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Wie Landing Pages konvertieren…

In den letzten Tagen habe ich mir mal die Anzeigenkampagnen der Firmen angesehen, die über Google Adsense auf meinem Blog werben – also sogenannte Suchmaschinen-Kampagnen fahren. Um es kurz zu machen… Das Ergebnis ist nicht gerade positiv ausgefallen. Nach ungefähr 50 Webseiten stand bei 37 meine Testurteil-Frage: Was ist das Ziel der Kampagne? Oder: Wollen die nicht mit mir als potentiellem Kunden sprechen?

Zielführung einer Kampagne fängt mit der Teaseranzeige, auch Text-Anzeige genannt, an. Vor ungefähr einem Jahr habe ich darüber mal geschrieben, wie die zur Lead Generierung führt.

Offensichtlich ist manchen Firmen noch nicht klar, daß man mit einer guten Textanzeige eine hohe Erwartungshaltung beim Kunden weckt. Denn, wenn dort steht „Erhalten Sie Ihr Exemplar hier!“, dann will man auch an sein Ziel geführt werden, und nicht in die Irre. Oder mit zahlreichen anderen Promotions ins Nirvana der Unternehmenskommunikation gelangen.

Die Landing-Page ist der Schlüssel des Erfolges einer Online-Kampagne. Der User erwartet nach dem Klick auf die Anzeige maximal noch einen weiteren Klick auf der Landing Page, um sein Ziel zu erreichen.

Jegliche Ablenkung -grafisch oder textlich- sowie das Nichterkennen eines Mehrwert nach dem Klick, führt zum Verlassen der Webseite durch den User (vermutlich langfristig). Das Web bietet leider zu viele Angebote und so mancher Mitbewerber wird einen optimaleren und zielführenderen Weg den Kunden offerieren. Auch wenn Konkurrenz das Geschäft belebt, sollten man das Feld dem Mitbewerb nicht so einfach kampflos überlassen.

Ein paar Denkanstöße zur besseren Konvertierung von Landing Pages…

Adressierung
Machen Sie Tests mit ihren Kunden, auf welche Textbausteine ihre Zielgruppe anspringt. Die Suchbegriffe sollten schon in der Überschrift erkennbar sein und in verschiedenen Varianten ausprobiert werden.

Wording
Die Textanzeige sollte immer dieselbe Sprache wie die Landing Page sprechen. Verschenken Sie nicht Werbegelder, indem falsche Hoffnungen, Erwartungen und Bedürfnisbefriedigungen beim Kunden geweckt werden, die die Landing Page nicht halten kann.

Führen
Nehmen Sie den User bildlich gesprochen bei der Hand und führen Sie ihn über die Landing Page zum Ziel. Was der User nicht sofort erkennt, ist ein Abwanderungsgrund. Klare Ansagen sind notwendig. Wenn Sie in ein Museum kommen, wollen Sie auch nicht erst die Kasse suchen müssen.

Link Setting
Sucht ein User nach Äpfeln, will er nicht in der Oberkategorie Obst landen. Und wenn jemand einen Fussball sucht, will er nicht mit Plastikbällen konfrontiert werden. Seien Sie also lieber ehrlich zu sich sowie vor allem ihren Kunden. Stellen Sie eine exakte verlässliche Verlinkung zu Produkten oder Services her.

Registrierung
In der Kürze liegt die Würze. Man benötigt heute nicht einen Datensatz von 15 Pflichtfeldern. Die Telefonnummer oder Email reicht allemal aus. Es sei denn, Sie schicken immer noch Printmailings und Flyer raus. Nicht vergessen im Zeitalter des Social Web: Online is talking, print is silence!

Kommunikation
Gespräche konvertieren am besten. Wenn Sie den Kunden gleich in ein Gespräch einbinden möchten, bieten Sie doch mal ihr Blog, Facebook, Twitter oder sonstige Social Networks als Gesprächsplattformen über die Landing Page an.

Spot On!
Nur 15% nehmen Textanzeigen auf Suchseiten wahr. Den meisten Landing Pages fehlt die Führungslinie zur Call-To-Action. Wenn ein Kunde ihrer Anzeige also die Aufmerksamkeit schenkt, sollten sie wissen, daß im F-Modus eine Landing Page gescannt wird. Die Headline und der linke Frame ebnen letztendlich den Weg, welcher ihnen die Tür zum Kunden öffnet.

Die verdeckten Strategien des Internet-Giganten Google

Google ÖkonomieEs wurden schon viele Bücher über Google veröffentlicht, aber nur wenige, die über den strategischen Tellerrand hinaus schauen. The Strategy Web hat sich mit Veit Siegenheim, Co-Autor des Buchs „Die Google-Ökonomie: Wie der Gigant das Internet beherrschen will“ unterhalten. Er hat das Buch zusammen mit Dr. Ralf Kaumanns geschrieben.

Q: Herr Siegenheim, Sie haben in ihrem Buch die Strategien und Taktiken des Konzerns umfassend analysiert. Was sind die wichtigsten Erkenntnisse?

Veit Siegenheim Google zeigt ein sehr breites Spektrum an Strategien, Taktiken und Vorgehensweisen, um seine Ziele zu erreichen und im Wettbewerb bestehen zu können. Grundsätzlich kann man auf drei Aspekte verweisen. Erstens: Google versucht, seine Erlösquellen zu schützen und weiter auszubauen. Schaut man auf die Finanzkennzahlen so kann man feststellen, dass die Abhängigkeit von den Umsätzen, die über die eigenen Angebote generiert wurden in den letzten Jahren von 50 Prozent auf fast 67 Prozent gestiegen ist. Dies ist erstaunlich, da dadurch die Abhängigkeit von seiner wichtigsten Erlösquelle immer weiter steigt und ganz entgegen dem Bemühenist, die Erlösquellen diversifizieren zu wollen. Google erzielte im Wesentlichen auch hieraus das Wachstum der letzten Jahre. Konsequent wurde Werbung in alle möglichen kostenlosen Dienste integriert und mit neuen Werbeformen experimentiert. Zweitens: Google versucht die Regeln des Wettbewerbs im Internet nach seinen Vorstellungen zu beeinflussen. Dies erfolgt über das Bemühen aus seiner Technologie oder aus seinen Konzepten de-facto-Standards machen zu wollen. Ein wesentliches Element spielt hier Open Source. Indem man viele Technologien und technische Konzepte als Open Source bereitstellt, hofft man, dass möglichst viele Entwickler auf den Zug aufspringen und sich dadurch ein de-facto-Standard bildet – der natürlich dann mit anderen Standards im Wettbewerb steht. Drittens: Google versucht gnadenlos sein Geschäftmodell der Werbefinanzierung überall dort durchzusetzen, wo sich der Konzern einen Vorteil im Wettbewerb und eine Akzeptanz der Nutzer verspricht. Dabei setzt man Werbung als Refinanzierung auch dort ein, wo dies vor ein paar Jahren noch nicht denkbar erschien.

Google_ÖkonomieQ: Was ist das Besondere am Vorgehen von Google im Wettbewerb im Internet?

Veit Siegenheim Google zeigt bei genauem Hinsehen auf zwei sehr unterschiedliche strategische Ansätze, sein Geschäftsmodell zu schützen und sich im Wettbewerb zu behaupten. Für alle kostenlosen Dienste und Anwendungen für die Webnutzer verfolgt Google eine klassische Produktführerschaftstrategie. Diese zeichnen sich beispielweise durch eine hohe Innovationsgeschwindigkeit aus. Immer neue Features und Funktionen werden entwickelt. Viele Produkte laufen mit kleineren und größeren Fehlern (Beta Phase) und werden mit dem Feedback der Nutzer verbessert. Flankiert wird dies durch die sehr starke Marke Google, die für Innovation und Vertrauen steht. Interessanterweise setzt Google auch nur hier auf die Karte Open Source. Im zweiten strategischen Ansatz, der Systemführerschaftsstrategie im Bereich der Werbeplattform rund um AdWords und AdSense ist von Open Source keine Spur mehr. Die Systemführerschaft, die Google bei der Werbeplattform verfolgt, ist weithin unbekannt und sehr intransparent. Dies haben wir in unserem Buch näher analysiert und beleuchtet.

Q: Ein wenig ausführlicher bitte…

Veit Siegenheim Ein strategisches „System“ ist als eine umfassende Problemlösung zu verstehen, die aus einer Reihe komplementärer Anwendungen und Möglichkeiten besteht, die sich im Sinne der Problemlösungsqualität für den Werbekunden vorteilhaft ergänzen. Ein System besteht aus Schlüsseltechnologien wie AdWords und begleitenden Leistungen wie dem Ad Manager, Analytics oder dem Ad Planner, die konstituierende Bedeutung für die gesamte Systemleistung haben. Diese Bedeutung kann beispielsweise durch ein hohes Maß an Innovation oder die integrierende Rolle innerhalb des Systems zustande kommen. Die Systemführerschaftsstrategie setzt ein Produkt mit Schlüsselproduktpotenzial voraus. Bei Google sind dies AdWords und AdSense. Durch das Schlüsselproduktpotenzial entstehen so genannte Lock-In-Effekte, das heißt, der Werbekunde ist in besonderem Maße an Google gebunden, weil bei einem Wechsel zu einem neuen Konkurrenzanbieter mehr oder minder hohe Hürden im Wege stehen und entsprechende Wechselkosten und Wechselrisiken anfielen.

Q: Inwieweit hat das Social Web die Denke von Google verändert?

Veit Siegenheim Das Selbstverständnis von Google ist geprägt und durchdrungen von der Welt der Algorithmen und dem Glauben von der universellen Messbarkeit der Dinge. Das Social Web und im besonderen Facebook verfolgt hingegen vielmehr die Vision eines persönlicheren Internets, in der unser Beziehungsgeflecht, unser Netzwerk an Freunden, Bekannten, Kollegen oder Leute mit gleichartigen Interessen unsere primären Quelle von Informationen, Kommunikation und Neuigkeiten ist – halt so wie im richtigen Leben. Dem Motto von Google die Informationen der Welt zu organisieren und verfügbar zu machen, setzt Facebook ein deutlich anderes Motto entgegen: den Menschen die Macht zu geben, sich mitzuteilen, und dadurch die Welt offener und enger verbunden zu machen. Zum Leidwesen von Google, komplett abgeschirmt für deren Suchcrawler. Der Erfolg von Seiten wie Facebook lässt an einer zentralen Stelle im Internet einen immer größer werdenden blinden Fleck für Google entstehen. Immer größere Aufmerksamkeitsströme verlagern sich in das Angebot von Facebook. Es entsteht so etwas wie ein Internet im Internet, mit sehr persönlichen Daten der Nutzer, betrieben auf den Servern von Facebook. Google hat dem nichts wirksames entgegenzusetzen. Das eigene Soziale Netzwerk Orkut ist nur in Brasilien und Indien von Bedeutung und dümpelte lange vor sich hin. Die Initiative Open Social kann als der verzweifelte Versuch gewertet werden, sich mit anderen sozialen Netzwerken gegen Facebook verbunden zu wollen und deren Wachstum zumindest zu verlangsamen.

Q: Schafft es Microsoft den von Google eingeleiteten Paradigmenwechsel aufzuhalten?

Veit Siegenheim Den eingeleiteten Paradigmenwechsel hin zu mehr webbasierten Anwendungen und weg vom PC-zentrierten Modell der Wintel-Jahre wird Microsoft wahrscheinlich nicht mehr aufhalten können. Dies kann man als eine logische Entwicklung und Konsequenz aus den steigenden Bandbreiten und immer leistungsfähigeren Netzen sowie immer besserer Technologien sehen. Informationstechnologie wird mehr und mehr zur Commodity wie Gas, Wasser und Strom. Amazon hat hier mit den Amazon Web Services eindrucksvoll gezeigt wie die Zukunft aussehen kann. Aber auch andere Unternehmen wie Salesforce.com gehen konsequent diesen interessanten Weg – zum Vorteil der Nutzer und Kunden. Hier ist Google durchaus nicht allein. Microsoft dürfte versuchen, die künftige Welt der Informationstechnologie auf seine Weise zu beeinflussen. Hier zeigen die Redmonder durchaus, dass sie in der Lage sind, die Entwicklungen aufzugreifen und mitgestalten zu wollen – Stichwort: Windows Azure oder internet-basierte Office Anwendungen. Wenn auch mit einem spürbaren Widerwillen, der aber auch verständlich ist, weil man viel zu verlieren hat. Ich gehe davon aus, dass Microsoft auch in den kommenden Jahren eine bedeutende Rolle in der Internetökonomie spielen wird.

Vielen Dank für Ihre Zeit Herr Siegenheim.

siegenheim_veitVeit Siegenheim ist Geschäftsführerender Gesellschafter der Siegenheim & Cie. GmbH und Executive Partner bei Accenture. Seine Arbeit fokussiert sich auf die Transformation von Medien- und Telekommunikationsunternehmen, die durch die zunehmende digitale Konvergenz notwendig wird. Veit Siegenheim ist Autor verschiedener Studien, Fachbeiträge und Fachbücher sowie Redner auf Fachkonferenzen und Gastreferent an Universitäten.

Studie: Wie DAX 30 Unternehmen im Social Web experimentieren

Dax neuEine aktuelle Vergleichsstudie zeigt, daß rund drei Viertel der DAX 30-Unternehmen inzwischen im Netz twittern und knapp zwei Drittel sind auf Youtube vertreten. Facebook wird hingegen nur von der Hälfte eingesetzt. In der Blogosphäre zeigen sich nur 30% der größten deutschen Aktiengesellschaften mit einem Auftritt.

Die Ergebnisse der Vergleichsstudie von Prof. Dr. Lothar Rolke und Louisa Flocke von der Fachhochschule Mainz zeigen, wie unterschiedlich die Einsätze der großen DAX Unternehmen im Web 2.0 sind. Manche seien sogar noch gar nicht vertreten, andere wie die Autohersteller BMW, VW und Daimler sind bei allen vier Onlinemedien präsent: Facebook, YouTube, Twitter und Blogs.

SAP, Adidas und Telekom lassen sogar „einen konzeptionellen Ansatz erkennen“, so die Studienmacher. Andere seien eher distanziert, was die Webgesellschaft betrifft. Als Beispiele werden hier genannt: Commerzbank, Hannover Rückersicherung, K&S und Metro, Münchener Rück und ThyssenKrupp.

Vor einer Verweigerungshaltung der Unternehmen hinsichtlich des Social Web rät der Wirtschafts-Professor jedoch ab. Das lade zu sogenannten Fake-Accounts ein. Der Vorteil von Web 2.0-Plattformen für die Markenbildung sei gegeben. Eine noch laufende Befragung von Twitter-Followern zeige, dass sich das Image von Unternehmen positiv verändert, wenn die Unternehmen über diesen Kanal einen regelmäßigen und möglichst persönlichen Dialog führten.

„Kontrollverlust im Netz, Angst vor der unbekannten Masse der weltweiten User und das Unvermögen, Vorteile der Onlinewelt mit den Nutzern erwartungsgerecht zu teilen, sind die Hauptgründe“, so Rolke, „gar nicht oder nur vorsichtig im Netz zu experimentieren. (…) „Nur wenn Unternehmen den Mut haben, kommunikative Experimentier-Baustellen in der Webwelt einzurichten, werden sie lernen die großen Chancen des Internets zu nutzen“, meint Prof. Rolke.

Spot On!
Die Chance, die Unternehmen mit der Nutzung von Social Media haben ist, daß sie sich „entanonymisieren“, sich ein Gesicht geben und sich „vermenschlichen“. Sie werden für den Konsumenten faßbar, machen diesen zum virtuellen Mitarbeiter und er fühlt sich nicht nur als Umsatzlieferant. Denn: Gehen die Unternehmen auf Anregungen, Ideen oder Kommentare ein, verbessert sich die Produkt-Qualität und der Mehrwert für den Konsumenten. Es gibt keinen besseren Input als den des Kunden, oder nicht? Eine erkennbare Social Media Strategie sei übrigens noch nicht zu erkennen, so die Studienmacher. Wundert das? Schließlich gibt es die Branche ja auch noch nicht lange, Strategieansätze erfordern diese Nachhaltigkeit jedoch. Erfolge sind dennoch zu verzeichnen. Als Beispiele genannt wurden die YouTube Channel: Adidas („adidasOrginals2009„) und Siemens („siemensanswers„) oder der Lufthansa Twitter Account.

Heinz Ketchup wird Mitmachmarke 2.0

Heinz 20Die Marke Heinz Ketchup befindet sich in einem Wandlungsprozess. Erst Anfang des Jahres hat man nach 70 Jahren das Logo geändert. Nun zeigt sich in Deutschland der Webauftritt in neuem Gewande. Man hat offensichtlich ordentlich darin investiert und macht aus sich eine Mitmachmarke 2.0. Unter dem Titel „Open Sauce“ geht man mit einer neuen Social Media Strategie ins Rennen.

Geht man auf heinzketchup.de bietet der Ketchuphersteller zahlreiche Web 2.0 Features, um sich mit „Heinz History 2.0“ zu assoziieren. Man kann seine Heinz Bilder auf Flickr hochladen, über YouTube wird ein Video Generator geboten sowie ein neuer TV Spot aus UK präsentiert. Selbstredend kann man auch Fan der Facebook Page werden… und das -theoretisch- alles ohne Seite zu verlassen. Und auch E-Commerce kommt nicht zu kurz: Im Markenshop gibt es vom Fahrrad über die Handtasche bis hin zum Serviettenspender so ziemlich alles, was man braucht (oder auch nicht).

Zum Start hat Heinz die Aktion „I love Ketchup“ ins Leben gerufen und ruft zur Neugestaltung der Flaschenetiketten auf durch die Fans. Die Gewinner-Labels kommen Anfang 2010 auf einer Million Heinz-Flaschen als limitierte Edition in den Handel.

Spot On!
Die Idee der Webseite gefällt und ist ansprechend. Das Vogelgezwitscher im Hintergrund erinnert ein wenig an den Sommer in den derzeit kalten und unfreundlichen Tagen, was irgendwie angenehm ist. Für die Realisierung und Betreuung der Marken-Website zeichnet die Agentur Raumzwo aus Berlin verantwortlich. Die Kommunikationsstrategie kommt vom Heinz-Marketing-Team inhouse mit dem Berater Justus Hug, früherer Leiter New Media von Mast-Jägermeister.

PS: Die Log-Ins haben bei mir leider noch etwas gehakelt, aber das verbuchen wir mal unter dem Label „technische Herausforderungen 2.0“.

2010: Webstrategie in Zeiten der Engagement Economy

webstrategieBeim Thema Webstrategie sollte man sich vorab fragen, inwieweit das Unternehmen sich im Sinne einer nachhaltigen und langfristigen Business-Strategie im Web positionieren will. Langfristigkeit ist keine Selbstverständlichkeit.

Plant man seine Taktiken von Jahr zu Jahr um? Begründet aufgrund der Dynamik der Märkte, des Internetwandels oder aufkommender neuen Hype-Produkte wie Twitter oder Google Wave? Oder ist die Strategie wirklich langfristig ausgelegt und mit einem Ziel versehen? Denn eigentlich können Sie nur dann eine wirkliche Strategie haben. Jegliche Anderungen der Wege und Aktivitäten um das Web sind dann auch nur taktische Optimierungen. Aber auch diese sollten einem langfristigen Ziel dienen.

Was kann man also bedenken vor der Planung der strategisch-orientierten Webaktivitäten für 2010? Ein paar Gedanken hierzu…

Die „Engagement Economy“…
Das Web wird sich immer weiter von der klassischen Unternehmens-Homepage als Zugangspunkt für die Kunden entfernen. Galt die Unternehmensseite bisher als Visitenkarte für den über Google Suchenden, so gilt es sich für die moderne „Engagement Economy“ neu aufzustellen. Sein Unternehmen, seine Produkte und seine Dienstleistungen gebündelt auf einer Homepage mit blinkenden bunten Bildern zu präsentieren, ist weniger wichtig für das Business als die neuen Zugangspunkte zu identifizieren, die sich durch das Social Web auftun.

Es wird nicht funktionieren, die eigenen Produkte oder Dienstleistungen nur mit Bannerkampagne im Web zu promoten. Oder ganze Produktkataloge mit Affiliate Marketing an den Mann/die Frau zu bringen. Oder dem Kunden ein ‚One-size-fits-all‘ Lösung oder Angebot über moderne Social Networks ‚unterzujubeln‘.

Die „Homo Engagementicus“ läßt sich nicht durch platte PR-Meldungen beeindrucken, geschweige denn, diskutiert diese Spezies darüber. Aber ein guter Tweet, ein guter Post, eine gute Fan Page, die wird von der „Engagement Economy“ aufgenommen und untereinander ‚geteilt‘. Ist diese Kommunikationsform der Einbindung des Kunden in die Unternehmenskommunikation nachhaltig verhaftet, bleiben die Kunden bei der Stange.

… produziert, reflektiert, engagiert sich …
Aufgrund der Vielzahl der Social Networking und Social Media Angebote verteilt sich der Content über ein Unternehmen – weg von ihrer Homepage, hin ins Social Web. Dort engagiert sich der Kunde, atomisiert den Content um die Firma, die Produkte, die Dienstleistungen. Es ist Teil seiner zahlreichen Timelines, die in ihrer Interaktivität nicht zu bremsen ist – mal aktiv getrieben, mal passiv beeinflußt.

Und diese Interaktion führt mit der indirekten Einbindung und Teilnahme der Digital Natives an Unternehmensprozessen zu einer neuen Unternehmenskultur. Kann eine klassische Webseite dieser Dynamik des Engagement Prozesses Folge leisten? Wohl kaum…

Sprich: Wenn wir über einen webstrategischen Ansatz für die Zukunft reden, dann wohl nicht mehr vom Ausgangspunkt einer klassischen Unternehmens-Webseite.

… will teilhaben, sich austauschen, mitdiskutieren …
Hat man früher Content selbst produziert, mußte man nur noch schauen, wo er reproduziert wurde. Morgen wird man viel intensiver und genauer monitoren müssen, um zu wissen: Wer produziert meinen Content über mich, mein Unternehmen? Wer verteilt diesen und mit welchem Sentiment tut der User dies? Welche Kommentare gibt es auf die Blogposts über die Unternehmen? Wie wirke ich selbst als Mitarbeiter oder Manager auf die Unternehmenskommunikation ein? Was lerne ich aus dem Multilog zwischen Firma, Partner, Kunde und Kunde und Kunde und…

Firmen werden Initiatoren und Motivatoren der Kommunikation – die Moderation zu übernehmen wird die große Herausforderung.

Es gilt den interaktive Diskurs mit Kunden auf den unterschiedlichsten Plattformen zu führen, die sich zukünftig bieten und von denen man gegebenenfalls noch nichts weiß. Das gefällt der „Engagement Economy“, das treibt sie voran und daran sollten Unternehmen partizipieren wollen.

Wenn die Kommunikation die „Engagement Economy“ bedient, kann das Brand nur gewinnen. Anders herum wird es schwierig. Egal um welche Branche, Produkt oder Dienstleistung es sich handelt.

Webstrategie wird von der „Engagement Economy“ aus geführt. Und diese „Engagement Economy“ gilt es für jedes Unternehmen selbst zu identifizieren, zu monitoren, zu verifizieren sowie Informationen und Meinungen zu teilen, als wäre man sein eigener Kunde.

… und will als Partner respektiert werden.

Fragen, die sich Unternehmen zur eigenen Webstrategie fragen könnten…

Grundsätzliches…
Sprechen wir als Unternehmen noch von einer Plattform (Homepage), oder von Plattformen (Social Web)?
Wie sprechen wir die Zielgruppe an: Einbahnstrasse oder multidimensionale Kommunikation?
Wissen wir, wie jedes Segment unserer Zielgruppe unsere Inhalte nutzt?
Versuchen wir hier den Dialog herzustellen oder Multilog zu initiieren?
Begleiten wir die Kommunikation der Kunden „untereinander miteinander“?
Wie können ihre zufriedenen Kunden durch Empfehlungsmarketing zum Motor für die Umsatzzahlen werden? Der Treiber sollte nicht das Unternehmen sein…

Spezielles…
Welche Zugangspunkte des Social Web (Facebook, Twitter, MySpace, etc.) nutzen die Kunden? Und aufgrund welchen Contents oder welcher Produkte?
Auf welche dieser Stationen der Kundenkommunikation fokussieren wir uns? Trends sind schön, können aber auch Budgetfresser werden…
Wie könnte ein Zugangs-Netzwerk durch das Social Web entstehen, um den Kundenkommunikation zu motivieren und initiieren?
Wie steht es um die Shopping-Gewohnheiten? Kennen wir diese? Sind unsere Online-Shops, wo die Kunden sind? Lässt sich eine E-Commerce Komponente im Social Web platzieren?

Spot On!
Die Unternehmens-Webseite ist der Hub ihrer Webstrategie nach extern. Intern gilt es die externen Signale aufzufangen, zu kanalisieren und zu optimieren. Früher haben die Unternehmen in kurzfristigen PR-/Marketing-/Sales-Aktionen oder Kampagnen gedacht. In der Zukunft gilt es für die Unternehmen, sich selbst zu langfristiger nachhaltiger Kundenbindung zu verpflichten. Das Social Web bietet hierfür beste Voraussetzungen. Es schafft Schranken ab, öffnet Chancen und ermöglicht beidseitige Zugänge. Nicht alles wir sofort gelingen – aber auch Software braucht die BETA-Phase um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Webstrategie ist für Unternehmen wie ein Spiegel der Business-Strategie. Und die fängt zukünftig bei der Engagement Economy an: von Kunde zu Kunde. Und dort hört sie auch auf…

Studie: Zukunftstrends digitaler Bildtechnologie

Digital FotoDas The Future Laboratory hat jetzt in einer Auftragsarbeit von KODAK die Studie „The Future of Reconnectivity“ veröffentlicht, welche mit interessanten Zukunftstrends daherkommt. Von den Befragten wollte man wissen, wie sie ihre eigenen persönlichen Beziehungen zu Freunden und Familie einschätzen und welche Rolle digitale Bildtechnologie einnimmt.

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass inzwischen mehr als 75% der Deutschen die Digitalkamera regelmäßig nutzen. Nur jeder sechste nutzt es, um mit seinen Nächsten aktiv in Verbindung zu bleiben und Erinnerungen zu teilen.

Und das obwohl 36,9% meinen, Virtuelle Realität könne das Gefühl von realer Nähe unterstützen.

Wird Video die Fotos in den nächsten 10 Jahren überflügeln?
Nahezu jeder dritte Deutsche ist überzeugt, dass die fortschreitende Videokonferenztechnologie beitragen wird, den Kontakt zu weit entfernt lebenden Verwandten oder Kollegen aufrecht zu erhalten. Jeder Fünfte (19,4 Prozent) erhofft sich dadurch eine Intensivierung zwischenmenschlicher Beziehungen in der heutigen Zeit.

Hierzu meint Tom Savigar, Partner bei The Future Laboratory gegenüber The Strategy Web…

„Over the coming decade, the experience of high definition, interactive video will fast replace static imagery because the people will increasingly expect from of the digital moment. Intelligent video content, which allows the user to embed content and information in to something as exciting as moving image, will resonate more with people. The static, motionless picture will be a nice thing to have, but the main focus for tomorrow’s digital native will lie on intelligent video content.“

Was sind langfristige Bildtechnologietrends?
Die Zukunft aber spricht von Virtueller Realität und Hologramm-Technologien. Es ist sogar vorstellbar, dass der beste Freund am anderen Ende Deutschlands direkt in dem stylischen Neuwagen Platz nehmen kann. 38,5% der Deutschen denken, dass Hologramm-Technologie das Gefühl der realen Nähe fördern kann.

„Alongside three dimensional and augmented reality technologies, holographic will be a central technology within the future digital imaging space. Indeed, people are increasingly wanting more of an interactive, entertaining, tantalising, inspiring and magical moment with their images. Holographic photography and video will have wondrous benefits for the worlds of communication, film, gaming, sport, music, education and health.“ – …meint Tom Savigar

Die quantitative Studie wufde in 5 Ländern (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und in den USA) unter insgesamt 2.500 Personen sowohl online als auch per Telefon durchgeführt.

Studie: 71% der Grundschüler sind Onliner

Die deutschen Schüler sind bereits im Grundschulalter häufig im Web aktiv. Wie eine Studie des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) belegt, sind bereits 71% der Sieben- bis Zehnjährigen im Internet unterwegs – vorausgesetzt die Eltern haben einen Anschluß. Bei den 11- bis 14-Jährigen sind es sogar 93% und im Alter von 15 bis 17 Jahren gar 99%. Sprich: Das Web 2.0 hat die Jugend erreicht.

Die Studie des BITKOM zeigt dabei, daß der interaktive Austausch mit Gleichgesinnten sowie die Präsentation eigener Inhalte im Mittelpunkt der Nutzung stehen. Bei den 10- bis 17-Jährigen ist die echtzeitnahe Kommunikation mit Messaging-Dienste vorherschend (90%). Diskussionsforen werden von rund einem Vietel genutzt.

Betrachtet man die Tatsache, daß rund die Hälfte eigene Bilder im Internet veröffentlicht, so sind die Eltern gefragt, die Kinder auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Dennoch macht dies jeder sechste Erziehungsberechtigte überhaupt nicht. Von den befragten Eltern antworten dabei 31% sie könnten die Web-Aktivitäten ihrer Kinder nicht kontrollieren.

Nachdem 32% bekennen, ihnen fehlen Informationen über den Schutz von Kindern im Internet, haben das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und BITKOM nun Empfehlungen herausgegeben:

* vorhandene Jugendschutz-Filter im Betriebssystem zu nutzen oder einen Kinderschutz nachzurüsten. Ein solches Angebot gibt es etwa von der Initiative “Ein Netz für Kinder“, die unter anderem von der Bundesregierung und dem BITKOM getragen wird.
* Einen sicheren Surfraum und damit eine gute Hilfe für Eltern, ihre Kinder altersgerecht an die Angebote im Web heranzuführen, bieten spezielle Kinder- und Jugendportale. So zum Beispiel das Portal http://www.fragfinn.de/, das zur Initiative „Ein Netz für Kinder“ gehört oder die neue Initiative „Watch your Web“, die zum verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten im Internet animieren soll.
* Eltern sollten mit ihren Kindern unbedingt über Erlebnisse im Internet sprechen. Das hilft den Kindern, den Wahrheitsgehalt von Informationen zu prüfen. Mütter und Väter sollten sich dabei aber nicht nur für Inhalte von Webseiten interessieren, sondern auch für Erfahrungen ihrer Kinder mit anderen Nutzern – etwa beim Chat, in Netzwerken oder bei Online-Spielen. So können Eltern erkennen, ob ihre Kinder möglicherweise von anderen belästigt werden.
* Medienerziehung sollte schon in den Lehrplänen der Grundschulen verankert werden, damit alle Kinder frühzeitig lernen, sich sicher im Web zu bewegen – unabhängig vom Engagement der Eltern im Einzelfall.

Spot On!
Aber es gibt auch schon Fortschritte hinsichtlich familieninterner Prävention bei der Internetnutzung. Mit 38% der Eltern sprechen schon relativ viele mit ihren Kindern über deren Online-Erfahrungen. Zudem setzt jeder vierte Erziehungsberechtigte spezielle Software ein, die etwa vor Gewalt- oder Sexualdarstellungen schützt. Diese Massnahmen sind in meinen Augen zwingend. Die Weichen für eine erfolgreiche Karriere werden schon früh gestellt und ein jugendlicher Fehltritt aufgrund von fehlender Aufklärung hat schon vor dem Web 1.0 Zeitalter in anderen Bereichen zu so manchem Umweg geführt…

Datenmissbrauch ist E-Commerce Bremse in Deutschland

In Deutschland wird das Thema Datenschutz im Bezug auf Online-Shopping immernoch sehr kritisch beäugt. Laut der aktuellen W3B-Studie von Fittkau und Maaß stehen immernoch die Hälfte der Internet-User E-Commerce nicht unbedingt aufgeschlossen gegenüber. Die Studie legt dabei offen, daß das Thema Datenmissbrauch negatives Hauptargument ist – nicht nur bei Internet-Neulinge sondern vor allem bei erfahrenen Usern.

Das Ergebnis der aktuellen Studie zeigt auch, daß mehr als die Hälfte (56%) der Internet-User befürchten, persönliche Daten werden beim Online-Shopping mißbraucht. Die Umfrage unter 120.000 deutschsprachige Internet-Usern verdeutlicht die vorherrschende Angst, daß die persönlichen Daten zu Werbezwecken entfremdet, oder an andere Unternehmen weitergeleitet werden (zwei Drittel der Befragten). Weitere Negativfaktoren sind die schlechten Möglichkeiten der Qualitätsbewertung (45%) sowie unsicherer Zahlungsverkehr (43%).

Die klare Mehrheit der Befragten (79%) empfindet einen Online-Shop nur als sicher, wenn der Datenschutz klar und deutlich gewährleistet ist. Und der Glaube an Datensicherheit im Netz ist schwer angeschlagen – nicht einmal jeder Zehnte geht davon aus, daß Datenschutzbestimmungen befolgt werden.

Interessanterweise sinken die Bedenken vor Datenmissbrauch auch keinesfalls mit zunehmender Online-Shopping Erfahrung. Das Gegentel ist der Fall: Die erfahrenen Internet-User haben sogar mehr Datenschutzbedenken (59%) als die ‚unerfahrenen Online-Shopper‘ (46%).

Spot On!
Die Anonymität im Netz nimmt basierend auf diesen Ergebnissen natürlich zu: 27% der Befragten geben an, daß sie immer bzw. vorwiegend unter falschem Namen im Web unterwegs sind. Nahezu jeder fünfte Internet-User hat 2008 falsche Angaben bei seinen Online-Registrierungen gemacht und zwei Drittel davon sogar mehrmals. Der Hauptgrund ist die Vermeidung von unerwünschtem Spam in der Mailbox (66%) und der Verkauf der Daten an Dritte (62%).

PS: Die Erkenntnis dürfte bitter sein für die Site- und E-Commerce Betreiber, die zahlreiche Daten der Käufer und User sammeln, um sich ein Bild über das Profil der Kundschaft zu machen. Herstellern müssen auf jeden Fall die Aussagen der Channel-Partner gut evaluieren, bevor sie die Kooperation vorantreiben.

Wie kommt man vom Bloggen zur Bauernregel…

Als ich gestern spontan einen Kunden durch die Stadt zu einem Termin mitnahm, mussten wir an einer der zahlreichen Münchner Ampeln halten. Wir plapperten vor uns hin und passierten gerade den Prinzregentenplatz.

Plötzlich schoss er mit dem Kopf hoch, schüttelte diesen heftig und schrie: „Das geht ja mal gar nicht!“ Ich schau ihn etwas verwirrt an und verstehe nicht. „Was geht gar nicht?“ Er daraufhin: „Na, schau mal schnell da rüber!“

Ich verstand sofort, und mir entfuhr…

„Das ist wie wenn man einen eigenen Blog Post selbst kommentiert mit den Worten: Dieser Post war jetzt eher sinnnlos.“

Wir beide schauten uns an und mussten herzlich lachen.

Was war geschehen? Aus dem Fitnesstudio lief eine jugendliche Frau, frisch geduscht mit hoher Fönwelle, die Sporttasche lässig geschultert. Ihre erste Amtshandlung beim Herauslaufen? Die Eingangstür des Fitnessstudios noch in der Hand steckte sie sich einen Zigarillo in den Mund und zündete diesen an…

Mein Kunde aber konterte noch besser auf meinen Spruch. „Weißt Du, was mir früher im Stern Magazin am besten gefallen hat?! Die Witzeseite mit den Bauernregeln der Tiere.“ Er überlegte kurz, dann sagte er…

„Drum prüfe, wer denn weiter bloggt, ob der Post auch wirklich rockt!“

Spot On!
Ist es nicht herrlich, wenn man mit Kunden sinnlose Sprüche klopfen kann, diese nicht kommentiert, sondern einfach mal auf den Bildschirm bringt…?

PS: Unsere Fahrt endete damit, daß er den Termin verschob und wir noch einen gemütlich Kaffee nahmen. Offline- und Onlinewelt sind manchmal ganz nah bei einander. Man muss sie nur verbinden lernen…

Studie Usability: Kurze Startseiten bei Shops bevorzugt

Eine aktuelle Studie der Marktforscher von eResult beleuchtet das ‚Scrollverhalten auf Startseiten von Online-Shops‘. Hierzu wurden 600 deutsche Personen befragt über die Länge von Startseiten und wie weit User nach unten scrollen. Ergebnis: Kurze Startseiten werden definitiv bevorzugt.

40,4% der deutschsprachigen Webnutzer wollen gar nicht scrollen auf der Startseite. Mehr als 48% der Umfrageteilnehmer bevorzugen Startseiten, bei denen sie möglichst nicht scrollen müssen. Aber die Einschränkungen gehen noch weiter: Die Bereitschaft auf einer Startseite zu scrollen, besteht bei 42,8% dann, wenn dafür idealerweise nicht mehr als rund 1,5 Scrollraddrehungen getätigt werden müssen. Ist die Bildschirmauflösung 1024 x 768 Pixel dann entspricht dies etwa 1500 Pixel (ca. 2 Bildschirmseiten).

Geschlechtsspezifische Unterschiede
Frauen sind gundsätzlich eher bereit zu scrollen als Männer. Sie lassen sich anscheinend schneller oder stärker dazu verleiten weiter bzw. länger zu scrollen.

Altersspezifische Unterschiede
Die scrollbereiten Zielgruppen der unter 20jährigen und der über 60jährigen stechen klar heraus. Die Zielgruppe der 40-49jährigen ist eher ’scroll-renitent‘.

Sonstige Einflusskriterien
Die Scrollakzeptanz der Webnutzer nimmt deutlich zu, wenn ziellos geshoppt wird. Diese ‚Shopper‘ scrollen länger und die Scrollbereitschaft steigt von unter 10% auf über 20%. Sind interessante Produkte auf der Startseite angeordnet, so steigt ebenfalls die Bereitschaft bei 20% der Befragten.

Dennoch… Die Stimmung, die Bildschirmauflösung sowie die Intensität der Internetnutzung hat keinen signifikanten Einfluss auf die Scrolltoleranz.

Spot On!
Die Studie beweist, Online-Shops sollten ihre Startseiten im Sinne Staying Time und der Umsatzsteigerung kurz halten (max. 2 Bildschirmseiten). Sie sollten sich genaustens überlegen, welche geschlechts- und alterspezifische Unterschiede in Frage kommen können und diese im Sinne der Usability einfach halten.