Studie: Digitalisierung 4.0 noch nicht wirklich auf dem Plan bei Chefs

Credits © ra2 studio - Fotolia.com


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Digitale Transformation, das Internet der Dinge und Industrie 4.0 in aller Munde ist, so sind die Chefs der Unternehmen noch nicht wirklich im Thema. Vor allem der Mittelstand hinkt der Entwicklung der Vernetzung von Unternehmen, Mitarbeitern und Produkten hinterher, wie eine Studie der InterSearch Executive Consultants belegt, die 400 Top-Entscheider aus Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern befragt hat.

Gemäß der
Studie sind zwar 81% des deutschen Mittelstandes mit einer Verifizierung und Anpassung ihrer Geschäftsmodelle beschäftigt. Dennoch sind vorwiegend gerade mal die grundlegenden Kerngeschäftsprozesse vollständig digitalisiert. Immerhin investieren 72% der Unternehmen in neue IT-Plattformen, um sich für die Zukunft der Digitalisierung zu wappnen.

Die am besten ausgerüsteten Branchen sind IT- und Telekommunikationswirtschaft, die eine Strategie zur Digitalisierung 4.0 mit 89% implementiert haben. Der Maschinen- und Anlagenbau schafft es auf 80%, die Gesundheitsbranche nur noch auf 65%. Auch im Handel bemängeln die Berater das mangelnde IT-Verständnis der Chefs sowie die oberflächliche Sichtweise der Digitalisierung.

“Der Mittelstand muss sich bei der digitalen Transformation nicht hinter den Konzernen verstecken. Allerdings haben einige Branchen wie die Gesundheitswirtschaft großen Aufholbedarf, und grundsätzlich sollten die Firmen die Verantwortung für das Thema in der Chefetage verorten.”
Thomas Bockholdt, Geschäftsführender Gesellschafter, InterSearch Executive Consultants

Erst kürzlich hatten wir über ähnliche Erkenntnisse einer
Studie von Accenture berichtet. Auch dort kam heraus, dass gerade mal 41% der Unternehmen eine übergreifende Digitalstrategie hat und 48% warten mit kleinen Einzelprojekten beim Thema auf. Interessanterweise haben dennoch nach eigener Ansicht 60% eine digitale Agenda. Dennoch hängt das Thema in der IT-Leitung fest. Die Unternehmenschefs sind selten in die Prozesse eingebunden.

Die grundsätzlichen Veränderungen im Zuge der Digitalisierung 4.0 wird sich gravierend auf die Arbeitswelt auswirken. So sagen die beiden Wissenschaftler
Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne für die USA voraus, dass rund jeder zweite Job in 20 Jahren dem Internet der Dinge zum Opfer fallen wird. Zunehmende Effizienz und steigende Transparenz der Arbeitswelt wird die Arbeitswelt grundlegend verändern. So sollen 702 unterschiedliche Berufe nach einer Wahrscheinlichkeitsrechnung aussterben, vor allem Brücken- und Schleusenwärter werden mit 98%-iger Sicherheit ihren Job verlieren.

Im Gesundheitswesen werden Zahltechniker auf der Strecke bleiben, wenn sie sich nicht eine Zusatzqualifikation erarbeiten. Zahnärzte hingegen sind laut der amerikanischen Wissenschaftler sicher vor der Digitalisierung 4.0. Irgendwie wundert das auch nicht, denn der Mensch wird sich nicht automatisiert in einen Stuhl setzen lassen und einer bohrenden Maschine vertrauen, die sagt: “Bitte bleiben Sie jetzt ruhig sitzen und bewegen Sie sich die nächsten 20 Minuten nicht mehr!”

Dieser Post entstand in Zusammenarbeit mit dem
HP Business Value Exchange Blog.

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