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Studie Usability: Kurze Startseiten bei Shops bevorzugt

Eine aktuelle Studie der Marktforscher von eResult beleuchtet das ‚Scrollverhalten auf Startseiten von Online-Shops‘. Hierzu wurden 600 deutsche Personen befragt über die Länge von Startseiten und wie weit User nach unten scrollen. Ergebnis: Kurze Startseiten werden definitiv bevorzugt.

40,4% der deutschsprachigen Webnutzer wollen gar nicht scrollen auf der Startseite. Mehr als 48% der Umfrageteilnehmer bevorzugen Startseiten, bei denen sie möglichst nicht scrollen müssen. Aber die Einschränkungen gehen noch weiter: Die Bereitschaft auf einer Startseite zu scrollen, besteht bei 42,8% dann, wenn dafür idealerweise nicht mehr als rund 1,5 Scrollraddrehungen getätigt werden müssen. Ist die Bildschirmauflösung 1024 x 768 Pixel dann entspricht dies etwa 1500 Pixel (ca. 2 Bildschirmseiten).

Geschlechtsspezifische Unterschiede
Frauen sind gundsätzlich eher bereit zu scrollen als Männer. Sie lassen sich anscheinend schneller oder stärker dazu verleiten weiter bzw. länger zu scrollen.

Altersspezifische Unterschiede
Die scrollbereiten Zielgruppen der unter 20jährigen und der über 60jährigen stechen klar heraus. Die Zielgruppe der 40-49jährigen ist eher ’scroll-renitent‘.

Sonstige Einflusskriterien
Die Scrollakzeptanz der Webnutzer nimmt deutlich zu, wenn ziellos geshoppt wird. Diese ‚Shopper‘ scrollen länger und die Scrollbereitschaft steigt von unter 10% auf über 20%. Sind interessante Produkte auf der Startseite angeordnet, so steigt ebenfalls die Bereitschaft bei 20% der Befragten.

Dennoch… Die Stimmung, die Bildschirmauflösung sowie die Intensität der Internetnutzung hat keinen signifikanten Einfluss auf die Scrolltoleranz.

Spot On!
Die Studie beweist, Online-Shops sollten ihre Startseiten im Sinne Staying Time und der Umsatzsteigerung kurz halten (max. 2 Bildschirmseiten). Sie sollten sich genaustens überlegen, welche geschlechts- und alterspezifische Unterschiede in Frage kommen können und diese im Sinne der Usability einfach halten.

Altes Thema, aktueller Fall: Eine Frage für Mediaexperten

Wer in der Mediabranche arbeitet, kennt das alte Thema, welches manchmal zum Problem für Plattformbetreiber oder Werbenetzwerke wird. Erscheint ein Banner eines Werbekunden in einem kritisierenden oder mitbewerberlastigen Kontext, so ist der Werbekunde oft -gelinde gesagt- nicht begeistert. Es droht der Werbekunde gern mit Stop der Kampagne oder gänzlicher Aufhebung der Werbeaktivitäten auf der Plattform.

Ob das aktuelle Beispiel des Streits zwischen Google und C&A jetzt noch schlimmere Folgen für den Betreiber des Werbenetzwerkes „AdSense“ hat, oder nicht, wollen wir hier gar nicht diskutieren. Sondern auf ein weiteres, ähnliches Beispiel von T-Mobile hinweisen, welches wir vor kurzem beleuchteten. Gleiches Thema, weiterer Fall – aber kein Disput zwischen den Parteien… und auch hier kam das Banner über Google AdSense.

Spot On!
Nun wollen wir die Frage generell mal in den Raum werfen: Wie stehen Mediaexperten zu diesem Thema? Darf Werbung neben ‚unpassendem‘ Inhalt für den Werbekunden erscheinen oder nicht?

Was sind die Top 'Social Brands'?

Was waren die ’socialen‘ Brands 2008? Mit dieser Frage hat sich vitrue beschäftigt und die Methodik ihres Vorgehens sowie die Liste der ’sozialen‘ 100 Top Brands veröffentlicht.

In Sachen Branding ist die Vormachtstellung von Apple eindeutig und zeigt den Marke entspricht Obama Effekt. Mit insgesamt drei Nennungen unter den Top Ten (iphone, Apple & ipod) stellt Apple auch im Social Web unter Beweis, daß man von dieser Firma so einiges lernen kann. Auch The Walt Disney Company zeigt große Erfolge mit vier Nennungen unter den Top 100: Disney 4., ABC 21., Disneyland 46. und Walt Disney World 67.

Top Ten of The Vitrue 100
Top Social Brands of 2008

1. iPhone
2. CNN
3. Apple
4. Disney
5. Xbox
6. Starbucks
7. iPod
8. MTV
9. Sony
10. Dell

Spot On!
Die Studienergebnisse zeigen, wie wichtig das Zusammenspiel aus Kommunikation und Design für erfolgreiche Brands ist. Dennoch erscheint einem die Umfrage nach dem ‚Most Social Brand‘ etwas ungenau. Geht es um die Online Reputation durch die begeisterten Brandfanatiker (Apple, iPhone, iPod), die sich gern über die von ihnen bevorzugten Produkte äußern? Dann stehen generell Branding-Massnahmen im Vordergrund der Umfrage und ihre dadurch ausgelöste Effizienz. Diese kann in Social Media ihren Benefit für das Brand generieren, ohne daß die Firma sich dort engagiert. Oder geht es eher um die Brands, die in Social Media ‚exorbitanten‘ Einsatz bei der Kundenkommunikation über Social Media zeigen? Dann wären an dieser Stelle wohl Dell, Starbucks oder andere Firmen zu nennen. Die Frage ist nicht wirklich klar beantwortet…

PS: ESPN schafft es nicht in diese Liste trotz großer Reichweite bei starkem Brand. Im Social Web ist deren Einsatz nicht so groß. Eine Erklärung vielleicht für die zweite Antwortoption…

Von listigen Zeitdieben und dem fabelhaften Lehrer

Eins vorweg… Warum kauft man sich das Hörbuch Die Bärenstrategie von Prof. Dr. Lothar Seiwert – und nicht das Buch? Ganz einfach: In der Ruhe liegt die Kraft. Was als Maxime der Bären definiert wird, muß auch entsprechend aufgenommen werden… im Auto.

Denn nur dort ist die moderne Oase der rasenden Ruhe, die entspannende und rückbesinnende Höhle des Bären für den Vater, den Manager und den Freund in der modernen digitalen Realität. Die Stimme von Ilja Richter ist dabei perfkt gewählt – sie beruhigt, beschwichtigt und berät.

Wer sich in diesem Buch, nein… Hörbuch, nicht mindestens einmal in welcher fabelhaften Rolle eines der gewählten Waldtiere auch immer -in der ehrgeizigen Biene, der pflichtbewussten Eule, dem hektische Hase und dem gemütlichen Hirsch- wiederfindet, der hat es geschafft. Was? Die Zeitdiebe in ihre Grenzen zu weisen und aus dem eigenen Leben zu verbannen.

Aber wie kann man das schaffen in Zeiten, wo man für Social Media allein schon prinzipiell mindestens drei Monitore gleichzeitig im Blickfeld haben muss? „Verschwende Deine Zeit nicht mit Zeitdieben“ ist sicherlich einer der Vorwürfe, dem sich Social Media immer wieder gegenüber sieht. Dem kann man nur entgegenhalten, daß in der durchdachten Organisation, richtiger Zeiteinteilung und weitgehendster Automatisierung der persönlichen Aktivitäten Social Media zu einem unheimlichen Gewinn für das eigene Leben und Wissen werden kann.

In 10 bärigen Tipps bringt uns (und die entnervten Waldtiere) Bruno Bär zurück auf den Boden der Offlinewelt. Prof. Dr. Seiwert wählt diese Tipps nicht mit dem erhobenen Zeigefinger sondern mehr mit der Erfahrung eines Zeit- und Lebensmanagers, der uns keine Weisheiten auftischt, sondern die Simplizität des Alltags vor Augen führt. Keine strategische Philosophie sondern kinderfreundliche Logik, die selbst die Kleinen zum Lachen bringt – auch wenn ihnen die Tragweite der Fabel nicht klar sein wird. Die Jugend, welche das Management der Zukunft werden will, sollte sich das Hörbuch zu Gemüte führen, um mit Gelassenheit und Voraussicht die Aufgaben als Businessentscheider fokussieren zu können.

Spot On!
Es gibt ein kinderfreunliches Vermächtnis in der Strategie-Wissenschaft: Die Bärenstrategie. Ob jung, ob alt, ob gebildet oder nicht – Ilja Richter intoniert humor- und wundervoll die Charaktere des Waldes – die Schüler des Lebens. Wer Zeit hat, ist glücklich und erlebt kurzweilig die schnellebigen moderne Onlinewelt.

Studie: Internationale Web-Trends

Eine aktuelle Studie von Download Chip.eu mit dem Titel „Internationale Web-Trends“ bietet wertvolle Informationen über die Nutzungsgewohnheiten und Entwicklungspotenziale im Internet in verschiedenen Ländern West- und Osteuropas. Die Umfrage gibt Gründern und Dienstleistern gute Hinweise darauf, für welche Services und Internet-Innovationen die Internetuser offen sind.

Als die innovationsfreudigen Nutzer werden „Young Urban Digitals“ bezeichnet. Diese „sind extrem weit vorne in der Nutzung von mobilem Internet, Film- und Musik-Downloads und Communities. Hier formiert sich die künftige Elite der interaktiven Mediennutzung,“ erklärt Mathias Plica, Geschäftsführer der Chip Xonio Online GmbH. Diese Nutzergruppe finde sich sowohl in West- als auch in Osteuropa.

Laut der Studie bestehe in Osteuropa auch das größte Internet-Wachstumspotenzial. Vor allem in der Türkei, in Russland und Rumänien finde sich großes Interesse am Web. In Russland und der Türkei sagen mehr als 50% der befragten Nutzer, dass sie ihre Internet-Nutzung in den nächsten zwei Jahren intensivieren wollen (in Deutschland 41% der Teilnehmer).

Für Online-Shopping zeigen sich die stärksten Märkte in Deutschland, Polen und Tschechien – das größte Potenzial liegt hier allerdings in Russland und der Türkei. Diese beiden Länder als auch das Vereinigte Königreich erwarten die höchsten Zuwächse im Bereich Film- und Musikdownloads.

Das Thema Social-Web-Angebote wird von den Befragten verhaltener betrachtet. Die türkischen und englischsprachigen Young Urban Digitals wollen hier bei Communitys und Kontakt-Netzwerken künftig dennoch beim Nutzungsverhalten zulegen.

Die Webtrends – Langzeitnutzer, Mobile Nutzer, Newcomer und Antreiber (ein Auszug)

Polen – die Mobilen
Unter den polnischen Internetuser findet sich ein hoher Anteil an Langzeitinternetnutzern, die auch für Innovationen aufgeschlossen sind. Die Polen sind im Web angekommen, zeigen eine pragmatische Nutzung mit starker Affinität zum Mobilfunk, aber geringem Hang zum social Web.

Rumänien – die Entertainment-Freunde
In Rumänien finden sich echte Mobile Data Freunde mit einem hohen Anteil mobiler Internetnutzung. Film- und Musik-Downloads sind gefragt und lassen auf viele Entertainment-Freunde bei den Rumänen schließen. In diese Richtung gehen auch die Zukunftserwartungen, mehr Entertainment und mobiles Internet werden angestrebt. Ecommerce ist noch schwach entwickelt

Türkei – die Aufgeschlossenen
Die Türken hoch mobil, an Internet per Handy stark interessiert, Entertainment-Freunde und auch dem Ecommerce zugewandt. Die Zukunftserwartungen zur Nutzung sind sehr progressiv und auch wenn vor allem Städter in der Türkei aktiv sind, ist hier mit hohen Wachstumsraten zu rechnen, sowohl beim mobilen Internet als auch bei Film- und Musikdiensten im Web.

UK – Young Urban Digital Generation
Eine sehr junge, an der Spitze der Innovation stehende Gruppe mit hoher Nutzung bei Film- und Musik-Downloads, starken Aktivitäten im Social Web und hoher Mobilität schon heute. Hier scheint sich eine Gruppe zu entwickeln, die urban ist und die volle Klaviatur der Entertainment-Dienste im Web sowie der mobilen Internetangebote beherrscht und aktiv nutzen will.

Spot On!
Die Studie befragte 4.095 Nutzer zwischen Juli und Oktober 2008 aus neun ausgewählten Ländern: Ungarn, Polen, Tschechien, Italien, Rumänien, Türkei, Russland, das Vereinigte Königreich und Deutschland.

Männer machen mobiles Web möglich

Mittels einer Onsitebefragung hat Vermarkter IP Deutschland die Nutzerstruktur des mobilen Portals von RTL gecheckt und liefert jetzt das Ergebnis der Befragung von 480 Nutzern.

Die Nutzerschaft wird ‚dominiert‘ von Männern (73%), Durchschnittsalter 34 Jahre und das vorwiegende Interesse sind Nachrichten, Wetter, Fußball und Entertainment.

Interessant ist die Frequenz der Zugriffe: Bereits 54% kommen täglich auf die Seite und sogar 29% mehrmals pro Woche. Zugang bieten bei mehr als zwei Drittel der Befragten (71%) die webfähigen schnellen UMTS-Handys.

„Es ist immer noch so, dass Männer die technikaffinere Bevölkerungsgruppe sind. Das zeigt sich auch mit unserer aktuellen Untersuchung. Und dennoch bin ich sicher, dass auch die Frauen schon bald das mobile Internet für sich entdecken werden.“ meint Frank Herold, Leiter Interactive Solutions bei IP Deutschland

Spot On
Die Ergebnisse sind vor allem unter dem Aspekt interessant, daß es sich um keines der derzeit aktuellen Trendservices wie Communities, Social Media oder Micro-Blogging handelt. Zudem wurde das mobile Angebot von RTL erst im vergangenen Jahr gestartet und kommt nach Angaben von IP monatlich auf 2,8 Millionen Page Impressions. Es ist halt doch ein Vorteil den TV-Kanal als Promotiontool für die konvergente Zugriffoption auf RTL-Inhalte nutzen zu können.

Nach einer Befragung von TNS Infratest surfen in Deutschland aktuell rund 16 Prozent der Handybesitzer im mobilen Internet.

IKEA renoviert Obamas Oval Office

Amerika zelebriert den Umbruch ‚Change is coming‘ und erwartet gespannt den Einzug des neuen Präsidenten ins Oval Office. IKEA greift das Thema auf und macht hieraus eine aktuelle Kampagne: Embrace Change 09 Auf einer Microsite zählt eine Uhr den Countdown runter und zwei Security-Guards wuchten schon mal unter Mühen das einzige Sofa durch den zu engen Türstock.

IKEA Fans können dann ihr eigenes Oval Office designen. Das Klick-Tool ist intuitiv bedienbar als ‚drop-and-drag’… und man bekommt einen $1,500 Besucher Gutschein für die Einrichtung zur Verfügung gestellt beim Login. Wer mitmachen will, gibt seine Emailadresse an und wird rechtzeitig benachrichtigt, wenn ‚Amerikas große Hoffnung‘ Barack Obama einzieht.

Die integrierte Kampagne beinhaltet zudem das Sponsoring von Offline Plakatwänden an Bus- und Zug-Stationen mit dem Slogan ‚Embrace the Change‘. In Washington soll es sogar eine von IKEA-initiierte Autokollonne am 15. und 16.01. geben. IKEA lässt den Schriftzug „furniture fit for a president“ auf den Autodächern sehen – als Symbol für den Einzug der Obama Familie ins weiße Haus.

Spot On!
Eine herrliche Media-Idee unter dem Motto: Wohnt Obama noch oder lebt er schon? Wenn sein Einzug ins Oval Office so schnell vonstatten geht, wie der in der Social Media Welt Fuss zu fassen, dann bleibt für Amerika Hoffnung auf einen ‚Change‘.

PS: Und wer mit einem T-Shirt seine Sympathie für den Obama-Wechsel ausdrückt, kann sich hier gleich mal eins bestellen.

Social Networks: Studie zu Erfolgskriterien

Warum sind User in Communities aktiv? Was sind die Themen, die dort besprochen werden? Welche Features nutzen sie? Viele Fragen auf die die breit angelegte Studie der Kölner Unternehmensberatung Brain Injection in Zusammenarbeit mit der Cologne Business School viele Antworten liefert. 150 Marketingstudenten analysierten drei Monate lang die Rahmendaten von 600 Social Networks und Online-Gruppen sowie 60.000 Profilangaben von Community-Mitgliedern. Die ganze Studie kann über den Downloadbereich bezogen werden.

Das Ergebnis der Studie zeigt, daß der Frohsinn am meisten Erfolg verspricht: ‚Flirt und Liebe‘ sowie ‚Party‘ stehen ganz oben bei den Top-Themen der Communities, noch vor Musik und Sport. Als bevorzugte Features gelten das Hochladen von Bildern und Verschicken von Nachrichten.

“Die Mitglieder wollen sich selbst darstellen und sich mit Gleichgesinnten austauschen”, fasst Prof. Dr. Klemens Skibicki, Marktforscher und Leiter der Studie, zusammen. Dies gelte gleichermaßen für alle untersuchten Branchen und Nationen.

Nachfolgend die Auflistung der einzelnen Abfragen und Erkenntnisse der Umfrage in Listenform sowie am Ende der Wissenstand zum Thema Monetarisierung von Social Networks.

Erfolgskriterien für Communities
Klarer Zielgruppenfokus
Anschauen von Fotos
Sehr große Zielgruppe
Möglichkeit, sehr viele Bilder hochzuladen
Starke Bindung der Mitglieder untereinander
Interessantes Thema
Flirtmöglichkeit
First Mover
Leichte Benutzerführung
Elitär
Große Anzahl an Mitgliedern
Zielgruppe hat hohe Internet-Affinität

Die beliebtesten Features in Communities
Bild-Upload (85,9%)
Internes Nachrichtensystem (75,8%)
Freundesliste (70,2%)
Forum (59,3%)
Profilbesucher (53,3%)
Pinnwand (48,4%)
anonymes Browsen (45,6%)
Blog (43,9%)
Chat (40,6%)
Gruppensystem (36,3%)
Prestige-System (32%)
Video-Upload (31,7%)
Poke (14,8%)
Widget (11,1%)
Voting (9,2%)
Einzigartiges Features (4,2%)

Die beliebtesten Themen in Communities
Flirt und Liebe (57,9%)
Party (55%)
Musik (48%)
Sport (47,7%)
Film und Foto (45,4%)
Urlaub und Reisen (41,3%)
Kunst und Kultur (40,7%)
Beruf (36,3%)
Bildung (35,2%)
Computer und Software (29,8%)
Essen und Trinken (28,4%)
Business (27,1%)
Autor und Motor (27%)
Familie und Kinder (24,3%)
Gesundheit (21,2%)
Tiere (20,9%)
Wissenschaft (16,5%)
Religion (14,7%)
Haus und Garten (13,5%)
Sonstiges (12,4%)

Motiv der Community-Nutzung
Selbstdarstellung (66,5%)
Gemeinsame Aktivitäten (63,3%)
Neugier (51%)
Partnersuche (49,3%)
Informationssuche (49%)
Soziale Anerkennung (45,8%)
Gruppendruck/ jeder ist dort (18,8%)

Spot On!
Wollen Werbetreibende endlich verstehen, warum sie in Communities aktiv werden sollten, dann haben sie jetzt zumindest mal Ansätze zu Hintergründen erhalten. Aber auch die Communitybetreiber haben neues Futter für die effizientere Monetarisierung bekommen. Dennoch darf die Studie nicht überbewertet werden, ist sie doch die erste in diesem Format. Dennoch kann man dem Trend wohl vertrauen. Sicherlich eine der wichtigsten Erfahrungen bringt die Studie in der Erkenntnis, daß die User sehr wohl bereit sind für Premium-Mitgliedschaften zu zahlen.

Erlöskomponente
Werbung vorhanden (57,6%)
Bannerwerbung (48%)
Integration von Shops (26,3%)
Premium-Mitgliedsbeitrag (15%)
Virtuelle Währung (12,4%)
Basis-Mitgliedsbeitrag (3,9%)

Ein Social Networks erfolgreich aufzubauen und zu vermarkten, braucht seine Zeit und viele Learnings. Und wenn man die richtungsweisenden Erkenntnisse über User, Features und Themen endlich gezogen hat, kommt meist ein neuer Technologietrend, der die Learnings dann wieder auf den Kopf stellt.

Prognose 2009: Online Werbeausgaben

Wenn sich die Analysten von eMarketer zu einer Online Werbeprognose hinreißen lassen, kann man sich die ruhig mal ansehen. Allerdings wollen wir das in der Kurzform machen, denn es handelt sich um US Marktzahlen. Dennoch lässt sich der Trend sehr wohl auf den europäischen Raum projezieren – letztendlich kommt er vielleicht nur ein paar Monate später.

Wagen wir also mal eine Gewinner- und Verlierer Prognose…

Gewinner 2009

Video Ad Spend
Entgegen des Abwärtstrends bei Online Werbeausgaben wird sich Online Video Werbung äußerst positiv entwickeln – plus 45% in 2009. eMarketer sieht hierfür zwei Gründe: a) professioneller Video Content entsteht durch den zunehmenden Einstieg der TV Networks, die den Brand Marketiers eine solide Basis für ihre Ausgaben offerieren. b) Die Budgets – wenn auch gewaltig limitiert- müssen effizient ein großes Online Massenpublikum erreichen: Video ist die zuversichtlichste Option.

Suchmaschinen-Marketing
Angenommenes Wachstum: 14,9% – auch hier zwei Begründungen: Aufgrund der hohen Messbarkeit hat Suchmaschinenmarketing beste Chancen der Wirtschaftskrise zu trotzen – auch wenn es nicht rezession-resistent ist. Wer Suchmaschinenmarketing macht, setzt auf kein ‚gewagtes Pferd‘. Auch der Prosument wird die Suche in Krisenzeiten als bewährtes Mittel für gute Deals einsetzen – ein klares Pro gegenüber altbewährten Werbeformen online wie offline.

Social Networking: E-Commerce Umsatzbringer
Aufgrund der ‚Selbstbedienungs-Werbe-Mentalität‘ von Facebook und MySpace haben Kunden wie Unternehmen die Chance, ihre Dienstleistungen und Services mittels E-Commerce Lösungen der Social Networks kostengünstig und einfach anzubieten. Wenn Marketinggelder geringer werden, wird sich so manches Unternehmen die Rentabilitätsfrage hinsichtlich Social Media stellen – schließen oder migrieren zu großen Social Networks?! Nur so lässt sich die avisierte große Masse erreichen. Auch die neuen Vermarketungsstrategien der Social Networks wie Facebook und MySpace werden Unternehmen hier zum Umdenken zwingen. Und wenn Twitter übernommen wird, stellt sich nur die Frage, welche E-Commerce Targeting Vermarktung der neue Inhaber einsetzen wird.

Verlierer 2009

Retail E-Commerce
Online Retail Umsätze wachsen nur um 4% in 2009. Der Sättigungsgrad an Onlinekäufen hat sich langfristig eingestellt – und die Wirtschaftskrise wird diesen Trend noch verstärken. Nur von den langjährigen Onlinekäufern lassen sich hier noch Zuwächse erwarten.

Klassische Medien
Zeitungswerbung wird am meisten leiden aufgrund von Rezession, Budget-Cuts und Konsolidierung. Für die klassischen Medien bleiben nur zwei Optionen: Frequenz eindampfen oder zu einer webbasierten Strategie greifen. Die beste Ausführung, was mit den klassischen Medien in Deutschland geschieht, schreibt hierzu Christoph Salzig.

Spot On!
Wie bei allen Prognosen ist aber auch Vorsicht geboten: Setzen alle Marketiers auf die gleichen Trends, kann man als Trendsetter gelten oder, wer zu spät beginnt, untergehen… Da kommt der Ansatz des multikulturellen Marketings wie eine Erlösung als neue Idee, die zunehmend zum Trend wird in Amerika. Immer mehr ‚internetfremde‘ Kulturen entdecken das Web – ob mobil (auch per Handy) oder nicht. Wer sich hier eine neue treue Zielgruppe erarbeitet, hat die Zukunft im Blick. Mit gezielten sprachlichen und kulturellen Botschaften kann man hier abseits der ‚klassischen‘ Onlinewerbung Aufmerksamkeit verschaffen.

Deutsche Top-Banken zu Social Media und Web 2.0

Im Ausland nimmt Web 2.0 bei Banken langsam Fahrt auf. Die österreichische CapitalBank bloggt, die englische First Direct hat sogar eine eigene Community ins Leben gerufen und auch eine kleinere deutsche Bank, die GLS Bank twittert und bloggt. Die Credit Suisse fährt weiterhin die klassische Linie und bleibt dem Trend der Web-Offenheit fern.

Wie sieht es nun mit den großen deutschen Banken hinsichtlich der Frage nach Web 2.0 und Social Media aus? Eine kurze Umfrage an vier der Topplayer gibt Aufschluss. Das Ergebnis liefert mehr Informationen als man erwartet hätte.

Deutsche Bank
Die Deutsche Bank gilt als Vorreiter im Onlinebanking sowie beim Aufbau von transaktionsorientierten Portalen für Unternehmen und institutionelle Kunden. 2007 hat man eine Studie ‚Starten statt Warten – Auswirkungen des Web 2.0 auf Finanzdienstleister‘ durchgeführt und die Initiative ergriffen. Das Medium Internet wurde aber auch schon vorher Teil der Geschäftsstrategie, dem Verantwortungsbereich Corporate Communications die Verantwortung für die Webstrategie übertragen.

Im Web aktiv ist man extern mit anlassbezogenen Chats und Blogs. So biete man Investor Chats für Aktionäre begleitend zur Veröffentlichung von Ergebnissen und blogge auch bei Großveranstaltungen, die die Deutsche Bank unterstützt z.B. Blog zu den Deutsche Bank Golf Championship, erklärt Klaus Thoma von der Deutsche Bank Communications Germany. Auch in Second Life habe die Deutsche Bank eine ‚Online-Niederlassung‘, da man die Entwicklung der deutschen Teilnahme (220.000 Personen) an Second Live durchaus als wachsend erkenne, wie die Erklärung auf der Webseite durchblicken lässt – allerdings zeitlich befristet.

Dennoch wird die Angst vor Kontrollverlust gesehen. Nicht alle Mitarbeiter sind hinsichtich Social Media mit gleichen Rechten ausgestattet. So ist hier, wie auch bei der Credit Suisse die Communication Policy strikt geregelt. Laut Klaus Thoma, Pressesprecher der Deutschen Bank, darf..:

„…in entsprechenden bankinternen Medien gerne gebloggt werden. Nur von der Bank autorisierte Mitarbeiter dürfen öffentlich als Mitarbeiter der Deutschen Bank Meinungen abgeben. Entsprechendes gilt auch für Blogs. Generell gilt: Da das Verhalten einer Mitarbeiters immer auch auf den Deutsche Bank Konzern reflektiert, ist es dabei eine besondere Anforderung, innerhalb und außerhalb der Bank Verhalten zu vermeiden, das für die Bank bei Kunden, anderen Mitarbeitern und/oder in der Öffentlichkeit unvorteilhafte Auswirkungen hat.“

Konzernintern zeigt man sich hingegen fortschrittlich und nutzt ein dbWiki. Zudem produziert man e-calls, die Videobotschaften von Führungskräften beinhalten.

Fazit
Ist die Deutsche Bank ist im Web 2.0 angekommen? Prinzipiell ja, die Deutsche Bank ist fortschrittlich, der Ansatz wirkt fundiert und die Vorgehensweise strukturiert. Aber man ist vorsichtig und läßt dann im Golf-Blog doch lieber keine Kommentare zu.

Dresdner Bank

Das Bild gestaltet sich hier etwas nüchtern, wobei man ein Zitat stellvertretend für die gesamten Webaktivitäten der Dresdner Bank gelten lassen kann: „Sie (die Corporate Website) hat die Rolle, Neukunden und Nutzer entsprechend der individuellen Bedürfnisse rasch an die für ihn relevante Website weiterzuleiten. (…) Eine Änderung dieses Rollenverständnisses als strategischer Ansatz ist derzeit nicht vorgesehen“, sagt Renate Christ von Group Communications der Dresdner Bank.

Das Thema Web 2.0 und Social Media beobachte man eng und beteilige sich an kleineren Pilot-Projekten, die man allerdings nicht benennen wolle. Ob man hier groß aktiv wird, ist dennoch sehr fraglich, denn die Anforderungen der Kunde stehen im Mittelpunkt und der Kunde wolle eher ‚klassische Service-Funktion und Abschlussfunktion sowie Informationsangebote‘, so Christ. Eine Community, ein Blog oder ein Wiki können diese Kundenwünsche erweitert zufriedenstellen, könnte man dem entgegen stellen.

Fazit
Sind die Kundenanforderungen nun Wunsch des Unternehmens oder braucht eine Bank wirklich keine Social Media Aktivitäten? Oder ist die Kundschaft der Dresdner Bank nicht wirklich die jugendliche Zielgruppe und eher die ‚Unternehmer-Gemeinde‘? Viele Fragen bleiben leider offen…

HVB – UniCredit Group
Der direkte Kontakt in der Offlinewelt, sprich Bankfiliale, seht bei der HVB im Fokus. Das Kommunikationsmedium Internet ist hier noch eine geschlossene Veranstaltung von der Bank und für den Kunden, denn die Ressourcen und das Wissen über Social Media fehlen. Dass der nicht-virtuelle Kommunikationsweg noch zweitrangig ist, erklärt Armin Herla, Leiter Customer Satisfaction Management, aus seiner persönliche Sicht in plausibelen Worten…

„Hier unterscheiden wir uns sicher sowohl von Direktbanken aber auch z.B. von Konsumgüterherstellern, die ja kaum direkten Kontakt zu ihren Kunden haben. Schon jeder hat mal mit einem Mitarbeiter seiner Bank gesprochen, wohl die wenigsten aber mit einem Mitarbeiter der Firma, die seinen mp3-Player, seine Lebensmittel oder auch die Urlaubsreise „produziert“ haben. Wir haben dagegen ca. 6.000 eigene Mitarbeiter in über 600 Filialen, da findet jeden Tag eine Menge an Dialog statt.“

Das Motto lautet: Hompeage First, Social Media Aktivitäten werden kommen – wenn die Zeit dafür ist. Auch wenn das Internet einen hohen Stellenwert bei der HVB hat, steckt Social Media noch ‚in den Kinderschuhen‘. Der Wille ist da, der Respekt ist gross, Wissen berenzt. Erst kürzlich wurden mit einer aufwändigen Studie verschiedene „Nutzertypen“ identifiziert, damit die Multichannel-Strategie nicht ins Wanken gerät, wenn man mal mit Social Media loslegt. Zudem fordert eine veränderte Internetstrategie Ressourcen, die natürlich bei der klaren Offline-Orientierung gute Argumente benötigen.

Was bisher ‚passives‘ Social Media Monitoring war, soll nächstes Jahr in akiver (offener) Teilnahme an Diskussionen sowie in einem Corporate- oder Mitarbeiterblog münden. Vielleicht… Denn man wolle erstmal die Erfahrungen befreundeter Unternehmen erkunden, so Herla. Die HVB geht ehrlich mit sich um: Die meisten Manager in Unternehmen seien eher „digital immigrants“ denn „digital natives“.

Fazit
Angesichts der Ausgangssituation eines durchschnittlichen Wissen ist die HVB offensichtlich in einer Transitionsphase. Ob diese Konzeptionsphase in offenen Web-Aktionismus umgesetzt wird, bleibt zumindest für die nahe Zukunft abzuwarten.

WestLB
Und es gibt natürlich auch Banken, die sich gar nicht äußern, oder äußern wollen? Die WestLB geht auf Tauchstation. Das Statement der WestLB ist knapp und gibt Status sowie die Zukunft zu diesem Thema vor: „Leider planen wir in nächster Zeit nicht den Einsatz von Blogs und Social Media. Aus Zeit- und Pflegegründen werden wir nicht an ihrer Webstrategie Initiative teilnehmen können“, schreibt David Hawkins, Leiter Webkommunikation der WestLB.

Fazit
Nimmt man nun an der Social Media Diskussion generell nicht teil, oder nur an dieser Stelle? Zumindest scheint eines bei der WestLB klar zu sein: Web 2.0 und Social Media kosten Zeit und Ressourcen. Manche Banken konzentrieren sich eben voll auf den Dienst am Kunden, was sicherlich nicht das Schlechteste ist.

Spot On!
Die großen deutschen Banken befinden sich noch in der Findungsphase hinsichtlich Web 2.0 und Social Media – auch wenn konzertiertes Monitoring und die ersten Testläufe an lebenden Objekten durchgeführt werden. Der Respekt vor der Web-Offenheit ist vermutlich schon aus dem täglichen Börsengeschäft ein Muss. Es geht eben ums liebe Geld und da hört die Liebe zum Kunden bekanntlich dann auch ganz schnell auf. Vielleicht auch zwei grundsätzliche Gedanken hierzu: 1. Warum sollte man überhaupt mit Banken in Verbindung treten, wenn nicht wegen Transaktions- oder Investementgeschäften? 2. Würde man als Bankkunde den Banken noch mehr indirekte Ansätze geben, diese darauf hinzuweisen, dass man vielleicht Intersse an einem Kredit, einem Fond oder einer Immobilie hätte? Oder gäbe es noch andere Gründe, auf Blogs, Communities oder Twitter-Accounts bei Banken aktiv zu werden?