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Allianz24 scheitert mit Onlinestrategie

treppe-autoDie Ziele der Allianz waren ambitioniert. Im Billig-Segment der KFZ-Policen wollte man dem Marktführer im Online-Bereich HUK-Ableger HUK24 Marktanteile abringen und sich als zweiter großer Anbieter positionieren. Schließlich ist die Allianz (noch) Marktführer im KFZ-Policen-Markt. Doch die Onlinestrategie scheiterte…

Sie scheiterte nicht wegen eines schlechten Produktes, oder eines nicht funktionierenden Services. Sie scheiterte vorwiegend weil man die Onlinestrategie von der Unternehmensstrategie entkoppelte und somit nicht die Offlinewelt in die Gedankengänge eines Strategiewechsels im Vertrieb mit einbezog. Das Ende vom Lied: Das Onlineportal Allianz24 wird Mitte September endgültig eingestellt.

Der Schritt gegen den Mitbewerb auch online anzutreten, war notwendig geworden. Denn neben Lebens- und Krankenpolicen mit 20 Milliarden Euro Jahresprämie ist das KFZ-Policen Business das Kerngeschäft des Versicherungsriesen. Nur brachen in den letzten Jahren die Anteile aufgrund des starken Onlinemitbewerbs weg. Zur Sicherung der generellen Marktführerschaft im KFZ-Markt wollte man sich mit Allianz24 auch im Internet stark aufstellen – und scheiterte. Huk24 (rund 1 verkaufte Millionen Policen) zog dem Marktführer Allianz24 im Internetvergleich immer weiter davon (300.000 Policen).

Die Onlinestrategie erschien seit Jahren fragwürdig. Im Internet lockte man mit Billigangeboten und in der Offlinewelt versuchte man, das Image des Premiumanbieters über Vertreter weiterhin zu wahren. Daß die 10.000 Allianz-Vertreter über die Onlinestrategie nicht erbaut waren, ist verständlich und war mehr als vorhersehbar. Wie sollen diese ihre Umsatzziele für ihre Provisionen erreichen, wenn die Konkurrenz aus dem eigenen Haus kommt: mit Preisen von 20% bis 30% unter den regulären Angeboten?!

Spot On!
Die Allianz rudert also bei ihrer Onlinestrategie zurück. Was bei Allianz24 passiert, ist ein klassischer strategischer Unternehmensfehler. Er beruht auf starkem Mitbewerb sich verschiebender Märkte durch die moderne Onlinenutzung des Konsumenten. Schnell muß dann aus Unternehmenssicht reagiert werden, da man Jahre die Onlinemärkte vernachlässigt und Marktveränderungen verschlafen hat. Veränderungen sind aber auf ganzer Unternehmenslinie durchzuführen: Wer online einsteigt, kann offline nicht einfach die Preisstrategie auf den Kopf stellen und das Partnergeschäft aushebeln. Die Märkte müssen auch intern neu verteilt werden: fair und offen. Hierzu sind Gespräche zwischen allen Parteien notwendig und nicht vorschneller Aktionismus.

Fazit: Auch wenn die Marke Allianz nicht mehr am Onlinemarkt in dieser Form in Erscheinung treten wird, der Imageschaden für die Dachmarke Allianz ist beträchtlich. Ob der radikale Kurswechsel mit einem neuen Anbieter zum Ziel führt, bleibt abzuwarten.

Überflieger: Zur rechten Zeit am rechten Ort mit rechtem Glück

Nach Tipping Point und Blink erscheint es nun, als ob Malcolm Gladwell über sich selbst und seine Karriere schreibt: Überflieger. Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere weniger.

Wer dieses Buch eines der hundert einflussreichsten Meinungsmacher Amerikas bis zum Ende liest, bekommt diesen Eindruck der Selbstrechtfertigung des eigenen Erfolgs auch gewissermaßen bestätigt. Denn das letzte Kapitel wirkt wie eine Familienbiografie um den Mathematikprofessors sowie seine Familie.

Malcolm Gladwell macht mit diesem Buch jedem ehrgeizigen Manager 2.0 klar, daß zum Überflieger mehr gehört als nur Können, Ausdauer, Beharrlichkeit und Disziplin. Eine weitere Tatsache ist mindestens ebenso ausschlaggebend für die Geburt eines Überfliegers: Manchmal muß man einfach zur rechten Zeit am rechten Ort sein muß, sprich: das entsprechende Quentchen Glück und Zufall braucht man eben auch.

Der Autor, hier im Interview, bleibt auch in diesem Buch seinem bewährten Erzählstil treu. Wissenschaft und Statistik sind Beiwerk. Gladwell ist ein gewiefter Geschichtenschreiber, der Einzelschicksale in den Mittelpunkt des Interesses rückt. Nicht langweilige Rhetorik und Theorie der Zahlen, sondern biographische Exempel sind der Stoff eines unterhaltsamen Leseerlebnisses. Die Banalität des Glücks und des Zufalls übermäßig begünstigter Individuen wird so schnell zum Credo seiner Beweisführung.

Das einleuchtendste Beispiel erzählt die Geschichte des Überfliegers Bill Gates. Er wird als Sohn eines wohlhabenden Rechtsanwalts und einer Lehrerin in Seattle 1955 geboren. Mit 13 Jahren geht er auf eine außergewöhnlichen Privatschule – Lakeside School. Dort gibt es in diesen Jahren schon einen Computerclub, in dem der mathematisch talentierte Nerd einen 24/7-Zugang zur Computernutzung hat. Diesen lebt er Tag und Nacht für die Analyse von Rechensystemen und Programmiersprache aus.

Die zahlreichen Programierstunden sind gut investiert. Sein Engagement resultiert in selbst-entwickelten Programmen. Es entsteht „Traf-O-Data“, ein Programm zur Messung von Verkehrsströmen, womit er und sein Mitschüler Paul Allen 20.000 Dollar verdienen. Statt seine Harvardkarriere eines Jura-Studiums zu beenden, macht er sich an die Verbesserung des Kleincomputers „Altair 8800“. Das Ende vom Lied? Die Gründung des Unternehmens Microsoft (mit Paul Allen).

Keine lineare Karriere, keine klassische Startegie, kein planbares Manifest des Erfolges haben Bill Gates zu einem Überflieger gemacht. Und auch die anderen Beispiele folgen keiner systematischen Logik – weder die der kleinen fleißigen italienischen Bauern, des talentierten Eishockeynachwuchses oder eines der erfolgreichsten Anwälte oder Schneider seiner Zeit.

Es sind immer andere Faktoren, die den Begünstigten den Weg zum Überflieger ebnen. Mal ist es der Stichtag für eine spezielle Rekrutierung in der Sportwelt, mal das geographisch günstige Klima, mal auch nur der familiäre Ursprung und mal die grüne Welle, auf der man reitet.

Spot On!
Als die Welt am Sonntag das Buch als ‚Sommerlektüre für Kapitalisten‘ und mit den Worten ‚mit besserer Karrierestrategie durch die Wirtschaftskrise‘ ankündigte, mußte ich schmunzeln. Denn das Buch gibt ebenso wenig Tips für unsere heutige wirtschaftliche Zeit, wie daß man den Traum ‚Vom Tellerwäscher zum Millionär‘ mal schnell (er-)leben kann. Wer also erwartet, daß sich sein Leben radikal nach Lesen des Buches ändern lässt, der wird erkennen, daß zum Überflieger ein kluger Kopf, rationale Überlegenheit und rund 10.000 Übungsstunden nur die Basis für eine klares Taktikvorgehen ist. Eine langfristige Karrierestrategie läßt sich hieraus leider nicht ableiten. Denn die ist abhängig von der soziokultureller Prägung und historischen Gegebenheiten, die sich einzig und allein dem Zufall unterordnen müssen. Und dieser wird einem nun mal -zumindest nach der Gladwellschen Theorie- mit dem Geburtstermin in die Wiege gelegt…, oder eben nicht.

Studie: Langer Weg von Offline nach Online für Firmen

Eine aktuelle Marketing-Studie „Analyse vs. Aktion“, vom Marktforschungsinstitut Loudhouse Research im Auftrag von WebTrends, belegt den schwerfälligen Übergang von Offline zu Online. Auch wenn der Online-Kanal für Unternehmen zunehmend an Bedeutung als Absatz-, Marketing- und Kommunikationskanal gewinnt. Den Unternehmen fällt der Übergang weiterhin schwer.

Die Studie machte sich an der Frage fest: „Wie können die Produkte und Services online am besten vermarktet werden? Nur 41% aller befragten Unternehmen sind mit dem Übergang von Offline zu Online zufrieden. Dabei kristallisieren sich zwei Hauptaufgaben heraus: 53% der Manager sagen, daß ihnen die mit dem Online-Shift einhergehenden Veränderungen in den Geschäftsprozessen am meisten Kopfzerbrechen bereiten. 38% sehen die Aufgabe mit Online-Nachfrage und Anforderungen der Kunden Schritt zu halten als die zweitgrößte Herausforderung.

Die Online-Zielgruppe ist bekannt. Das Problem im Online-Bereich der Unternehmen ist das „Wie soll ich verkaufen?“ 31% sehen das Maximum aus ihren Online-Verkaufsstrategien nicht ausgeschöpft, weil sie die komplexen Bedürfnisse und Ansprüche ihres Online-Publikums bislang nicht verstehen können. 47% der Befragten schätzen ihre Internet-Strategie als risikoreicher ein als ihr traditionelles Marketing – und nur 25% sehen ein geringeres Risiko.

„Obwohl das Internet einen immer wichtigeren Stellenwert als Businessplattform einnimmt, stehen Unternehmen beim Übergang zu Online vor einigen Herausforderungen“, erklärt Karl-Heinz Maier, Director Central Europe bei WebTrends. „Aber hier zeigt sich, dass Wissen ein erfolgsentscheidender Faktor ist: Mit fundierten Webanalyseinformationen können Unternehmen ihre Online-Kampagnen optimieren und Erfolge eindeutig nachweisen. Deutsche Unternehmen haben das Potenzial des Online-Kanals weitestgehend erkannt, jetzt gilt es nur noch, dieses gezielt voll auszuschöpfen!“

Spot On!
Wenn Großbritannien mit 56% die Liste im Bereich „Mehr Risiko“ anführt, dann weil sich hier der größte Markt für Online-Werbung bietet und auch die höchste Prozentzahl an Breitbandverbindungen gegeben ist. In Ländern mit weniger Wissensstand ist die Angst vor einem Wagnis ‚Internet‘ höher (z.B. Schweden oder Italien). In Deutschland sehen 38% ein höheres Risiko und 34% ein geringeres Wagnis. Im europäischen Vergleich läuft man bei der Verbreitung und Durchdringung von Online Marketing noch hinterher.

Die Studie wurde mit 300 Interviews bei Online Marketing Managern in Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeiternin in den Regionen Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden und Australien durchgeführt.

Studie Usability: Kurze Startseiten bei Shops bevorzugt

Eine aktuelle Studie der Marktforscher von eResult beleuchtet das ‚Scrollverhalten auf Startseiten von Online-Shops‘. Hierzu wurden 600 deutsche Personen befragt über die Länge von Startseiten und wie weit User nach unten scrollen. Ergebnis: Kurze Startseiten werden definitiv bevorzugt.

40,4% der deutschsprachigen Webnutzer wollen gar nicht scrollen auf der Startseite. Mehr als 48% der Umfrageteilnehmer bevorzugen Startseiten, bei denen sie möglichst nicht scrollen müssen. Aber die Einschränkungen gehen noch weiter: Die Bereitschaft auf einer Startseite zu scrollen, besteht bei 42,8% dann, wenn dafür idealerweise nicht mehr als rund 1,5 Scrollraddrehungen getätigt werden müssen. Ist die Bildschirmauflösung 1024 x 768 Pixel dann entspricht dies etwa 1500 Pixel (ca. 2 Bildschirmseiten).

Geschlechtsspezifische Unterschiede
Frauen sind gundsätzlich eher bereit zu scrollen als Männer. Sie lassen sich anscheinend schneller oder stärker dazu verleiten weiter bzw. länger zu scrollen.

Altersspezifische Unterschiede
Die scrollbereiten Zielgruppen der unter 20jährigen und der über 60jährigen stechen klar heraus. Die Zielgruppe der 40-49jährigen ist eher ’scroll-renitent‘.

Sonstige Einflusskriterien
Die Scrollakzeptanz der Webnutzer nimmt deutlich zu, wenn ziellos geshoppt wird. Diese ‚Shopper‘ scrollen länger und die Scrollbereitschaft steigt von unter 10% auf über 20%. Sind interessante Produkte auf der Startseite angeordnet, so steigt ebenfalls die Bereitschaft bei 20% der Befragten.

Dennoch… Die Stimmung, die Bildschirmauflösung sowie die Intensität der Internetnutzung hat keinen signifikanten Einfluss auf die Scrolltoleranz.

Spot On!
Die Studie beweist, Online-Shops sollten ihre Startseiten im Sinne Staying Time und der Umsatzsteigerung kurz halten (max. 2 Bildschirmseiten). Sie sollten sich genaustens überlegen, welche geschlechts- und alterspezifische Unterschiede in Frage kommen können und diese im Sinne der Usability einfach halten.

Altes Thema, aktueller Fall: Eine Frage für Mediaexperten

Wer in der Mediabranche arbeitet, kennt das alte Thema, welches manchmal zum Problem für Plattformbetreiber oder Werbenetzwerke wird. Erscheint ein Banner eines Werbekunden in einem kritisierenden oder mitbewerberlastigen Kontext, so ist der Werbekunde oft -gelinde gesagt- nicht begeistert. Es droht der Werbekunde gern mit Stop der Kampagne oder gänzlicher Aufhebung der Werbeaktivitäten auf der Plattform.

Ob das aktuelle Beispiel des Streits zwischen Google und C&A jetzt noch schlimmere Folgen für den Betreiber des Werbenetzwerkes „AdSense“ hat, oder nicht, wollen wir hier gar nicht diskutieren. Sondern auf ein weiteres, ähnliches Beispiel von T-Mobile hinweisen, welches wir vor kurzem beleuchteten. Gleiches Thema, weiterer Fall – aber kein Disput zwischen den Parteien… und auch hier kam das Banner über Google AdSense.

Spot On!
Nun wollen wir die Frage generell mal in den Raum werfen: Wie stehen Mediaexperten zu diesem Thema? Darf Werbung neben ‚unpassendem‘ Inhalt für den Werbekunden erscheinen oder nicht?

Was sind die Top 'Social Brands'?

Was waren die ’socialen‘ Brands 2008? Mit dieser Frage hat sich vitrue beschäftigt und die Methodik ihres Vorgehens sowie die Liste der ’sozialen‘ 100 Top Brands veröffentlicht.

In Sachen Branding ist die Vormachtstellung von Apple eindeutig und zeigt den Marke entspricht Obama Effekt. Mit insgesamt drei Nennungen unter den Top Ten (iphone, Apple & ipod) stellt Apple auch im Social Web unter Beweis, daß man von dieser Firma so einiges lernen kann. Auch The Walt Disney Company zeigt große Erfolge mit vier Nennungen unter den Top 100: Disney 4., ABC 21., Disneyland 46. und Walt Disney World 67.

Top Ten of The Vitrue 100
Top Social Brands of 2008

1. iPhone
2. CNN
3. Apple
4. Disney
5. Xbox
6. Starbucks
7. iPod
8. MTV
9. Sony
10. Dell

Spot On!
Die Studienergebnisse zeigen, wie wichtig das Zusammenspiel aus Kommunikation und Design für erfolgreiche Brands ist. Dennoch erscheint einem die Umfrage nach dem ‚Most Social Brand‘ etwas ungenau. Geht es um die Online Reputation durch die begeisterten Brandfanatiker (Apple, iPhone, iPod), die sich gern über die von ihnen bevorzugten Produkte äußern? Dann stehen generell Branding-Massnahmen im Vordergrund der Umfrage und ihre dadurch ausgelöste Effizienz. Diese kann in Social Media ihren Benefit für das Brand generieren, ohne daß die Firma sich dort engagiert. Oder geht es eher um die Brands, die in Social Media ‚exorbitanten‘ Einsatz bei der Kundenkommunikation über Social Media zeigen? Dann wären an dieser Stelle wohl Dell, Starbucks oder andere Firmen zu nennen. Die Frage ist nicht wirklich klar beantwortet…

PS: ESPN schafft es nicht in diese Liste trotz großer Reichweite bei starkem Brand. Im Social Web ist deren Einsatz nicht so groß. Eine Erklärung vielleicht für die zweite Antwortoption…

Gewinner stehen fest!

Zum Relaunch von The Strategy Weg gab es ein kleines Gewinnspiel. Unter den 355 Teilnehmern haben wir die Gewinner inzwischen ausgelost…

* Das Designer-Handy KF510 der Firma LG Electronics hat gewonnen: Wolfgang Heinrich aus Sindelfingen.

Vielen Dank an Herrn Heinrich, der nach seinem Gewinn eine schöne Referenz über The Strategy Web mitlieferte:

„Als regelmäßiger Leser von The Strategy Web freue ich mich natürlich sehr über den Gewinn. Wer sich mit Internettrends, Social Media & Webstrategien beschäftigt kommt an The Strategy Web nicht vorbei Martin Meyer-Gossner liefert in seinem Blog regelmäßig einen umfassenden Überblick über aktuelle Internet-Entwicklungen und bietet gleichzeitig Lösungsansätze für die Internet-Wirtschaft.“

* Je ein Buch ‚Karrierefalle Internet‘ von Klaus Eck aus dem Carl Hanser Verlag geht an: Thorsten Fricke aus Bad Gandersheim und Anette E. aus Quickborn

Den Gewinner viel Spaß mit den Preisen!

Von listigen Zeitdieben und dem fabelhaften Lehrer

Eins vorweg… Warum kauft man sich das Hörbuch Die Bärenstrategie von Prof. Dr. Lothar Seiwert – und nicht das Buch? Ganz einfach: In der Ruhe liegt die Kraft. Was als Maxime der Bären definiert wird, muß auch entsprechend aufgenommen werden… im Auto.

Denn nur dort ist die moderne Oase der rasenden Ruhe, die entspannende und rückbesinnende Höhle des Bären für den Vater, den Manager und den Freund in der modernen digitalen Realität. Die Stimme von Ilja Richter ist dabei perfkt gewählt – sie beruhigt, beschwichtigt und berät.

Wer sich in diesem Buch, nein… Hörbuch, nicht mindestens einmal in welcher fabelhaften Rolle eines der gewählten Waldtiere auch immer -in der ehrgeizigen Biene, der pflichtbewussten Eule, dem hektische Hase und dem gemütlichen Hirsch- wiederfindet, der hat es geschafft. Was? Die Zeitdiebe in ihre Grenzen zu weisen und aus dem eigenen Leben zu verbannen.

Aber wie kann man das schaffen in Zeiten, wo man für Social Media allein schon prinzipiell mindestens drei Monitore gleichzeitig im Blickfeld haben muss? „Verschwende Deine Zeit nicht mit Zeitdieben“ ist sicherlich einer der Vorwürfe, dem sich Social Media immer wieder gegenüber sieht. Dem kann man nur entgegenhalten, daß in der durchdachten Organisation, richtiger Zeiteinteilung und weitgehendster Automatisierung der persönlichen Aktivitäten Social Media zu einem unheimlichen Gewinn für das eigene Leben und Wissen werden kann.

In 10 bärigen Tipps bringt uns (und die entnervten Waldtiere) Bruno Bär zurück auf den Boden der Offlinewelt. Prof. Dr. Seiwert wählt diese Tipps nicht mit dem erhobenen Zeigefinger sondern mehr mit der Erfahrung eines Zeit- und Lebensmanagers, der uns keine Weisheiten auftischt, sondern die Simplizität des Alltags vor Augen führt. Keine strategische Philosophie sondern kinderfreundliche Logik, die selbst die Kleinen zum Lachen bringt – auch wenn ihnen die Tragweite der Fabel nicht klar sein wird. Die Jugend, welche das Management der Zukunft werden will, sollte sich das Hörbuch zu Gemüte führen, um mit Gelassenheit und Voraussicht die Aufgaben als Businessentscheider fokussieren zu können.

Spot On!
Es gibt ein kinderfreunliches Vermächtnis in der Strategie-Wissenschaft: Die Bärenstrategie. Ob jung, ob alt, ob gebildet oder nicht – Ilja Richter intoniert humor- und wundervoll die Charaktere des Waldes – die Schüler des Lebens. Wer Zeit hat, ist glücklich und erlebt kurzweilig die schnellebigen moderne Onlinewelt.

Studie: Internationale Web-Trends

Eine aktuelle Studie von Download Chip.eu mit dem Titel „Internationale Web-Trends“ bietet wertvolle Informationen über die Nutzungsgewohnheiten und Entwicklungspotenziale im Internet in verschiedenen Ländern West- und Osteuropas. Die Umfrage gibt Gründern und Dienstleistern gute Hinweise darauf, für welche Services und Internet-Innovationen die Internetuser offen sind.

Als die innovationsfreudigen Nutzer werden „Young Urban Digitals“ bezeichnet. Diese „sind extrem weit vorne in der Nutzung von mobilem Internet, Film- und Musik-Downloads und Communities. Hier formiert sich die künftige Elite der interaktiven Mediennutzung,“ erklärt Mathias Plica, Geschäftsführer der Chip Xonio Online GmbH. Diese Nutzergruppe finde sich sowohl in West- als auch in Osteuropa.

Laut der Studie bestehe in Osteuropa auch das größte Internet-Wachstumspotenzial. Vor allem in der Türkei, in Russland und Rumänien finde sich großes Interesse am Web. In Russland und der Türkei sagen mehr als 50% der befragten Nutzer, dass sie ihre Internet-Nutzung in den nächsten zwei Jahren intensivieren wollen (in Deutschland 41% der Teilnehmer).

Für Online-Shopping zeigen sich die stärksten Märkte in Deutschland, Polen und Tschechien – das größte Potenzial liegt hier allerdings in Russland und der Türkei. Diese beiden Länder als auch das Vereinigte Königreich erwarten die höchsten Zuwächse im Bereich Film- und Musikdownloads.

Das Thema Social-Web-Angebote wird von den Befragten verhaltener betrachtet. Die türkischen und englischsprachigen Young Urban Digitals wollen hier bei Communitys und Kontakt-Netzwerken künftig dennoch beim Nutzungsverhalten zulegen.

Die Webtrends – Langzeitnutzer, Mobile Nutzer, Newcomer und Antreiber (ein Auszug)

Polen – die Mobilen
Unter den polnischen Internetuser findet sich ein hoher Anteil an Langzeitinternetnutzern, die auch für Innovationen aufgeschlossen sind. Die Polen sind im Web angekommen, zeigen eine pragmatische Nutzung mit starker Affinität zum Mobilfunk, aber geringem Hang zum social Web.

Rumänien – die Entertainment-Freunde
In Rumänien finden sich echte Mobile Data Freunde mit einem hohen Anteil mobiler Internetnutzung. Film- und Musik-Downloads sind gefragt und lassen auf viele Entertainment-Freunde bei den Rumänen schließen. In diese Richtung gehen auch die Zukunftserwartungen, mehr Entertainment und mobiles Internet werden angestrebt. Ecommerce ist noch schwach entwickelt

Türkei – die Aufgeschlossenen
Die Türken hoch mobil, an Internet per Handy stark interessiert, Entertainment-Freunde und auch dem Ecommerce zugewandt. Die Zukunftserwartungen zur Nutzung sind sehr progressiv und auch wenn vor allem Städter in der Türkei aktiv sind, ist hier mit hohen Wachstumsraten zu rechnen, sowohl beim mobilen Internet als auch bei Film- und Musikdiensten im Web.

UK – Young Urban Digital Generation
Eine sehr junge, an der Spitze der Innovation stehende Gruppe mit hoher Nutzung bei Film- und Musik-Downloads, starken Aktivitäten im Social Web und hoher Mobilität schon heute. Hier scheint sich eine Gruppe zu entwickeln, die urban ist und die volle Klaviatur der Entertainment-Dienste im Web sowie der mobilen Internetangebote beherrscht und aktiv nutzen will.

Spot On!
Die Studie befragte 4.095 Nutzer zwischen Juli und Oktober 2008 aus neun ausgewählten Ländern: Ungarn, Polen, Tschechien, Italien, Rumänien, Türkei, Russland, das Vereinigte Königreich und Deutschland.

Männer machen mobiles Web möglich

Mittels einer Onsitebefragung hat Vermarkter IP Deutschland die Nutzerstruktur des mobilen Portals von RTL gecheckt und liefert jetzt das Ergebnis der Befragung von 480 Nutzern.

Die Nutzerschaft wird ‚dominiert‘ von Männern (73%), Durchschnittsalter 34 Jahre und das vorwiegende Interesse sind Nachrichten, Wetter, Fußball und Entertainment.

Interessant ist die Frequenz der Zugriffe: Bereits 54% kommen täglich auf die Seite und sogar 29% mehrmals pro Woche. Zugang bieten bei mehr als zwei Drittel der Befragten (71%) die webfähigen schnellen UMTS-Handys.

„Es ist immer noch so, dass Männer die technikaffinere Bevölkerungsgruppe sind. Das zeigt sich auch mit unserer aktuellen Untersuchung. Und dennoch bin ich sicher, dass auch die Frauen schon bald das mobile Internet für sich entdecken werden.“ meint Frank Herold, Leiter Interactive Solutions bei IP Deutschland

Spot On
Die Ergebnisse sind vor allem unter dem Aspekt interessant, daß es sich um keines der derzeit aktuellen Trendservices wie Communities, Social Media oder Micro-Blogging handelt. Zudem wurde das mobile Angebot von RTL erst im vergangenen Jahr gestartet und kommt nach Angaben von IP monatlich auf 2,8 Millionen Page Impressions. Es ist halt doch ein Vorteil den TV-Kanal als Promotiontool für die konvergente Zugriffoption auf RTL-Inhalte nutzen zu können.

Nach einer Befragung von TNS Infratest surfen in Deutschland aktuell rund 16 Prozent der Handybesitzer im mobilen Internet.