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Der CMO und seine Zukunft – Webmarketing ist der Schlüssel zum Erfolg

Wie sich die Zukunft für den CMO gestalten wird, wird in diversen Beiträgen auf unterschiedliche Weise dargestellt. Tatsache ist: die Position hat sich gewaltig verändert, erfordert einen ganzen Skillset an neuem Wissen und Denken – das Web bestimmt seine zukünftige Rolle und Daseinberechtigung.

Eine Zusammenfassung beachtlicher Beiträge, die in letzter Zeit erschienen sind…

Artikel – Der CMO als Publisher
Joe Pulizzi, Evangelist für Content Marketing in Amerika, fägt in einem Artikel, der im Oktober in der ADWEEK publiziert wurde, ob der CMO zukünftig in der Rolle des Publishers übernimmt. Seine Begründung liegt in den Wurzeln der alten Publishing Economy, denn der CMO müsse zukünftig dieselben Fähigkeiten wie ein Medienunternehmen aufweisen…
– Aufstellen eines Experten Content Netzwerk von Journalisten und Custom Publishern
– Entwicklung eines redaktionellen und Content Planes
– Motivation von Mitarbeitern, die Teil des Content-getriebenen Prozesses werden müssen und sich als Industrieexperten zu positionieren haben
– Einführung einer netzfähige, druckfähige und persönliche Content Strategie als Teil eines integrierten Marketing Programms
Er sieht die Chance für Unternehmen jetzt, obwohl er zugibt, dass die Märkte erst am Anfang der ‚Publishing und Content Revolution‘ stehen. Für Amerika meint er, dass die Kunden den Unternehmen trauen wollen.

„By publishing your brand message in the form of useful information, your company and brand are in a position to become „the trusted information resource“ and to create lifelong brand loyalists. Those that don’t will be left on the outside looking in, and by that time, a publishing mentality may be too late.“

Wer diesen Trend der Publishing Metalität jetzt verschlafe, habe sich irgendwann selbst die Tür zu seinem eigenen Business zugeschlagen.

Studie – Der globale CMO
Die Economist Intelligence Unit hat eine von Google gesponserte Studie herausgegeben, die die Zukunft des CMO’s ebenfalls in ein neues Licht rückt. Hierzu wurden weltweit 230 Senior Marketing Executives und über 20 CMOs globaler Unternehmen interviewt.

Die Executive Summary fasst inhaltlich folgende Statements zusammen:

Globale gegenüber lokale Balance: Das Internet hat als Massenmedium lokale wie Special-Interest Gruppen geschaffen, die gleichermassen lokal wie global bedient werden müssen.

„Centralising global marketing functions such as advertising development and production can create economies of scale and save money, but must be guided by the needs of the local market and customer insights. At the same time, budgets must be freed up so that regional directors can make appropriate decisions based on market demands.“

Der vernetzte Kunde: Die interaktiven digitalen Medien bombardieren Kunden mit Informationen und haben durch ihre globalen Datenaustausch den Mitbewerb verschärft. Die Herausforderung für den CMO ist es, Kunden den Durchblick zu vermitteln.

„This enables CMOs not only to engage in dialogue with customers, but to create long-lasting relationships, enveloping consumers in the corporate brand. Of course, this requires consistent messaging to all corporate audiences—investors, employees and government regulators, as well as customers who increasingly have access to the same information.“

Schneller Wechsel der Marketing Tools und Ressourcen: Markenbildung ist die Pflicht, heute zählt digitale Kommunikation mittels interaktiven Medien als Kür – auch wenn diese kritisch beäugt wird.

„… establishing partnerships with complementary firms is essential to ensure that companies are meeting customer needs and filling gaps in skill sets necessary to expand the customer base.“

Fokussierung auf ROI des Marketingbudgets: Die Relevanz des Marketings wird durch Messung der Effizienz sämtlicher Aktivitäten zunehmen – hier hat das Internet eine zentrale Stellung.

„Hence marketers continue to focus more of their budgets on digital marketing,
where effectiveness can be measured more precisely in click-throughs, information downloads and other forms of immediate viewer response.“

Blog – The CMO Challenge: Exiting the Comfort Zone
Die Zukunft liegt aber auch in der ungewissen Welt zahlreicher neuer Marketinginstrumente, wie Michael Dunn auf seinem Blog Meemoo2Marketingboss schreibt, bezugnehmend auf die ruhige Vergangenheit für Marketingverantwortliche. Ihre Herausforderung liegt in…

„…their fear of departing from the comfort zone of what they know – traditional media – to figure out how to best use and measure the new media that is increasingly controlled by the consumer. This arena includes Internet-based marketing, viral marketing and social marketing, among others.“

Spot On!
Es wird deutlich, dass für CMOs die Zukunft klar durch das Web bestimmt wird: Messbarkeit und MROI bestimmen Marketingaktivitäten. Das Webmarketing wird zum zentralen Schlüssel für den Erfolg des CMO.

Zielgruppe Kinder: Wie Internet-Plattformen am Taschengeld und der elterlichen Kreditkarte verdienen…

Was in der Offlinewelt schon ein Grauß für Eltern, kommt im Web 2.0 Zeitalter auf die Erziehungsberechtigten noch viel ‚dicker‘ zu. Normalerweise war das Web vor den mobilen Services – bei der Zielgruppe Kinder ist die Entwicklung nun andersherum. Was uns das Handy leerte, nimmt die Web 2.0 Welt als Vorbild: die Zielgruppe der Kinder auf eine andere Ebene zu heben. Mit zahlreichen geschickten und cleveren Monetarisierungsmodellen finanzieren zahlreiche Unternehmen mit den Centbeträgen der Kinder ihr Business. Ob und inwieweit das nun moralisch einwandfrei ist, muss jeder Elternpart für sich selbst beurteilen.

Ein Blick zurück mit Ausblick…

Im Web 1.0 gab es noch die Diskussion über ausufernde Handykosten der Kinder, die für Klingeltöne oder ’schräg-pixelige‘ Hintergrund-Bildchen ihr Taschengeld verpulverten. Zahlreiche Provider solcher mobiler Services mussten sich von den Eltern damals übelst hinsichtlich ihrer Geschäftsgebahren als unmoralische Anbieter beschimpfen lassen oder mussten vor Gericht erscheinen. Ein jüngstes Gerichtsurteil zeigt, dass die Problematik in der Web 2.0 Ära immer noch aktuell ist.

Die Anbieter der neuzeitlichen Businessmodelle diverser Web 2.0 Kinder-Portale werden sich hinsichtlich ihrer Monetarisierungsmodelle sicherlich ihre Gedanken gemacht haben, bevor sie das Taschengeld der Kinder als ihre ‚Cash Cow‘ anvisiert haben. Nun sind klassische Online-Werbung oder Gewinnspielformate auf Kinderplattformen ein inzwischen gängiger Weg, den Kindern lustige und schöne Produkte für das Kinderzimmer oder sonstige Gaumenfreuden ans Herz zu legen. Und beim nächsten Einkauf wird an der Kasse diese ‚Quengelware‘ den Eltern dann zum Verdruss, den man aber irgendwie in Kauf nimmt. Diese Form der Angriffs auf das Taschengeld ist irgendwie noch aus der Offlinewelt akzeptiert und ‚moralisch einwandfrei‘ im Zeitalter des Kapitalismus.

Gestern wurde nun eine weitere Kinder Internet-Plattform gelauncht. Es wird Zeit, den Markt und die Formate der Monetarisierung von Internet-Portalen für Kinder mal zu beleuchten, die das Taschengeld der ‚Steppkes‘ adressiert. Die Welle der teils real-, teils virtuell-basierten Businessmodelle für das ‚Taschengeld ausgeben‘, die da auf die Eltern zurollt, wird immer zahlreicher, komplexer und ideenreicher. Einige Modelle wollen wir mal vorstellen, ohne die Moral-Diskussion anzuzetteln – eher um mal zu hören, wie Eltern darauf reagieren.

Verknüpfung von On- und Offlinewelt mit Kuscheltier-Modell

smoodoos.de
Was dem Manager sein XING, ist dem Kinde sein smoodoo. Welches Kind als Premium-User die Plattform nutzen will, der muss sich eines der rund 20 verschiedenen smoodoo-Stofftiere für 25 EUR kaufen – ansonsten sind diverse Services der Community nicht nutzbar. So können z.B. keine ‚Gold-Doos‘ erworben oder ‚Animationen‘ freigeschaltet werden. Dafür wird garantiert keine Werbung angezeigt, ‚vertextet‘ oder verschickt – damit werden die Eltern erstmal beruhigt. Als sichere Community für 6-15 Jährige bietet die Plattform ein eigenes Profil, Clubs und Kommunikationsmöglichkeiten wie private Mails oder ein Chat, so die Infos des Unternehmens. Und Smoodos sagt den Kleinen auch, wann die ins Bett müssen: ab 22 Uhr ist die Community geschlossen.

PS: Mit dem Erwerb eines Smoodoos bekommt man 300 Gold-Doos. Sind die aufgebraucht, muss ein neuer Smoodoo her. Ob die ‚Gold-Doos‘ wohl irgendwann für kleine Beträge auch ohne Kuschel-Smoodoo zu erwerben sind? Folgegeschäft macht Businessmodelle erst so richtig interessant. Taschengeld ade…

mysuperpets.de
Mit dem ‚Sicher Surfen zwischen 4-8 Jahren‘ präsentiert das Startup My Super Pets gestern ‚den sicheren Zugang zu einer kontrollierten Online-Welt‘. Im Handel erhält man eins der sechs niedlich aussehenden Stofftiere zusammen mit einem Kartenleser und einer intelligenten Internet-Karte. So gewährt man den Kindern einen zeitlich eingeschränkten Online-Zugriff auf das Kinderportal, auf dem sie Spiele und Aufgaben erledigen können oder mit Freunden auf der ganzen Welt kommunizieren können. Die „Elternkarte“ kann den Zugang einschränken oder erweitern. Für jedes erfolgreich absolvierte Spiel gibt es „Web-Taler“, mit denen die Kinder in der virtuellen Welt einkaufen können. Die Verknüpfung von Online- und Offline-Welt: Kauft das Kind beispielsweise für sein reales Stofftier Kleidung, wird auch das virtuelle Pendant im Internet damit ausgestattet.

PS: Ob die Web-Taler wohl irgendwann auch zu kaufen sein werden? Man wird sehen…

Rein virtuelle Onlinewelt: Browser-Games und Community-Modelle

bigpoint.de
Das größte Game-Portal Deutschlands wirbt damit, sich einmal zu registrieren und dann nach Belieben quer durch die ganze Bigpoint-Welt zu zocken und alle Features nutzen – kostenlos und ohne versteckte Kosten versteht sich. Die Finanzierung läuft über Affiliates, Display-Advertising und Ingame-Advertising. Kosten können dann aber doch auch für die Kinder entstehen, denn auch hier gibt es Premium-Features bei Spielen, die nur gegen Aufzahlung erhältlich sind (hier neue Kickschuhe, dort eine Waffe kosten dann extra). Um das zu wissen, muss man aber die Geschäftsbedingungen lesen. Ob das ein Minderjähriger macht, geschweige denn das ‚Rechts-Deutsch‘ versteht, sei dahingestellt. Abgesichert hat man sich hier schonmal für den Rechtsfall: „Soweit der Nutzer minderjährig ist, versichert er mit der Bestellung von Premium-Features ausdrücklich, dass ihm die für deren Bezahlung notwendigen Mittel zu diesem Zweck oder zur freien Verfügung überlassen wurden.“ Ob das aber im Rechtsfall als Definition langen wird, bleibt ebenso fragwürdig.

PS: Da ist die Fussball-Community Plattform comunio.de doch eine wunderbare Lösung für Konsument und Anbieter: einmal im Jahr einen kleinen Betrag zahlen und fertig! Ok, das Folgegeschäft für Trikotkauf nach einem Trikottausch fällt da flach. Aber ist das Modell deshalb unattraktiver…?

habbo.com
Die virtuelle Social Community mit Wohncharakter, in der man Freunde finde
n und treffen kann. Die Registrierung ist kostenlos und dann kann man ‚Hang Out for Teens‘ leben. Allerdings muss man schon ein paar Centbeträge -in Form von ‚Habbo-Taler‘- locker machen, wenn man seine Peers mit den hippen Möbeln begeistern will in der virtuellen Welt, die einen umgibt. Von einem Betrag ab 1 EUR an gibt es dann Wohn-Interieur und -Accessoires. Zahlbar mit alle denkbaren Zahlungsoptionen – von der Kreditkarte (Kinder und Kreditkarten?) über Handybezahlung per SMS bis hin zur Paysafecard. Da kann man als Eltern schnell mal den Überblick verlieren, womit die geliebten Kleinen Geld ausgeben. Und genauso zügig ist dann auch mal das Taschengeld überzogen oder später eine Kreditforderungen auf dem Tisch.

PS: Alles offen kommuniziert, alles verständlich, alles logisch. Aber eben virtuell und somit ist das Geld schnell ‚relativ’… fast so wie derzeit bei Kreditinstituten manchmal.

toggolino.de
Irgendwie ist diese Super-RTL Internet-Plattform der Klassiker und die Mutter unter den Kinder-Portalen. Auch hier trennt man die Spreu vom Weizen: Wer nicht Mitglied im Toggolino Club ist, kann die guten Features nicht nutzen. Der Toggolino Club bezeichnet sich selbst als ‚edukatives kostenpflichtiges Internetangebot‘ für drei- bis siebenjährige Kinder und lebt von der Begeisterung um die Brands wie ‚Bob, der Baumeister‘, ‚Thomas und seine Freunde‘ und ‚Toggolino‘ selbst. Und diesen Premium-Anspruch um tolle Kindermarken lässt man sich mit 69,- EUR für ein Jahresabonnement ordentlich vergüten. Bildung ist eben teuer, könnte man argumentieren. Wer mal schnell einen einzelnen Test machen will, ist seinen ‚Wochen-Euro‘ Taschengeld da schnell los.

PS: Die Kosten können nur von Erwachsenen übernommen werden, da die Kreditkarte angegeben werden muss. Liebe Eltern, achtet gut auf die Plastikkarten…!

Spot On!
Eltern müssen sich mehr und mehr davon verabschieden, dass Kinder an der Kasse quengeln, Stofftiere nur zum Kuscheln haben wollen oder sich im Sportclub um die Ecke treffen. Das Web hat sie voll erreicht – und damit auch ihr Taschengeld. Die Quengelei um das liebe Geld fängt inzwischen zuhause vor dem Rechner beim Surfen an. Die Frage stellt sich, wann jemand auf die Idee kommt, eine Internet-Kreditkarte für Kinder zu machen – klar, verifiziert und freigegeben von den Eltern. Falls diese mal nicht zuhause sind, können die Kleinen so ihrem ‚Education-Trieb‘ trotzdem nachgehen.

Ja, die modernen Monetarisierungsmodelle von Internet-Plattformen für Kinder haben auch positive Effekte auf die Zukunft und Entwicklung auf unsere Kinder… – nur die Eltern müssen sich noch darauf einlassen. Das ist wohl derzeit die größte Hürde für die Anbieter dieser Internet-Plattformen.

PS: In UK hatten 2007 -laut eMarketer- 4,2 Millionen Kinder zwischen 8 und 15 Jahren Internetzugang zuhause. Zitat der Studie: „To some extent, children’s behavior online mirrors that of adults; young UK Web users frequent search engines, use e-mail and download music. But they are far more likely than many adults to be active in social networks or visit entertainment sites.“

Trusted Shops: 10 Anzeichen für unsichere Online-Shops

Der Gütesiegelaussteller Trusted Shops hat auf 10 Anzeichen hingewiesen, die Online-Shops tunlichst vermeiden sollten. Vorausgesetzt ihnen ist die Glaubwürdigkeit ihres Shops vor und während des Weihnachtsgeschäftes wichtig…

1. Nebulöse Anbieterkennzeichnung
Sind Angaben zum Verkäufer nur schwer oder gar nicht auffindbar oder enthalten diese unklare Bezeichnungen, ist allerhöchste Vorsicht geboten. Ebenfalls ist Skepsis angebracht, wenn nur eine Firma, aber kein Name, oder nur eine Postfachanschrift genannt wird.

2. Unzulänglicher Datenschutz
Wenn Aussagen zum Datenschutz lückenhaft sind oder fehlen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass der Website-Betreiber Kundendaten weiterverkaufen oder an zweifelhafte Auskunftssysteme übermitteln möchte.

3. Ungenaue Preisangabe
Sämtliche Preise sollten klar wiedergeben, dass die Mehrwertsteuer enthalten ist und welche Versandkosten genau entstehen. Werden die Versandkosten nicht genannt oder ist deren Berechnung unklar, sind böse Überraschungen möglich.

4. Offengehaltene Lieferfrist
Wird die bei einem Produkt genannte Lieferzeit durch eine Aussage im Kleingedruckten relativiert („Lieferfristen sind unverbindlich”), sollte man misstrauisch sein. Schließlich soll ein Geschenk nicht erst nach Weihnachten ankommen. Auch widerspricht dies der Vorgabe der Rechtsprechung, wonach längere Lieferzeiten direkt beim Produkt genannt werden müssen.

5. Unabgesicherte Vorkasse
Eine Zahlung per Vorkasse sollte durch eine Geld-zurück-Garantie von Trusted Shops abgesichert sein. Nur so lässt sich vermeiden, dass man sein Geld verliert, falls der Händler trotz Zahlung nicht liefert – Überweisungen lassen sich nämlich nicht rückgängig machen.

6. Unverschlüsselte Datenübertragung
Zahlungsdaten unverschlüsselt zu übertragen, ist riskant, weil diese abgefangen und missbraucht werden können. Obendrein verstoßen Kunden damit häufig gegen die Bedingungen ihrer Bank. Das Schloss-Symbol im Browser zeigt an, dass die Übertragung verschlüsselt ist.

7. Unzulässige Widerrufsbeschränkung
Bis auf wenige Ausnahmen besteht das Recht, eine Ware innerhalb von zwei Wochen zurückzugeben. Vorsicht ist geboten, wenn ein Händler versucht, dieses Recht einzuschränken, indem er z.B. nur originalverpackte Ware zurücknimmt oder Angebotswaren von der Rückgabe ausschließt.

8. Benachteiligung im Kleingedruckten
Kundenunfreundlich und gesetzlich verboten ist der Versuch mancher Händler, Kunden durch Klauseln in ihren Geschäftsbedingungen unangemessen zu benachteiligen. Unzulässig und unwirksam sind z.B. Aussagen wie „Versand auf Gefahr des Käufers” oder „Transportschäden müssen sofort gemeldet werden”.

9. Schlechte Erreichbarkeit
Eine Produktanfrage im Vorfeld per E-Mail oder Telefonanruf zeigt, wie es um den Kundenservice bestellt ist. Erfolgt keine zügige Antwort bzw. ist nur ein Anrufbeantworter erreichbar, sollte man auch kein vorbildliches Entgegenkommen bei Umtausch- oder Rückgabewünschen erwarten.

10. Negative Bewertung
Bei Händlern, die einem nicht bekannt sind, kann eine kurze Internetrecherche sinnvoll sein. Veilleicht gibt es Negativeinträge in Foren, die zu erhöhter Wachsamkeit mahnen. Ein Gütesiegel wie Trusted Shops garantiert einen risikolosen Online-Einkauf.

Social Networks: Barnes & Noble launcht eigenes Lese-Network

Der Trend zum eigenen Corporate Social Network nimmt immer mehr zu. Nach Starbucks, Nike, Dell und Chrysler, die als Vorreiter in diesem Bereich gelten, hat nun auch Barnes & Nobles, Top-Retailer in Amerika, mit My B&N seine eigene User Community gelauncht.


Interessant ist bei diesem Beispiel die Monetarisierungs-Hoffnung: Man geht anscheinend davon aus, dass sich durch den Kauf der diskutierten Produkte das Social Network finanziert. Ein interessanter Ansatz, der in diesem Fall gar nicht abwegig ist: Bücher verkaufen sich hauptsächlich durch Word-of-Mouth Strategie. Online empfohlen, online Kritik lesen, online kaufen. Bücher werden so zu Bestsellern und füllen so schnell die Kassen der Buchhändler.

Was an der Lese-Community gefällt…
– direkte Anbindung an die Homepage von Barnes & Noble
– gute Benutzerführung zur Kommunikation über Literatur, Musik und DVDs.
– Exportfunktionalität in Facebook
– 50 Avatare als Profilbild – Skater, Superheldin, Kobold, etc.
– Option diverse Lieblingslisten zu erstellen a la Amazon.
– Produktabgleich über Listen zum direkten Plausch über Bücher oder DVDs.

Was leider nicht zum Konzept passt…
– Obwohl man bei der Exportfunktionalität in Facebook mitgedacht hat, kann man nur über die Homepage von Barnes & Noble an die Community ran. Ein direkter Weg verspricht mehr Optionen hinsichtlich SEM/SEO, etc.

Spot On!
Die Zielsetzung solcher Konzepte ist mehr oder weniger überall gleich: stärkere Positionierung der Marke in einer avisierten Zielgruppe und Kundenbindung verstärken und optimieren. Man darf gespannt sein, ob die Community nicht doch lieber liest als chattet oder networked. Da könnte das privaten Empfehlungsmarketing schnell zum erliegen kommen. Denn dann fehlt das Geld in den B&N Kassen und der Community geht schnell die Luft aus. Bleibt abzuwarten, ob Amazon hier nachzieht…

Preview: Interview zur Internet World Messe mit Projektleiterin Weissenbach

Kaum ist die OMD beendet, schon steht die Internet World 2008 vor der Tür (21.-22. Oktober). Stellt sich die Frage, wie sich die Internet World nun von den anderen beiden Messen OMD und DMEX unterscheidet bzw. was die Besucher auf der Internet World erwartet.

Frank Kemper, stellvertretender Chefredakteur der Internet-Wirtschaftszeitschrift INTERNET WORLD Business, hat ein Interview mit Sabine Weißenbach, Projektleiterin Internet World 2008 geführt, welches in der Ausgabe der INTERNET WORLD Business vom 02. Oktober erscheint.

The Strategy Web bringt den Preview…

Was genau macht eigentlich die Internet World aus? Worin unterscheidet sie sich von anderen Veranstaltungen zum Thema E-Commerce?
S
abine Weißenbach:
Vermutlich könnte man jeden Tag auf irgendeine E-Commerce-Veranstaltung fahren, so viele gibt es inzwischen davon in Deutschland. Aber die Internet World ist mit ihrem breiten Themenspektrum etwas Besonderes. Schon seit Jahren konzentrieren wir uns nicht nur auf einzelne Aspekte des E-Commerce, sondern bilden die gesamte Wertschöpfungskette im Internet ab. Daraus ergibt sich ein Kongress, dessen thematische Breite von Jahr zu Jahr größer wird. Auch die Spannbreite der Aussteller auf der Messe wird größer. Hier treffen sich alle, vom Hoster über den E-Mail-Marketingdienstleister bis zum Payment-Anbieter. In diesem Jahr werden wir auf der Messe übrigens viele neue Gesichter sehen, denn rund fünfzig Prozent der Aussteller sind 2008 zum ersten Mal auf der Internet World mit einem Stand vertreten.

Wer sollte einen Besuch auf der Internet World einplanen?
Weißenbach: Mit unserem Kongressprogramm sprechen wir überwiegend die strategischen Entscheider an, also Geschäftsführer, Online-Marketing-Entscheider sowie E-Commerce- und IT-Leiter. Mit der Messe wollen wir dazu auch die operative Ebene erreichen, also alle, die mit Dienstleistungen und Produkten im Internet zu tun haben. Die Vorträge und Präsentationen in den Infoarenen wenden sich zum Beispiel explizit an Praktiker – zum Beispiel an Webmaster oder Ebay-Powerseller.

Was hat sich auf dem Kongress gegenüber dem vergangenen Jahr geändert?
Weißenbach:
Das Spektrum der Themen auf dem Kongress ist im Vergleich zu 2007 erneut größer geworden. Specials zu Themen wie „Personalentwicklung“ und „Silver Surfer“ sind neu im Programm. Natürlich versuchen wir auch immer, aktuelle Trends in das Kongressprogramm einfließen zu lassen, zum Beispiel Bewegtbilder im Internet oder virales Marketing. Dazu wird es im Oktober einige Case Studys und Studienergebnisse geben, die man so noch nicht gehört hat.

Und was sind die Highlights der Messe in diesem Jahr?
Weißenbach: Das Konzept der Infoarena ist 2007 bei den Messegästen sehr gut angekommen, deshalb haben wir in diesem Jahr zwei Infoarenen. Dort gibt es ungefähr alle zwei Stunden einen Themenwechsel, sodass Besucher sich einen guten Überblick verschaffen können. Die Vorträge haben „How-to“-Charakter, also: Wie funktioniert’s? Beim Career Center haben wir darauf geachtet, dass es nicht nur für Jobsucher interessant ist. Von vielen unserer Aussteller wissen wir, dass sie akut Personal suchen, und im Career Center geben Experten Tipps, wie man Personal findet – und es hält.

Am Abend des ersten Messetags verleiht die Redaktion den OnlineStar für die INTERNET WORLD Business-Idee 2008. Haben Sie schon einen Tipp, wer die Trophäe bekommen wird?
Weißenbach: Natürlich haben wir uns im Team die nominierten Kandidaten für den OnlineStar und ihre Geschäftsideen mit großem Interesse angesehen. Ich möchte aber an dieser Stelle keinen konkreten Favoriten nennen, weil ich die Wahl nicht beeinflussen möchte. Ich freue mich aber schon besonders auf die Preisverleihung und die anschließende After Conference Party. Dieser Event bietet sicherlich für Aussteller, Messebesucher, Referenten und Kongressteilnehmer einen schönen Ausklang des ersten Messetags – und lädt zum Networking ein.

Wer dann noch weiterfeiern möchte, sollte sich eine Karte für die OnlineStar-Gala sichern, die anschließend in der Kongresshalle Alte Messe – unweit des Oktoberfest-Geländes in der Mitte Münchens – stattfindet. Dort werden die OnlineStars für die kreativsten Onlinewerbekampagnen vergeben. Das wird bestimmt sehr festlich – und natürlich auch sehr spannend.

Warum CEO’s und Geschäftsführer in Networks sein sollten…

Es ist immer wieder interessant zu sehen, welche CEOs und Geschäftsführer sich in Business Networks zeigen. So frägt man sich, ob und wie die Business- und Social Networking CEO’s und Geschäftsführer das Networking Dasein auch auf anderen Plattformen leben?

The Strategy Web macht einen Kurztest am Beispiel Xing…

In Xing finden sich die Geschäftsführer von asmallworld, MySpace, studiVZ, stayfriends und lokalisten.de sowie der CEO von Plaxo und Passado – allerdings nicht der CEO von LinkedIn noch der von Facebook. Ist es nicht eigentlich Pflichtprogrammm beim Mitbewerb zuzuschauen?

Ein interessanter Einblick in die unterschiedliche Mentalität von CEO’s und Geschäftsführern diesbezüglich ist, dass die deutschen ‚Network-Top-Manager‘ wenige Einblicke in ihr Business zulassen und ‚Bestätigte Kontakte‘ nicht freigegeben – ganz im Gegensatz zu den englischsprachigen Kollegen. Ist es nicht Sinn der Netzwerke, zu sehen, wer mit wem im Business in Kontakt steht?

Die Gruppenaktivitäten halten sich bei den CEO’s und Geschäftsführern gewaltig in Grenzen (oder sind ebenso nicht freigegeben) – klar, sind ja auch vielbeschäftigte Businessentscheider und alles an Wissen und Interessen will man den Premium-Usern wohl doch nicht preisgeben.

Ebenso sind die meisten offensichtlich nicht bereit Herrn Hinrichs erfolgreiches Businessmodell zu unterstützen – Premium Mitglied ist man dann doch eher nicht – zumindest dem Anschein nach.

Leiten wir daraus mal 10 Thesen ab, warum CEO’s und Geschäftsführer generell auf Business- und Social Networks aktiv sein sollten…

5 Thesen pro Business Networks

*Markenpflege: Wer die Marke führt, geht mit gutem Beispiel voran. Business Networks sind für Geschäftsführer ein weiteres Aushängeschild als erfolgreiches Brand und führender Manager der Branche sowie deren Aktivitäten im Web darzustehen.

* Informationsvorsprung: Durch die Vernetzung der CEO’s mit Partnern über Business Netzwerke kennt der CEO manchmal schon vor einem neuen Trend die Marktveränderungen z.B. wenn sich im Markt Dienstleister neu orientieren – oder sich der Mitbewerb mit den Dienstleistern unterhält. Der CEO kann so präventiv strategische Massnahmen ergreifen.

* Up-To-Date bezüglich eigener Mitarbeiter: Über Business Netzwerke ist jeder CEO besser über die Kontakte seiner Mitarbeiter informiert. Dank Statusmeldung erfährt er von Gruppenaktivitäten der Mitarbeiter und Neukontakten, die neben dem alltäglichen Business zur Verbesserung der Kommunikation mit Kunden, Partnern und sonstigen Kontakten der Mitarbeiter laufen.

* Neue Personal-Recherche Optionen: Business Netzwerke bieten bei Recruitingprozessen für Management Positionen einen guten Researchüberblick bei der Beobachtung, welche Art von Kontakten eine gewünschte Person über einen definierten Research Zeitraum generiert und welche Aktivitäten diese Person vornimmt.

* Position der Meinungsführer: Kommuniziert und diskutiert der CEO in Gruppen der Business Networks, zeigt er sein Interesse für die industriellen Branchenthemen, -fragen sowie deren Herausforderungen und demonstriert seine Mitarbeit an der Entwicklung der Branche.

5 Thesen pro Social Networks

* Business wird von Menschen gemacht: Ist ein CEO in Social Networks aktiv, bekommt das Business ein menschliches Gesicht und es erlaubt Partnern einen kleinen Einblick in private Vorlieben und Aktivitäten außerhalb der Businesswelt.

* Socializing Effect: Social Networks machen CEO’s greifbar und ermöglichen die ‚off-the-record‘ Kommunikation mit Partnern und Dienstleistern – und umgekehrt. Wer die Basis der Businessbeziehungen im privaten Augen behält, kann schnell mal ins Stadion eingeladen, zum Segeln mitgenommen oder zur Runde Golf ‚dazugeholt‘ werden. Und was man da so alles erfährt, weiß nicht nur ein CEO und Geschäftsführer…

* Kundensicht: In Social Networks wird in Gruppen viel über Marken, Produkte und Firmen ge’twittert‘. Wenn solche Meinungen vom CEO in Management Meetings eingestreut werden können, vermitteln dieser den Mitarbeitern den Kundenblick und kann den einzelnen Abteilungen Input über die Kundschaft liefern und was diese im Markt diskutiert.

* Mitarbeiter-Motivation: Läßt sich ein CEO in Social Networks blicken, ist er näher an seinen Mitarbeitern dran und bekommt zusätzliche Informationen über Interessen und Hobbies der Mitarbeiter, sowie teilweise auch Gruppenbildungen innerhalb der Abteilungen mit. Manchmal langt es schon, wenn der CEO einen Mitarbeiter auf seine persönlichen Interessen anspricht, zu einem Quiz beiderseitigen Interesses einlädt oder auch sich erstmal oder nur mit dem Mitarbeiter vernetzt.

* Kunden-Motivation: In Social Networks bewegt sich auch der CEO im Stile des Word-Of-Mouth Marketings und kann auch seine Blogs, Wikis und sonstige Web 2.0 Ideen seiner Mitarbeiter hinweisen. Da finden sich sicherlich so manche Kunden, die auf den Zug aufspringen und auch in diesen Medien aktiv werden.

Vielleicht fallen den Lesern ja noch weitere Gründe ein. Die sind dann jederzeit willkommen…

Lead Generierung – Unternehmen machen es sich zu einfach…

Wenn man sich die Programme zur Lead Generierung mancher Unternehmen ansieht, so frägt man sich, ob diese Unternehmen unrealistisch sind und warum User begierig sein sollten, ihre Daten den Unternehmen in die Datenbank zu werfen. Viele Unternehmen versuchen immer noch mit Brotkrumen Topentscheider zum Essen locken…

Seit Jahren kann man aus Sicht der Medien beobachten, dass die Qualität der angebotenen Downloads und Promotions von Unternehmen schlechter wird, die Wünsche nach hochwertigen und kaufkräftigen Kunden aber nach oben gehen. Lead Generierung in Unternehmen ist zwar hoch im Kurs, aber die Kommunikationsstrategie, das Konzept und die Kreation dahinter sehr fragwürdig. Ein Zeichen des wachsenden Umsatzdrucks der Unternehmen oder eher ein Abbild der Ressourcen Knappheit in Marketing- und PR-Abteilungen und deren Budgets? Teilweise wohl eher ein Problem einer ganzheitlichen Kommunikationsstrategie und Stringenz in der Markenführung der Unternehmen.

Am Beispiel von Whitepaper Kampagnen in der IT-Branche lässt sich dies wunderbar nachvollziehen. Während die großen Brands noch von ihrer Markenbekanntheit profitieren (fraglich, wie lange noch…) und sich die Lead-Listen aus den Kampagnen erfolgreich darstellen, versuchen zunehmend kleine und mittelständische Unternehmen mit Whitepapern auf ‚Lead-Fang‘ zu gehen. Meistens scheitern sie aus den relativ offensichtlichen Gründen: Die Whitepaper sind zu wenig aussagekräftig, zu produktlastig und ‚verkaufen‘ mehr, denn daß sie dem User einen Lern-Mehrwert bringen, was der eigentliche Sinn des Whitepapers ist.

Das Ergebnis dieser schlecht durchgeführten kommunikativen Massnahmen hat aber weitreichende Ausmasse. Der Internetuser ist inzwischen erwachsen geworden. Er lädt das Paper nicht herunter, die Online Plattform wird als falsche Marketing Plattform abgestempelt, die Agentur als inkompetent bei der Auswahl der Media-Plattform und das Misstrauen in Kampagnen zur Lead Generierung wächst. Auf Dauer verschwinden hochwertige User aus Lead-Listen und die ungeliebten ‚Jäger und Sammler‘ bleiben übrig.

Bei Großunternehmen zeigt sich ein anderes Phänomen: Nicht nur Whitepaper Kampagnen sollen online die Lead Listen der Unternehmen füllen. Lead Generierungs Programme werden inzwischen mit Webcasts, Podcasts, Events, ausführlicheren PR-Artikeln durchgeführt, welche schnellstmöglich von eifrigen Call Center Agenten nachtelefoniert werden, die die Produkte der Unternehmen an den Kunden bekommen sollen. In welchen Status des Kaufentscheides sich der Kunde befindet, wird dabei gar nicht mehr hinterfragt. Auch, dass man über Jahre eine Marke und viel Vertrauen in diese aufgebaut hat, steht nicht mehr im Fokus. Hauptsache: Lead Potential kommt zahlreich ins Haus und wird schnellstens in Kunden umgemünzt – egal wie.

Viele Unternehmen machen die Rechnung ohne das eigene Salesteam. Immer öfter hört man die Unzufriedenheit der Vertriebsmannschaften. Denn: Wer telefoniert schon gerne Leads ab, die nicht qualitativ hochwertig erscheinen (geschweige denn sind)? Und welcher Verkäufer liebt den Satz: ‚Also, ich hab bei Ihnen nichts heruntergeladen? Könnte mich nicht erinnern…!‘ Müssen sich Unternehmen einem Neuorientierungsprozess unterordnen?

Dazu muss man erst eine andere Frage beantworten: Wer zeichnet eigentlich verantwortlich für den unterschiedlichen Anspruch aus Schein und Sein bei der Lead Generierung? Dass Marketing erfüllt nur seine Aufgaben und Pflichten. Dennoch muss der Marketingverantwortliche seine Leadzahlen liefern, um am Quartalsende oder Jahresende seinen Bonus zu bekommen. Diese Grundlage drückt den CPL (Cost-Per-Lead) bei den Media-Plattformen, ist aber alles andere als erfolgversprechend für den Kunden, wenn die Basis für die Lead Generierung nicht stimmt. Kampagne mit einem unattraktiven und nicht zielgerichteten Whitepaper oder Webcast nehmen in der Regel kein erfolgsgekröntes Ende.

Die Frage ist aber ein grundsätzlicher Management Diskurs: Kann man die Lead Generierung in Unternehmen reformieren? Kann man die Geschäftsführer und CEO’s von Unternehmen dazu bringen, den Wert eines guten Leads richtig zu bewerten, ohne dem Marketing bei Nichterreichen der Leadzahlen den Bonus zu verweigern? Kann man den Prozess aufhalten, der auf ‚Mehr Leads, bei weniger Input durch die Unternehmen‘ basiert? Inwieweit muss ein Marketingbonus für Lead Generierung an die richtigen Ressourcen wie Personal, Zeit und Budget gebunden sein, aus denen erfolgversprechende Materialien entstehen?

Vermutlich kann man nur mal Gedanken anregen, die zu einem Umdenken führen. Und sich auf den Sinn des Marketings in Unternehmen berufen…

* Marketing vertritt eine Marke. wie diese Marke wahrgenommen wird, hängt an den Fähigkeiten des Marketingteams, die wiederum mit den Zielen, Erwartungen und Strategien des Unternehmens in Einklang zu bringen sind. Die Verantwortung trägt das Management – nicht das Marketingteam. Das Marketing muss dem Management aber die Möglichkeiten klarmachen, die Lead Generierung bietet und wo sie an Grenzen stößt. Sind Ziele unrealistisch, muss dem Management so etwas vor etwaigen Zielvereinbarungen offenbart werden.

* Marketing muss auf einem Mission Statement basieren und diverse Aussagen sowie Botschaften des Unternehmens an den Kunden herantragen. Dieser (potentielle) Kunde ist in seiner Position im Einkaufsprozess zu identifizieren: wer ein Produkt evaluiert und herunterlädt, ist noch lange nicht der (oder überhaupt ein) Entscheider. Die Verkaufsmannschaft muss hier Vorsicht walten lassen und vielleicht erstmal noch eine Mail an den Lead senden, welche dessen Position im Prozess bestätigt und Hinweise auf andere Entscheider Personen zulässt.

* Marketing dient der Verkaufsförderung, die durch einen Dialog mit den (potentiellen) Kunden hergestellt werden muss. Dazu ist ein Dialogbasis mit Kunden aufzubauen, die die grundsätzlich vermittelten Werte der Marke und des Unternehmens im rechten Licht darstehen lassen. Whitepaper, die mehr wie ein Fact Sheet oder eine Technisches Datenblatt daherkommen, schneiden da bei der Kundenakzeptanz schlecht ab – und somit die Lead Generierung.

* Marketing sollte jederzeit für jeden Entscheidertyp die richtigen Kommunikationsmaterialien zur richtigen Zeit an der Hand haben. Vor allem im B2B Geschäft sind die Bedürfnisse eines CEO im Vergleich zu einem Abteilungsleiter und einem administrativ-umsetzenden ‚Evaluierer‘-Typ sehr unterschiedlich. Die Unternehmen, die die unterschiedlichen Typen nicht mit den richtigen Materialien versorgen können, müssen sich die Frage stellen, ob der Einsatz eines Programmes zur Lead Generierung gerechtfertigt ist.

* Das Management muss akzeptieren, dass sich Vorstandsmitglieder, Geschäftsführer oder Top Manager nicht gern für ein Whitepaper, ein Webcast oder eine andere Lead Generierungs Massnahme registrieren. Diese Leute sind unbedingt zielgerichtet mit der Marke zu konfrontieren, damit ein Verkaufsprozess nicht daran scheitert, dass dem CEO oder Vorstandmitglied eine Marke gänzlich unbekannt ist. Dies ist möglich über z.B. CEO Vorträge (gleiche Peers!), Events oder kulinarische Lead-Varianten (z.B. Executive Breakfast). Da wird ein Lead dann doch mal gern bei einem Anbieter hinterlassen.

Spot On!
Unternehmen, die eine erfolgreiche Kommunikationsstrategie mit ihrer Lead Generierung fahren wollen, brauchen für jede Zielgruppe gezielte und passende kommunikative Kreativmittel. Diese Mittel zeigen dem Kunden, ob die Marke das Vertrauen des Kunden verdient oder nicht. Programme zur Lead Generierung sind direkt, zielgerichtet, transportieren Business Know How und erwarten Feedback. Der Kunde will wissen, warum er das iPhone haben muss, und nicht warum er ein vergleichbares Handy nicht haben muss – der Techniker aus technischer Sicht, der Manager für bessere Businessergebnisse und der CEO für den ROI. Der CPL sollte sich entsprechend an der Wer
tigkeit der einzelnen Person im Entscheidungsprozess orientieren und nicht als Pauschalangebot alle Leads über einen Kamm scheren. Wer einfach nur viel Leads zu niedrigen Preisen fordert, macht es sich mit der Lead Generierung zu einfach…

Unterbrecherwerbung fördert die Marke? – Studie zu Mid-Roll Video Ads

Eine alte Erkenntnis der Werbebranche… Unterbrecherwerbung steigert Markenerinnerung, Werbewirkung und Kaufbereitschaft. Eine aktuellen Studie des Online- und Multimediavermarkters der ProSiebenSat.1 Group, SevenOne Interactive, unter 970 Teilnehmern hat belegt, dass Mid-Roll Video Ads erfolgversprechender sind als die herkömmlichen Pre-Roll Video Ads.

„Dass MidRolls bei allen Faktoren besser abschneiden als PreRolls ist in erster Linie auf das starke Involvement beim Ansehen eines Films zurückzuführen“, erklärt Matthias Falkenberg, Geschäftsführer SevenOne Interactive. „Wir wissen aus dem TV, dass die Lean-Back-Phase beim Fernsehkonsum die optimale Grundlage für die Rezeption einer Werbebotschaft bildet. Diesen Mechanismus transportieren wir durch die MidRoll Video-Ads ins Internet.“

Spot On!
Ok, Herr Falkenberg, das ist prinzipiell richtig. Aber die Beiträge im Web-TV sind in der Regel bedeutend kürzer als im TV. Lehnt man sich im Web TV wirklich schon entspannt zurück bei einem ‚5 Minüter‘? Die Frage ist auch, ob das Markenimage des ‚Störer-Werbers‘ dadurch positiv oder negativ beim Kunden haften bleibt. Die Studie gibt darüber keine Auskünfte…

Bei Sat1 TV kommt man oft nicht zur Lean Back Phase, weil man aufgrund der Werbung ständig aufsteht und oft das Involvement verliert… *Zapp* Weg bin ich…

Die Typen der Business Netzwerke – Gladwell’s ‚Tipping Point‘ reloaded

Jeden Tag suchen die modernen Businessmenschen nach der entscheidenden Veränderung in der eigenen Arbeitswelt mittels ihrer rastlosen Aktivitäten in Business Netzwerken. Sie suchen nach dem kleinen ‚Etwas‘, das für das Geschäft eine große Wirkung haben sollen. Vor ein paar Tagen kam bei uns die Diskussion auf, ob man eine grundsätzliche Typisierung der User von Business Netzwerken vornehmen kann. Es wurde viel nachgedacht, überlegt und visioniert – und am Ende kam eine interessante Lösung raus…

Das Ergebniss fundierte im Buch ‚The Tipping Point‘, in dem Malcolm Gladwell die Rolle der entscheidenden Personen an Veränderungsprozessen unter dem Aspekt ‚The Law of the Few‘ beleuchtet. Er identifiziert dabei drei Typen, die bei Veränderungsprozessen unentbehrlich sind: Vermittler (Connectors), Kenner (Mavens) und Verkäufer (Salesmen).

Schaut man sich die Aktivitäten der Web 2.0 Gesellschaft in ihrem täglichen Wirken an, so sind zahlreiche Parallelen unverkennbar. Zum Beispiel, dass wir unsere Persönlichkeit nach genau diesen drei ‚Gewinnertypen‘ mit unseren Profilen ausrichten und, dass wir gleichzeitig versuchen, alle drei Typen in uns zu vereinen?

Ein Versuch die drei Typen aus Sicht der Aktivitäten in Business-Netzwerken wiederzufinden…

Vermittler (Connectors)
Prinzipiell erfüllen wir ‚Business-Netzwerker‘ alle diesen ersten Typus. Denn: Wer sich in einem Business Netzwerk registriert, bringt sich mit Mitbewerbern, Marktkennern, Partnern und Kunden zusammen und ist ja schon per se ein Connector, ein verbindender Mensch mit Verbindungen oder nicht? Fragwürdig… Denn nur, wer auch die Rolle des Vermittlers lebt, Menschen business-technisch erfolgreich zusammenbringt und sich ohne die permanenten Provisionsgedanken im Hinterkopf engagiert, ist der wahre Vermittler im Gladwelschen Sinne.

Wie man den Erfahrung vieler Kollegen und Businesskontakten entnehmen kann, scheiden sich hier die Geister gewaltig. Die Orientierung der Anwesenheit in Business-Netzwerken geht klar in Richtung: Me and my profit come first! Selten bekommt man wirklich wertvolle Vermittlungsansätze von Dritten für das eigene Business – egal ob man gut verlinkt ist oder nicht. Und schon gar nicht aus Eigeninitiative der eigenen Netzwerk-Kontakte. Wer zwar deutlich und ausdrücklich etwas sucht, muss dennoch erstmal direkt sein Netzwerk umständlich anzapfen. Früher hat man nach einem guten Tipp an Weihnachten eine gute Flasche Wein erhalten – heute scheint diese Geste ders guten Businessknigge abhanden gekommen zu sein.
Nicht selten bekommt man das Gefühl, heute bei Anfragen nach Vermittlungsansätzen zeitlich unpassend und am falschen Ort zu erscheinen (trotz ‚Vorstellen‘ Button).

Ist unser schnelllebiger, mit Terminen vollgestopfter Arbeitsalltag ein Bremsklotz für ein effizientes Vermittler-Dasein in den Business Netzwerken? Auf jeden Fall ist es schwierig, sich wirklich organisiert als Vermittler aufzustellen. Denn je mehr Businesskontakte man hat, umso weniger Zeit bleibt für jeden einzelnen Kontakt, neues Netzwerk- oder Business-Potential zu vermitteln.

Fazit: Das Prinzip ‚Eine Hand wäscht die andere‘ wird inzwischen in Business-Netzwerken leider viel zu stark im monetären Sinne gelebt. Ein Problem des Ressourcenmangels in Unternehmen oder der Profitausrichtung der Firmen und ihrer Manager? Die Antwort bleibt offen…

Kenner (Mavens)
Speziell im Web 2.0 Business, in der wir alle Business-Netzwerke und Wikis mit unserem Wissen füllen und wichtige Erkenntnisse in Blogs festhalten, manifestieren sich verschiedenste Arten von Kennern. Früher nutzten solche Businesspersonen Offline Veranstaltungen, stellten sich als Redner zur Verfügung oder verfassten Beiträge in wissenschaftlichen Zeitungen. Inzwischen will jeder derjenige sein, der sich als Kenner positioniert – der zur ‚Quelle neuer
Informationen wird, auf die wir vertrauen‘. Ob in Gruppendiskussionen oder als dortiger Moderator – in Business Netzwerken kann jeder zum Kenner werden. Das Internet macht die gewünschte Reichweite möglich…

Auch hier zeigt sich eine gewisse Diskrepanz zwischen den wahren ‚Kennern‘ und den -nennen wir sie mal- Reproduzenten. Zwei banale Vergleiche aus der Sportwelt – gerne! In der Fussballwelt gibt es die Option, sich einen Stern auf die Trikotbrust zu heften, wenn man erfolgreich die Champions League gewonnen hat. Beim Golf geht das Handicap je nach Erfolg rauf oder runter. Und Firmen können sich warm anziehen, wenn bei metacritic die Bewertungen der Produkte in den Keller gehen.

In Business-Netzwerken heftet sich jeder soviele Sterne ans Revers, wie nur eben möglich – unverifiziert von erfolgreichen bzw. angesehenen Businessmenschen. Da wird es schwer den Kenner, vom Reproduzenten zu unterscheiden. Ist ein Award oder Auszeichnung der Business-Netzwerke also für hervorragende Moderatoren, für qualifizierte Diskussionteilnehmer in Gruppen (z.B. durch die Gruppen-Moderatoren) oder für außergewöhnliche Blogger? Macht Sinn, wenn man ein qualifiziertes Komitee davorschalten würde. Zumindest würde es eine kleine Richtlinie zu mehr Transparenz bieten und zu mehr Übersichtlichkeit bei der heutigen individuellen Businesswelt dienen.

Fazit: Es fehlt an einer Orientierungshilfe, wer die überdurchschnittlichen ‚Kenner‘ der Märkte und Branchen sind. Xing, LinkedIn und alle ihre Mitbewerber könnten helfen, die Welt der erfolgreichen Businesstypen zu erhellen.

Verkäufer (Salesmen)
Überzeugend und charismatisch wollen wir allein schon mit unserem Profil in den Business-Netzwerken sein, weshalb sich jeder Manager auch entsprechend ein überzeugendes Profil ‚zurecht schustert‘. So manches Firmenbudget geht für hochprofessionelle Businessfotos oder Überstunden durch verstärkte Gruppen(-moderation) drauf. Dabei frägt man sich z.B. bei den Bildern, ob ein ehrliches, dem Typ passenderes Bild nicht überzeugender wäre. Auch wenn business-casual in manchen Branchen und Firmen nicht erlaubt ist.

Überzeugt sind wir dennoch von der Überzeugung, dass wir überzeugend im Business-Netzwerk auftreten: Wir überzeugen durch mannigfaltige Gruppenaktivitäten, durch zahlreiche Businesskontakte und durch reichhaltige Angaben bei Interessen, Berufserfahrung und Ausbildung. Dennoch sind wir dann noch lange nicht die Verkäufer, die mehr sagen als sie sagen und dadurch überzeugender sind als überzeugend (freie Interpretation der Gladwell Salesmen-These).

Ein ordentliches und engagiertes Profil macht noch keinen guten Verkäufer. Dazu ist manchmal ein besseres Bild notwendig und vor allem ein feineres Darstellungs-, Kommunikations- und Verhandlungsgespür (in Gruppen wie generell im Business Netzwerk). Und wenn im Alltag die ersten 10 Sekunden über Sales-Erfolg und – Misserfolg beim ersten Businesstreffen entscheiden, dann sind es bei der großen Auswahl in Business-Netzwerken vermutlich maximal fünf Sekunden. Was die Geschäftspartner im Salesprozess überzeugt, ist nicht die Universität, an der man studiert hat – ebenso wenig wie der Uniabschluss nach dem ersten erfolgreichen Job mehr zählt als die Aussage: Diplom vorhanden – ENDE. Nur davon kann man bei seiner eigenen Überzeugungskraft bei Einträgen in Business-Netzwerken aus Salesperspektive überzeugt sein.

Fazit: Die gewählte Darstellungsvariante des eigenen Profils und Auftretens in Business-Netzwerken muss dem Umfeld der eigenen Businesskontakte und -branche entsprechen. Wer den Wesenszug der Zustimmung austrahlt, erfäh
rt den Tipping Point des Verkäufers, der Erfolge sammelt.

Spot On!
Letztendlich sind es die Soft Skills der drei Typen, die als Kür den erfolgreichen Businessmenschen ausmachen. Die pure Anwesenheit in Business-Netzwerken ist das Pflichtprogramm. Entscheidend ist, wie ’sticky‘ und im Zusammenhang der Arbeitsthemen passend man in den Business-Netzwerken den Leuten erscheint, die dem eigenen Business zuträglich und gewinnbringend sind. Hier zeigt sich der wahre Matchmaking Typus.

Die Jäger-und-Sammler Leidenschaft der Business-Netzwerk Typen der Anfangsjahre ist -vermutlich aus Ressourcengründen- einem diversifizierten Business-Allrounder Typus gewichen. Die grundsätzlichen Fähigkeiten der ‚Veränderer‘ hat Gladwell in seinen drei Typen schon früh erkannt. Ob er jedoch wußte, dass die Managerwelt des heutigen Business erfordert, alle Typen in sich zu vereinen, sei mal dahingestellt…

Yammer ist in, Twitter out…

TechCrunch50 feiert in diesem Jahr einen neuen Stern: Yammer, der clevere Twitter Mitbewerber, stellt die LinkedIn Frage: Woran arbeitest Du gerade?

Die Unternehmensthemen werden gemäß des Gesamtzusammenhanges der Webkommunikation weitergedacht. Technisch gesehen ähnelt Yammer Twitter – dennoch mit einem klaren Mehrwert für die Unternehmens- und Projektkomunikation.

Grundsätzlich wird Networking bei Yammer groß geschrieben: Kostenlos können Unternehmen ihr eigenes Company Network ins Leben rufen. Zugangsvoraussetzung ist die Emailadresse des Unternehmens, sprich: die aktive Firmenadresse der Firmen Domain.

Yammer ist vor allem aber ein Web 2.0 Business mit Zukunft: Was vielen Businessmodellen des Web 2.0 Zeitalters fehlt, kann Yammer vorweisen: ein einfaches Finanzierungsmodell und attraktiv im Preis für Unternehmen. Obwohl alle grundsätzlichen Features kostenlos sind, müssen Unternehmen für administrative Rechte der nutzbaren Firmennetzwerke einen Dollar pro Mitglied und Monat investieren. Sonst geht nichts – keine Sicherheitseinstellungen, kein Löschen von Mitgliedern aus dem Netzwerk, kein Löschen von Nachrichten, kein eigenes Branding im Netzwerk.

Warum ist Yammer besser für Unternehmen?

Struktur und Kontakte
Es gibt zusätzliche Features bei Yammer, die für die Unternehmenskommunikation sowie die Unternehmensaktivitäten von Vorteil sind. So werden u.a. detaillierte Kontaktdaten und ein Organigramm aufgezeigt.

Variable Kommunikation
Yammer bietet alle interaktiven Arten der Kommunikaiton: Instant Messaging, Email, SMS (bisher US), Mobile: Blackberry und iPhone.

Optimierte Projektkommunikation
Reaktionen auf Einträge sind auch nichtchronologisch untereinander darstellbar – oft bei Twitter vermisst. Bei Projektarbeiten und -diskussionen ein unverzichtbares Feature für das Verständnis der Kommunikationfolge.

Extrahierbare Links
Links werden unmittelbar extrahiert: Sämtliche Posts der Mitglieder werden in einem eigenen Bereich dargestellt.

Optimierte Suche
Yammer bietet seinen Mitgliedern die optimierte Suche nach Tags, Inhalten und Mitgliedern. Twitter muss da noch etwas nachsitzen trotz Summize.

Spot On!
Twitter war das Vorbild, Yammer bringt es zur Vollendung. Entscheidend ist die Umsetzung des unternehmerischen und kommunikativen Gedankens. Eine neue Chance für Firmen die Kommunikationstrommel richtig strukturiert zu schlagen.