönen Kommentare der modernen Meinungsmacher freuen muss.

Wie 'baut' man sich eine Webstrategie und einen Business Case mit Web 2.0

Die Masse und Komplexität von Web 2.0 Features macht es immer schwieriger, einen Überblick zu behalten. Unter dem Motto ‚Learning 2.0: Building A Strategy & Business Case‘ hat die amerikanische Beratungs- und Softwarefirma mZinga die Unterschiede der Welten 1.0 und 2.0 in einem Webinar zusammengefasst.

Wie werden Webseiten betrieben in der Web 2.0 Welt? Wie kommunizieren die Menschen im Web im Vergleich zu früher? Wie gehen Menschen auf die Unternehmenswebseiten inzwischen zu? Welche Techniken sind für eine Webstrategie erfolgversprechend? Undundund…

Die begleitende Präsentation macht das 60 minütige Webinar in englischer Sprache sehr kurzweilig… Mit dem Webinar findet man wirklich die Berechtigung für den gesuchten Business Case, Web 2.0 Features einzusetzen.

Das Alter ist für die ‚werberelevante‘ Zielgruppe unerheblich

Eine Studie des Marktforschers Dieter K. Müller belegt jetzt, dass die alt hergebrachte ‚werberelevante‘ Zielgruppe der 14-49-jährigen als überholt gilt.

Der Forschungsdirektor der ARD Werbung Sales&Services spricht damit etwas aus, womit schon lange zahlreiche Kenner der Branche gerechnet haben. Dennoch hieße das nicht, dass man jetzt die 50 plus Gesellschaft in den Fokus nehmen soll, bloß weil die die stärksten und kaufkräftigsten Konsumenten abbilden.

Das zunehmende Alter der Menschheit siegt über die alte Definition der Werbewirtschaft. In meinen Augen sollte sich die avisierte Zielgruppe am Leserinteresse, Leserverhalten, dem Berufsstand oder an finanziellen Investment Vorlieben festmachen.

Ist es prinzipiell nicht so: Man kann 50-70 Jahre alt sein und immernoch Spass am Shoppen haben. Zumindest bekommt man den Eindruck, wenn man offenen Auges durch die Stadt geht. Das war übrigens 1990 schon so…

Die Studie ist kostenlos hier abrufbar.

Internethype reloaded…?

In der Personalbranche, im Immobiliensektor, im Investmentbereich… Bekommt man nicht langsam einen Flashback an die Jahre 1999-2001, wenn man viel mit seinem Netzwerk kommuniziert?

An eine Zeit als es keine verfügbaren qualifizierten (oder sie wollten ein unrealistisches Gehalt) Mitarbeiter gab; Büroraum knapp wurde und deshalb ein Skyscraper nach dem anderen in Großstadthimmel wuchs. Als für (teilweise lediglich kopierte) Businessmodelle ein immenses Kapital verbrannt wurde, was sich für Kapitalgeber -VCs und Business Angel- nicht wirklich monetarisiert hat.

Derzeit wird wieder kräftig investiert: vor allem in Personal und in Businessmodelle. Hat die Welt gelernt aus dem Webdesaster vor ein paar Jahren? Ein Netzwerkbericht aus einer knappen Woche…

Donnerstag
Ein Personalberater ruft mich und … Nein Nein!… bietet mir keinen Job an, sondern frägt mich, ob ich nicht für seine offenen Stellen jemanden kennen würde. Mein Netzwerk wäre doch ziemlich ansehnlich, hieß es. Er bezahle auch eine Provision bei Vermittlung. Der Markt sei wir leer gefegt an Sales- und Marketingpersonen. Er wisse nicht mehr so richtig weiter…
2000 bekam ich ähnliche Anrufe und war damals gerade 4 Jahre in der Branche. Déjà vu…!

Freitag
Bekannter aus der Immobilienbranche sucht ein Office für 300 Quadratmeter. So kleine Räumlichkeiten sind schwer zu vermitteln, denn es werden eher große Objekte auf dem Markt nachgefragt. OK, insofern hat sich hier was getan. Damals bekam man unter 600 Quadratmeter gar nichts mehr in Großstädten…

Samstag
,Entfernter‘ Freund versucht, mich für eine Businessidee als Geldgeber zu bekommen. Die Idee gibt es bereits mehrfach im Web. Ich desillusioniere ihn. Kopierte Businessmodelle gibt es zahlreiche, die meisten werden nichts – dankend lehne ich also ab. Er hat mir erlaubt im Blog darauf einzugehen. Guter Mann!

Sonntag

Ich widme mich meiner Familie, denn das habe ich 2000-2001 an Wochenenden zu wenig machen können.

Montag

Diskussion mit einem Finanzberater, der Web Fonds anbietet. In den Fonds sind einige der alten Internet Start-Ups. Beide stellen wir uns die Frage, wann die neuen Start-Ups ihren IPO haben und/oder wo eigentlich die neuen Web 2.0 Start-Ups an der Börse stehen. Die Nachforschungen bringen ernüchternde VC Ausbeuten zum Vorschein: Im Q2 ging keine VC Firma in USA an die Börse! Lernfähige Finanzbranche…? Möge jemand anders darüber urteilen.

Ja, die Woche ist noch nicht herum und die Anzeichen sind bekannt…

Spot On!
Wäre ich im Filmbusiness, wüßte ich nicht, wie ich zwischen zwei Titeln entscheiden sollte… ,Internethype reloaded‘ oder ,apocalypse in a brave new world?‘. Die Googleversion der Zukunft sehe ich dabei eher nicht – mehr eine kritische Phase, die sich so alle 7 Jahre wiederholt (laut Uniprofessoren!) – aber diesmal hoffentlich ,softer‘ ausgeht als um die Jahrtausendwende.

Und Rückzugsmöglichkeiten, wenn das Web mal wieder am Ende zu sein scheint, gibt es ja schon… z.B. eine in der Schweiz und eine in Deutschland.

Eigentlich will man solche Seiten aber gar nicht in Erwägung ziehen…!

Ist unser Business zu vernetzt?

Eine Studie von IDC im Auftrag von Nortel zeigt jetzt auf, wie vernetzt die Manager von heute sind. So sind weltweit 16% der Angestellten ‚hyperconnected‘. Mit Hilfe von mindestens sieben Geräten greifen sie auf rund neun Kommunikationsanwendungen zurück, um jederzeit erreichbar zu sein.

IDC kommt zu dem Schluss, dass schon in fünf Jahren 40% der Business User derart umfassend vernetzt sein werden. Dabei kommt der Druck nicht unbedingt von den Firmen sondern den Mitarbeitern selbst, die die Bereitstellung dieser Arbeitsmittel erwarten.

Schon heute geben 36% an, so vernetzt zu sein, dass sie mit vier Geräten auf auf sechs Anwendungen zurückgreifen: am beliebtesten sind E-Mail, SMS, Instant Messaging, Webkonferenzen und Soziale Netzwerke.

Ostasien und USA sind dabei die Spitzenreiter der ,Hoch-Vernetzen‘ – Kanada und die Vereinigten Arabischen Emirate stehen da eher am Ende. Europa bildet das Mittelfeld, wobei SMS und Instant Messaging die bevorzugten Anwendungen sind.

Die Studie wurde unter 2400 Angestellten in 17 Ländern durchgeführt und ist hier abrufbar.

Spot On!
Vor 10 Jahren sagte mein Manager mal… Vor 3 Jahren kam ich aus dem Urlaub und habe den Briefkasten geleert. Heute verliert man mit Mail, Fax und Email fast den Überblick. Inzwischen sind es noch mehr fast zehn Anwendungen, die bedient werden wollen. Vor allem wenn man bedenkt, dass jeder Mensch inzwischen ungefähr 3 E-Mail Postfächer pflegt. Bleibt abzuwarten, wo wir mit Twitter, Xing und Co. in 5 Jahren stehen.

VisionAwards 2008 – Preisträger stehen fest

Mit den VisionAwards werden seit drei Jahren Unternehmen und Unternehmer ausgezeichnet, die mit einer New-Business-Idee in den Medien verstärkt auf sich aufmerksam machen. Diese Geschäftsmodelle sollen international anerkannt sein und von Online- und/oder mobilen Medien kommen.

Die Jury der VisionAwards 2008 hat fünf Medienplattformen ausgezeichnet. Die Gewinner sind…

15TALENTS: Ein Online-Marktplatz, der Projekte von Unternehmen mit den Kenntnissen und Fähigkeiten von Studenten vernetzt.

amiando: Ein umfassendes Online-Tool für das Teilnehmermanagement bei Entertainment- und Business-Events sowie privaten Veranstaltungen.

brands4friends: Deutschlands größter Online-Shopping-Club bietet Markenprodukte in Verkaufsaktionen seinen 500.000 Mitgliedern zu stark reduzierten Preisen an.

Tauschzone: Eine Tauschplattform für Waren und Dienstleistungen im privaten Umfeld, die ohne direkten Tausch und ohne Zahlungsverkehr auskommt.

telewebber: Ein neues Startup, das klassisches Fernsehen und Internet verbindet, in dem die Mitglieder der Community gemeinsam fernsehen und dabei kommunizieren.