Beiträge

Die Typen der Business Netzwerke – Gladwell’s ‚Tipping Point‘ reloaded

Jeden Tag suchen die modernen Businessmenschen nach der entscheidenden Veränderung in der eigenen Arbeitswelt mittels ihrer rastlosen Aktivitäten in Business Netzwerken. Sie suchen nach dem kleinen ‚Etwas‘, das für das Geschäft eine große Wirkung haben sollen. Vor ein paar Tagen kam bei uns die Diskussion auf, ob man eine grundsätzliche Typisierung der User von Business Netzwerken vornehmen kann. Es wurde viel nachgedacht, überlegt und visioniert – und am Ende kam eine interessante Lösung raus…

Das Ergebniss fundierte im Buch ‚The Tipping Point‘, in dem Malcolm Gladwell die Rolle der entscheidenden Personen an Veränderungsprozessen unter dem Aspekt ‚The Law of the Few‘ beleuchtet. Er identifiziert dabei drei Typen, die bei Veränderungsprozessen unentbehrlich sind: Vermittler (Connectors), Kenner (Mavens) und Verkäufer (Salesmen).

Schaut man sich die Aktivitäten der Web 2.0 Gesellschaft in ihrem täglichen Wirken an, so sind zahlreiche Parallelen unverkennbar. Zum Beispiel, dass wir unsere Persönlichkeit nach genau diesen drei ‚Gewinnertypen‘ mit unseren Profilen ausrichten und, dass wir gleichzeitig versuchen, alle drei Typen in uns zu vereinen?

Ein Versuch die drei Typen aus Sicht der Aktivitäten in Business-Netzwerken wiederzufinden…

Vermittler (Connectors)
Prinzipiell erfüllen wir ‚Business-Netzwerker‘ alle diesen ersten Typus. Denn: Wer sich in einem Business Netzwerk registriert, bringt sich mit Mitbewerbern, Marktkennern, Partnern und Kunden zusammen und ist ja schon per se ein Connector, ein verbindender Mensch mit Verbindungen oder nicht? Fragwürdig… Denn nur, wer auch die Rolle des Vermittlers lebt, Menschen business-technisch erfolgreich zusammenbringt und sich ohne die permanenten Provisionsgedanken im Hinterkopf engagiert, ist der wahre Vermittler im Gladwelschen Sinne.

Wie man den Erfahrung vieler Kollegen und Businesskontakten entnehmen kann, scheiden sich hier die Geister gewaltig. Die Orientierung der Anwesenheit in Business-Netzwerken geht klar in Richtung: Me and my profit come first! Selten bekommt man wirklich wertvolle Vermittlungsansätze von Dritten für das eigene Business – egal ob man gut verlinkt ist oder nicht. Und schon gar nicht aus Eigeninitiative der eigenen Netzwerk-Kontakte. Wer zwar deutlich und ausdrücklich etwas sucht, muss dennoch erstmal direkt sein Netzwerk umständlich anzapfen. Früher hat man nach einem guten Tipp an Weihnachten eine gute Flasche Wein erhalten – heute scheint diese Geste ders guten Businessknigge abhanden gekommen zu sein.
Nicht selten bekommt man das Gefühl, heute bei Anfragen nach Vermittlungsansätzen zeitlich unpassend und am falschen Ort zu erscheinen (trotz ‚Vorstellen‘ Button).

Ist unser schnelllebiger, mit Terminen vollgestopfter Arbeitsalltag ein Bremsklotz für ein effizientes Vermittler-Dasein in den Business Netzwerken? Auf jeden Fall ist es schwierig, sich wirklich organisiert als Vermittler aufzustellen. Denn je mehr Businesskontakte man hat, umso weniger Zeit bleibt für jeden einzelnen Kontakt, neues Netzwerk- oder Business-Potential zu vermitteln.

Fazit: Das Prinzip ‚Eine Hand wäscht die andere‘ wird inzwischen in Business-Netzwerken leider viel zu stark im monetären Sinne gelebt. Ein Problem des Ressourcenmangels in Unternehmen oder der Profitausrichtung der Firmen und ihrer Manager? Die Antwort bleibt offen…

Kenner (Mavens)
Speziell im Web 2.0 Business, in der wir alle Business-Netzwerke und Wikis mit unserem Wissen füllen und wichtige Erkenntnisse in Blogs festhalten, manifestieren sich verschiedenste Arten von Kennern. Früher nutzten solche Businesspersonen Offline Veranstaltungen, stellten sich als Redner zur Verfügung oder verfassten Beiträge in wissenschaftlichen Zeitungen. Inzwischen will jeder derjenige sein, der sich als Kenner positioniert – der zur ‚Quelle neuer
Informationen wird, auf die wir vertrauen‘. Ob in Gruppendiskussionen oder als dortiger Moderator – in Business Netzwerken kann jeder zum Kenner werden. Das Internet macht die gewünschte Reichweite möglich…

Auch hier zeigt sich eine gewisse Diskrepanz zwischen den wahren ‚Kennern‘ und den -nennen wir sie mal- Reproduzenten. Zwei banale Vergleiche aus der Sportwelt – gerne! In der Fussballwelt gibt es die Option, sich einen Stern auf die Trikotbrust zu heften, wenn man erfolgreich die Champions League gewonnen hat. Beim Golf geht das Handicap je nach Erfolg rauf oder runter. Und Firmen können sich warm anziehen, wenn bei metacritic die Bewertungen der Produkte in den Keller gehen.

In Business-Netzwerken heftet sich jeder soviele Sterne ans Revers, wie nur eben möglich – unverifiziert von erfolgreichen bzw. angesehenen Businessmenschen. Da wird es schwer den Kenner, vom Reproduzenten zu unterscheiden. Ist ein Award oder Auszeichnung der Business-Netzwerke also für hervorragende Moderatoren, für qualifizierte Diskussionteilnehmer in Gruppen (z.B. durch die Gruppen-Moderatoren) oder für außergewöhnliche Blogger? Macht Sinn, wenn man ein qualifiziertes Komitee davorschalten würde. Zumindest würde es eine kleine Richtlinie zu mehr Transparenz bieten und zu mehr Übersichtlichkeit bei der heutigen individuellen Businesswelt dienen.

Fazit: Es fehlt an einer Orientierungshilfe, wer die überdurchschnittlichen ‚Kenner‘ der Märkte und Branchen sind. Xing, LinkedIn und alle ihre Mitbewerber könnten helfen, die Welt der erfolgreichen Businesstypen zu erhellen.

Verkäufer (Salesmen)
Überzeugend und charismatisch wollen wir allein schon mit unserem Profil in den Business-Netzwerken sein, weshalb sich jeder Manager auch entsprechend ein überzeugendes Profil ‚zurecht schustert‘. So manches Firmenbudget geht für hochprofessionelle Businessfotos oder Überstunden durch verstärkte Gruppen(-moderation) drauf. Dabei frägt man sich z.B. bei den Bildern, ob ein ehrliches, dem Typ passenderes Bild nicht überzeugender wäre. Auch wenn business-casual in manchen Branchen und Firmen nicht erlaubt ist.

Überzeugt sind wir dennoch von der Überzeugung, dass wir überzeugend im Business-Netzwerk auftreten: Wir überzeugen durch mannigfaltige Gruppenaktivitäten, durch zahlreiche Businesskontakte und durch reichhaltige Angaben bei Interessen, Berufserfahrung und Ausbildung. Dennoch sind wir dann noch lange nicht die Verkäufer, die mehr sagen als sie sagen und dadurch überzeugender sind als überzeugend (freie Interpretation der Gladwell Salesmen-These).

Ein ordentliches und engagiertes Profil macht noch keinen guten Verkäufer. Dazu ist manchmal ein besseres Bild notwendig und vor allem ein feineres Darstellungs-, Kommunikations- und Verhandlungsgespür (in Gruppen wie generell im Business Netzwerk). Und wenn im Alltag die ersten 10 Sekunden über Sales-Erfolg und – Misserfolg beim ersten Businesstreffen entscheiden, dann sind es bei der großen Auswahl in Business-Netzwerken vermutlich maximal fünf Sekunden. Was die Geschäftspartner im Salesprozess überzeugt, ist nicht die Universität, an der man studiert hat – ebenso wenig wie der Uniabschluss nach dem ersten erfolgreichen Job mehr zählt als die Aussage: Diplom vorhanden – ENDE. Nur davon kann man bei seiner eigenen Überzeugungskraft bei Einträgen in Business-Netzwerken aus Salesperspektive überzeugt sein.

Fazit: Die gewählte Darstellungsvariante des eigenen Profils und Auftretens in Business-Netzwerken muss dem Umfeld der eigenen Businesskontakte und -branche entsprechen. Wer den Wesenszug der Zustimmung austrahlt, erfäh
rt den Tipping Point des Verkäufers, der Erfolge sammelt.

Spot On!
Letztendlich sind es die Soft Skills der drei Typen, die als Kür den erfolgreichen Businessmenschen ausmachen. Die pure Anwesenheit in Business-Netzwerken ist das Pflichtprogramm. Entscheidend ist, wie ’sticky‘ und im Zusammenhang der Arbeitsthemen passend man in den Business-Netzwerken den Leuten erscheint, die dem eigenen Business zuträglich und gewinnbringend sind. Hier zeigt sich der wahre Matchmaking Typus.

Die Jäger-und-Sammler Leidenschaft der Business-Netzwerk Typen der Anfangsjahre ist -vermutlich aus Ressourcengründen- einem diversifizierten Business-Allrounder Typus gewichen. Die grundsätzlichen Fähigkeiten der ‚Veränderer‘ hat Gladwell in seinen drei Typen schon früh erkannt. Ob er jedoch wußte, dass die Managerwelt des heutigen Business erfordert, alle Typen in sich zu vereinen, sei mal dahingestellt…

Statusmeldungen auf Social- und Business Networks – Twitter sinnvoll im Businessleben?

Schaut man sich die Statusmeldungen auf Social- und Business Netzwerken an, so frägt man sich, inwieweit Twitter schon einen Mitbewerb hat. Auf Xing und Facebook fällt zunehmend der Einsatz und die Nutzung von Statusmeldungen durch die User auf. Während diese früher eher als Add-On bei Xing und Facebook funktionierten, so ‚zwitschern‘ einem die Kontakte aus den Netzwerken von Privatem, bis zum privaten Businessinteresse (Blogs, etc.) und zum reinen Business fast alles, was sie selbst interessiert und irgendwie von Belang sein könnte – warum und wofür auch immer.

Das erst kürzliche Facelift von Facebook hat der Statusmeldung sogar schon zu mehr Bedeutung in prominenter Position verholfen. Man wird auf Facebook inzwischen mehr als prominent aufgefordert, seine Statusmedlung upzudaten. Vom schönen Ornament bzw. Trafficlieferanten der Plattform hin zum ersten Aktionspunkt für den User.

Waren es bei Xing früher eher sporadische Änderungen, die einem im Netzwerk mit den Statusmeldungen angezeigt wurden, so ändern sich diese derzeit mehrmals täglich. Aber es sind nicht nur Datenänderungen über die Personen, die automatisch angezeigt werden, sondern vielmehr persönlichen Informationen und Hinweise zum Privaten und Business, die dort kundgetan werden. Es wird also ordentlich ‚geschnattert‘ auf den Social- und Business Netzwerken.

Mitbewerb für Twitter also? Die Frage stellt sich zurecht, ob man Twitter im Business unbedingt benötigt. Drei Thesen, die das bestätigen könnten…

These 1: Nutzen und Vereinfachung
Eine für sich stehende Internet-Applikation, die sich nur mit ‚Gezwitscher‘ beschäftigt und sonst keine großen weiteren Nutzen verfolgt als Kurzmeldungen zur Selbstdarstellung um das eigene Wissen, ist wenig sinnvoll – vor allem aus Sicht des Business. Ist das nicht ein wenig viel Zeit verschwendet und umständlich für ein kleines ‚Häppchen‘ mehr an Informationen und ein großes ‚Bißchen‘ viel an oft wertlosem Geposte? Bei Statusmeldungen in Social- und Business-Netzwerken bekommt man nur die Meldungen derer, die einen interessieren – kein weiteren LogIn, Password und/oder offenen Browser, welchen man beobachten muss, will oder soll.

These 2: Geschwätzigkeit und Profilierungsgeist
Klatsch und Tratsch wird nirgends so gefördert wie im Business. Für das Business ist Twitter nicht zuträglich, da das Business zwar sich schnell dreht, man aber mit RSS Feeds und den richtigen Business Kontakten auch so schon viel von den Entwicklungen des Marktes erfährt. Wer als erster bescheid weiß, fühlt sich groß und wichtig und kann sich profilieren – ist aber mit Statusmeldungen der Social- und Business Netzwerke ebenfalls möglich. Zudem sind die meisten Businessleuten sowieso nahezu permanent über den Businessalltag darin eingeloggt, oder schauen mindestens einmal dort rein. Ein Blick in die Statusmeldungen des Tages dort und man verpasst selten etwas wirklich Wichtiges für das Business. Und wer wirklich über das Business tratscht, macht das über Glassdoor.com

These 3: Informationsflut und Gefahrenfalle
Wir leben in einer Welt der neuzeitlichen Medienmacher und als solche müssen wir alle noch lernen, Wichtiges von Falschem oder Gerüchten gebührend zu differenzieren – das profitable Geschäft der Yellow-Press. Wer sich bei Twitter als Aktivist und Förderer der Web 2.0 Welt tummelt, kann auch schnell mal etwas aufgreifen, falsch interpretieren und als wichtige Nachricht um die Web 2.0-Welt gehen lassen. Greift man das auf und ‚publiziert‘ es selbst, weil man sich auf den Wahrheitsgehalt verlässt, kann man bei einer Falschmeldung schnell als ‚Quatschkopf’gelten. Bei einem Business-Netzwerk macht man so etwas in einer Statusmeldung vermutlich eher nicht – denn: Ist der Ruf mal ruiniert, sind andere auch schnell pikiert‘. Oder nicht?

Spot On!
Schaut man sich die Anzahl der Twitter-User an, so darf man bezweifeln, dass die für das ‚eigene‘ Business wichtigen Personen dem Twitter-Trend folgen – allein schon aus zeitlichen Gründen. Natürlich könnte es auch sein, dass Facebook verstärktes Interesse an Twitter hat und deshalb seine Statusmeldungen so positioniert. Wer weiß, was sich noch alles tut im Markt um die 2.0 ‚Yellow-Web-Press-Welt’…

LinkedIn kommt nach Deutschland

Nach dem Erfolg von Xing, und dem Start von Facebook, in Deutschland wurde es auch langsam Zeit: Das internationale Business-Netzwerk LinkedIn wil jetzt auch den deutschen Markt noch Ende des Jahres mit einer Landesversion bedienen. LinkedIn-Gründer Reid Hoffman lässt dies in der neuen Ausgabe von „Tomorrow“ verlauten. Das verspricht ein harter Kampf um zahlungswillige und hochkarätige Managerkontakte in Deutschland zu werden.

Man habe den Start in Deutschland zwar schon lange geplant, aber es sein immer neue Projekte dazwischen gekommen, so Reid. Hoffentlich hat man da die Prioritäten bei LinkedIn nicht falsch gesetzt. Denn in einen Markt einzusteigen, der von einem deutschen Netzwerk beherrscht wird, ist dann doch nicht so ganz einfach. Über Xing meint Hoffman: Das große Netzwerk von Xing in Deutschland sei „für Geschäftsbeziehungen sehr wertvoll“.

Die Xing Nutzer abzuwerben, dürfte ein Kraftakt werden. Eine Antwort zur Abwerbestrategie gibt es vom LinkedIn Gründer dazu nicht – nur eine Andeutung: „Wir bieten mehr Features als Xing – die meisten sogar kostenlos.“ Wenn man sich vergleichsweise den erst kürzlichen (ebenfalls kostenlosen) Start von Facebook in Deutschland anschaut, so frägt man sich, wie jetzt noch ein drittes Business Netzwerk in diesem Markt bestehen kann.

Spot On!
Grundsätzlich kann man sagen, dass Facebook und LinkedIn den Mitbewerbsmarkt verschlafen haben. Die angegebenen Gründe zählen da nicht. Jeder Mensch hat nur eine begrenzte Zeit am Tag und die kann man nicht nur noch in Social Netzwerken verbringen.

E-Kommunikation und E-Mail-Knigge

E-Kommunikation ist ein schwieriges Feld. Wer seine kommunikativen Fähigkeiten auf den Prüfstand stellen oder aus beruflichen Gründen diese auf Vordermann bringen will, der besucht von Zeit zu Zeit Fortbildungen. Dabei gibt es gute und weniger gute Coaches – vor kurzem habe ich einen der guten erlebt. ‚Den‘ Trainer des Deutschen Instituts für Rhetorik: Patric P. Kutscher.

Um nicht im Businessalltag schnell wieder die gewohnten Fähigkeiten aus der Schublade zu ziehen und auch weiterhin das ‚hart‘ Erlernte zu gebrauchen, habe ich den Email Newsletter des Instituts zu meiner monatlichen Pflichtlektüre gemacht. Nicht, weil ich mir das alles komplett neu wäre sondern gerade deswegen. Oder in Goethes Worten… „Man denkt an das, was man verließ. Was man gewohnt war, bleibt das Paradies.“

In diesem Monat befasste sich der Newsletter mit dem Thema ‚Entwickeln Sie einen E-Mail -Knigge‘. Da auch mir in letzter Zeit zunehmend die Verrohung der elektronischen Kommunikation sowie die Missachtung diverser Höflichkeitsregeln auffällt, schadet es nicht, an dieser Stelle darauf mal hinzuweisen und die wichtigsten Punkte des Newsletters des Instituts für Rhetorik herauszunehmen.

Externe Mail-Kommunikation

Brief und Mail – Rückbesinnung
Gehören Sie noch zur Generation, die Briefe per Hand schrieb? Falls ja, dann wissen Sie ja noch, wie sie sorgfältig auf folgende Sachen geachtet haben: schönes, sauberes Papier, ordentliche Schrift, keine Fehler oder Tipp-Ex Baustellen, etc. Dank der heutigen Technik sind das alles Faktoren, auf die wir bei Emails nicht mehr achten müssen, oder? Falsch: Gerade weil die Äußerlichkeiten der klassischen Briefform wegfallen, zählt das geschriebene Wort noch viel stärker. Dementsprechend sollte hier noch gewissenhafter vor dem Versand nach Fehlern ‚gescannt‘ werden als beim alten Briefverkehr.

Früher wurden Geschäftsbriefe von Fachpersonal, ausgebildeten Sekretärinnen, geschrieben, verfasst und zum Gegenlesen nochmal (!) dem eigentlichen Verfasser vorgelegt. Dieser hat es dann in Ruhe Korrektur gelesen und holprige, flapsige oder missverständliche Formulierungen ändern können. Heute stehen in den meisten Unternehmen diese Fachkräfte leider nicht mehr zur Verfügung. Es wird erwartet, das der Verfasser eines Schreibens das alles selbst perfekt erledigt. Die Korrekturlesung sollte deshalb in Ruhe und voller Konzentriertheit erfolgen. Es gibt keinen doppelten Boden…

Eine Email schreiben oder nicht?
Vor dem Schreiben eines Briefes hat man sich vor dem digitalen Zeitalter sehr wohl überlegt, ob man nicht selbst beim Adressaten erscheint: Einladungen zu offiziellen Terminen, Glückwünsche oder eindeutig private Angelegenheiten verboten es geradezu, postalisch den Adressaten anzusprechen. Und wie machen man es heute? Überlegen Sie mal, ob nicht ein kurzes Gespräch viel schneller zum gewünschten Ergebnis (und noch viel mehr!) führt.

In der heutigen digitalen Businesswelt erscheint es oft eine Sache der Undenkbarkeit. Beispiel gefällig? Xing informiert einen über Geburtstage, also schnell eine Mail an den Glücklichen geschickt: kurz, knapp, prägnant. Man hat dran gedacht, den Geburtstag nicht zu vergessen, perfekt. Oder…? Ist das wirklich noch produktives Networking? Wäre es nicht besser, den Hörer in die Hand zu nehmen oder sich auf einen Kaffee zu treffen, sprich: sich kurz mündlich auszutauschen? Vielleicht ergibt sich ja ein neues Geschäft oder eine neue Businessidee?

Man sollte eines nie vergessen und das ist nichts, was wir nicht alle wissen:
Das gesprochene Wort bekommt eine emotionale Antwort, das geschreibene Wort eine rationale.

Die Anrede
Auch wenn wir auf eine Amerikanisierung der heutigen elektronischen Kommunikation hinsteuern, so sollten dennoch ein paar Regeln schon beim Anschreiben beachtet werden.

Kennt man den Kunden nicht (bisher gab es kein Telefonat bzw. keine Kommunikation), verbietet sich das burschikos-jugendliche ‚Hallo‘ als Aufmacher. Auch wenn es manchmal etwas altbacken wirkt, ein ’sehr geehrte/r Frau/Herr‘ wirkt erfahrener, kompetenter und seriöser. Oder würden Sie es bei einem offiziellen Schreiben nicht auch erwarten?

Agenturen und Berater erliegen oft amerikanisch-hippigen Kommunikationstrends. Man sollte dort mit dem ‚Du‘ bei der Kundenansprache vorsichtig sein. Wären wir in Amerika, ist das möglich – wir sind aber in Deutschland und die Sprache macht es uns manchmal eben schwieriger. Und auch wenn sich in Unternehmen unter Kollegen ‚ge-Du-zt‘ wird, heißt das noch lange nicht, das der Kunde das ‚Du‘ in einer Email akzeptiert und annimmt. Im Gegenteil…

Die Form
Wer eine Mail schreibt, zeigt dem Empfänger (heute wie früher), dass man sich Zeit genommen hat – oder eben nicht. Leider erkennt man oft an der Form einer Email bereits, dass die Email zwischen Tür und Angel bzw. vor dem Einstieg ins Flugzeug auf dem Blackberrry geschrieben wurde…
Alles ist klein geschrieben. Es gibt Menschen, die machen das standardmäßig. So wie man dann standardmäßig beim Lesen auf Standby schaltet – und der Email bzw. dem Versender wenig Beachtung schenkt.
Die Anrede ist falsch geschrieben. Stellen sie sich vor, sie heißen Nussknacker und jemand vergißt das zweite ’n‘. Wären Sie da begeistert? Und Herr Meyer schreibt sich eben nicht ‚großes M und kleine eier‘.
Am Ende fehlt der Gruß oder es kommt nur ein ‚cu‘ oder ‚mfg‘. Noch besser: es fehlt sogar der Name des Schreibenden. Beim Brief hätte man das nie vergessen. Manche meinen aber heute, dass die Emailkennung schon ausreicht und man nicht mal mehr den Namen erwähnen muss am Ende einer Mail.

Der Respekt vor anderen wird schließlich auch bei der Kleidung in der Form ausgedrückt. Oder gehen Sie in Sandalen und Shorts zu einem offiziellen Neukundenmeeting?

Interne Mail-Kommunikation

Alle Tipps des Institus für Rhetorik für die interne Mail-Kommunikation gebe ich hier unkommentiert (aber leicht gekürzt) weiter. Das Institut schlägt vor, in einem „Mail-Meeting“ einen E-Mail-Knigge zu erstellen. Folgende Punkte sollten Sie in diesem Meeting besprechen…

Mehr miteinander reden – weniger mailen!
Es ist ein unding, wenn Menschen, die im Büro nebeneinander sitzen oder ‚fußnah‘ zusammenarbeiten, sich permanent Mails zusenden. Sie begeben sich der Chance, über ihre Sprache und Stimme Gefühle und auch Informationen zu vermitteln. Hier droht der Weg in die E-Mail-Unkultur.

Erst denken – dann schreiben – dann noch mal denken – dann versenden
Wie oft wird im Büro eine E-Mail versendet, ohne die Folgen zu bedenken. Man hat schlampig formuliert – und merkt es erst, wenn der Text verschickt ist: „Das habe ich eigentlich ganz anders gemeint…“ Jetzt lässt sich der Inhalt nicht mehr zurücknehmen; was folgt, ist ein Mail-Krieg, der durch ein Missverständnis ins elektronische Leben gerufen worden ist.

Auch intern auf den Ansprechpartner Rücksicht nehmen
Den einen nerven die Smileys, mit deren Inhalt – oft allerdings missverständlich – kommentiert werden. Der andere möchte nur in dem Fall eine E-Mail, wenn die mündliche Kommunkation nicht möglich ist. Form und Inhalt der Mail sollten auf den Empfänger abgestimmt werden.

Der Ton macht die Musik
„Warum haben Sie immernoch nicht meine Mail beantwortet?“ Welche Gefühle werden in Ihrem Mailpartner geweckt? Wut, Unverständniss, gar Aggressivität? Ihr Bedauern, er habe sie falsch verstanden, nutzt nichts. Investieren Sie etwas Gedankenschmalz in
höfliche und unmissverständliche Formulierungen – gerade bei der internen Kommunikation: „Schade, dass Sie bisher keine Zeit hatten, auf meine Farge zu reagieren. Oder gibt es noch Unklarheiten? Ich schlage vor, adss wir uns…“ Zu dieser Regel sollten sich im Mail-Meeting alle bekennen.

Vermeiden Sie cc-(Absicherungs)Wahn
Ärgerlich sind jene Mails, bei denen alle möglichen Leute ins cc gesetzt werden. Eine unerquickliche Maildiskussion belastet dann die Leitungen – und die Leistungen.

Spot On!
Eigentlich sollte der Post kurz werden, aber je länger man drüber nachdenkt, umso mehr elektronische Fauxpas fallen einem ein. Ich bin mir sicher, noch nicht em Ende zu sein. Aber den Part des Weiterschreibens überlasse ich den Lesern des Blogs…

Ist unser Business zu vernetzt?

Eine Studie von IDC im Auftrag von Nortel zeigt jetzt auf, wie vernetzt die Manager von heute sind. So sind weltweit 16% der Angestellten ‚hyperconnected‘. Mit Hilfe von mindestens sieben Geräten greifen sie auf rund neun Kommunikationsanwendungen zurück, um jederzeit erreichbar zu sein.

IDC kommt zu dem Schluss, dass schon in fünf Jahren 40% der Business User derart umfassend vernetzt sein werden. Dabei kommt der Druck nicht unbedingt von den Firmen sondern den Mitarbeitern selbst, die die Bereitstellung dieser Arbeitsmittel erwarten.

Schon heute geben 36% an, so vernetzt zu sein, dass sie mit vier Geräten auf auf sechs Anwendungen zurückgreifen: am beliebtesten sind E-Mail, SMS, Instant Messaging, Webkonferenzen und Soziale Netzwerke.

Ostasien und USA sind dabei die Spitzenreiter der ,Hoch-Vernetzen‘ – Kanada und die Vereinigten Arabischen Emirate stehen da eher am Ende. Europa bildet das Mittelfeld, wobei SMS und Instant Messaging die bevorzugten Anwendungen sind.

Die Studie wurde unter 2400 Angestellten in 17 Ländern durchgeführt und ist hier abrufbar.

Spot On!
Vor 10 Jahren sagte mein Manager mal… Vor 3 Jahren kam ich aus dem Urlaub und habe den Briefkasten geleert. Heute verliert man mit Mail, Fax und Email fast den Überblick. Inzwischen sind es noch mehr fast zehn Anwendungen, die bedient werden wollen. Vor allem wenn man bedenkt, dass jeder Mensch inzwischen ungefähr 3 E-Mail Postfächer pflegt. Bleibt abzuwarten, wo wir mit Twitter, Xing und Co. in 5 Jahren stehen.

Wie bewertet man ein Web 2.0 Business? – Vergleich Old und New Economy

Die ordentliche und erfolgreiche Bewertung eines Business hängt von vielen Faktoren ab: langjährige Managementerfahrung, Marktkenntnisse, diverse ROI Betrachtungen, etc. Das ist das 1×1 für Topmanager und jeder macht das nach bestem Wissen und Gewissen.

Wer sich auf das Spiel einer Businessbewertung einlassen will oder muss, kann sich mit dem nachfolgenden Leitfaden „Kundenkapitalbezogene Bewertung von Web 2.0-Portalen“ eine nützliche Gedankenstütze holen, um beim Kauf am Ende nicht einen wichtigen Punkt vergessen zu haben.

Das Paper vergleicht dabei das Old Economy Business einer Heizölhandelfirma mit neuzeitlichen Social Network Ansätzen wie z.B. Xing. Dabei werden die Businessmodelle anhand von der Historie, Qualität und der Praxistauglichkeit von Kundenkapitalbetrachtungen bewertet.

Welches Social Netzwerk nutzt man im Business? – interaktiv-gedachter Ansatz…

LinkedIn bekommt eine Finanzspritze von 53 Millionen US Dollar und schnellt die Marktkapitalisierung auf 1 Milliarde US Dollar. Facebook liegt sogar bei dem 15fachen Wert von LinkedIn und Xing bei einer Marktkapitalisierung von ungefähr 300 Millionen US Dollar – sehr beachtlich diese Zahlen. Nur mal so zum Vergleich die Automobilbranche: Porsche liegt heute bei gut 29 Milliarden US Dollar.

Die Diskussion bei Techcrunch liest sich richtig spannend…
Da sieht man mal, was Kontakte so Wert sind im Business.

Aber haben wir uns schonmal die Frage gestellt: Welches Social Netzwerk nutzt man im Business am besten? Starten Sie mal die Diskussion in ihrem Unternehmen und dann posten Sie bei TheStrategyWeb… Sie werden sehen, der finale ,Nutzweg‘ ist unergründlich.

Hier mal ein Auszug einer Diskussion aus meinem beruflichen Kontaktnetzwerk – nicht zu verwechseln mit Verbindungen in einem der Social Netzwerke!

Da gibt es Menschen, die nutzen nur Xing, denn zwei solcher Netzwerke zu pflegen ist zu aufwendig und man will gute deutsche Businessideeen fördern. Die nächsten schwören auf Facebook, denn schließlich hat man irgendwo mal angefangen und die internationalen Freunde und Kollegen aus UK und USA lieben es auch. Andere zählen auf LinkedIn als das wahre Business Netzwerk wegen der Internationalität. Einige sind überall registriert, pflegen und nutzen die Netzwerke durchschnittlich, ganz nach dem olympischen Motto: Dabeisein ist alles!

Kommt bald eine Konsolidierungsphase als Lösung? Manche Kontakte werden einfach in ein anderes Netzwerk transferiert? Manche werden anfangen, ein ,reines‘ Business und ein privates Netzwerk anzulegen und zu pflegen. Manche werden nach nationalen und internationalen Kontakten differenzieren und diese in ihre Netzwerke segmentieren. Spannend ist auch der Ansatz nach Hobbies oder privaten Interessen seine Businessnetzwerke auszurichten. Wie man da dann einen Überblick behält?

Spot On!
Guter Rat ist hier teuer! Das Potential eines Netzwerkes kann man sicherlich nicht ausschöpfen, wenn man es nur halbherzig lebt. Business-orientierte Foren und Gruppen wollen Beachtung finden – ob selbstbestimmt oder fremdinitiiert und zahlen sich auch nur so aus. Ein Netzwerk lebt von der Kommunikation und die treibt den Umsatz.

Mein Vorschlag ist die Simplifizierung und Beschränkung auf maximal zwei Netzwerke – ob der bei der unterschiedlichen internationalen Affinität und Präferenz haltbar ist, werden wir sehen.
Bisher läuft es gut…

Nur wenn ich die heutige Web 2.0 Technologie und ein Zitat von John Naisbitt merge, wird mir Angst und Bange: ,Je höher die Technologie, desto höher das Kontaktbedürfnis.‘ Oh je…

Social Networker werden mobil

Wer hätte gedacht, dass Social Netzworks auch per Handy genutzt werden? So dringend wird es ja wohl nicht sein, Nachrichten über das Netzwerk einzusehen, das Profil zu aktualisieren oder Freunde hinzuzufügen – oder doch?

Ein Erhebung von Nielsen Mobile belegt nun, dass im europäischen Schnitt 30% der Handynutzer, die in Social Netzwerken aktiv sind, per Mobiltelefon auf ihr Profil zugreifen.

Deutschland allerdings zeigt sich mit 15% als Schlusslicht. Wundert uns das? Eigentlich nicht… Focus der Studie waren die marktführenden Netzwerke wie MySpace oder Facebook. Der Deutsche nutzt vermutlich eher XING, studiVZ, fotocommunity, etc., die offensichtlich nicht Bestandteil der Umfrage waren.

Zudem kommen technische Trends später, da das Vertauen oft fehlt. Nachher schicken die einem noch Werbung aufs Handy oder verkaufen die Handynummer – naheliegende Gedanken bei einer Social Community wie XING, die erst kürzlich die Vermarktung des Social Networks anstrebte und dann mit aufgebrachten Usern zu kämpfen hatte.

Dem Spanier ist es offensichtlich egal: 50% nutzen den mobilen Zugriff. Naivität, Unwissenheit oder keine Werbungsverdrossenheit? Ob es in Spanien ähnlich viele lokale Social Netzwerke gibt, auf die dann mobil zugegriffen wird.

Interessant wäre eine Studie, die die Motivation eines mobilen Zugriffs auf dem Plan hat. Dies liesse Rückschlüsse auf Umsatzpotentiale der Social Netzwerke für Unternehmen zu. Wär das nicht eine Massnahme für Xing…?

Fazit:
Mobile Dienste scheinen wichtiger zu werden. Bedingung: Der Dienst muss auf dem Handy vorprogrammiert und preislich attraktiv sein.