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Wochenrückblick: Webstrategie, Internetstrategie, Onlinestrategie

– Alle Welt frägt sich, wie sich Microsoft im Mittbewerb mit Google schlägt – vor allem nachdem nun die zukünftig Taktik von Google bekannt ist. Google baut die Marktführerschaft bei Suchmaschinen täglich weiter aus, jedoch ist Microsoft finanziell in der Lage, sich durch Zukäufe zu verstärken (ssiehe Yahoo gebot von rund 40 Millarden Dollar). Gleichzeitig kann Microsoft seine erfolgreichen Software-Produkte, die für rund ein Drittel des Umsatzes sorgen, fit fürs Web machen. stern.de bringt einen guten Überblick des Zwischenstands hinsichtlich der Webstrategie bei Microsoft.

– Bei Neckermann schmeißt die Führungsiege hin und das Management stellt ich zukünftig mit einem Häuptling mehr auf. Hatte eben das ‚Dreierteam‘ Lenz, Waack und Dopf noch eine neue Internetstrategie auf den Weg gebracht, wird jetzt wieder alles anders, schreibt FR-online.de.

– Nokia macht ‚mobil‘ gegen Google. „Unsere digitalen Landkarten sind dynamisch. Wir zeigen den Nutzern, welche ihrer Freunde in der Nähe sind, und vieles mehr. Es ist nicht so fürchterlich statisch – wie die Google-Maps“, meint Anssi Vanjoki, der im Nokia-Vorstand unter anderem für Vertrieb, Produktion und Marketing zuständig ist. Über die Nokias Internetstrategie schreibt FAZ-online.

– Spacenet zeigt ein gutes Fallbeispiel ‚Power für Provider‘ im ecommerce Magazin und zeigt den Impact der Provider auf die Webstrategie.

Banken & Social Media – die aktive und passive Content-Theorie

Kürzlich kam eine ‚10-Kontra-Punkte‚-Liste heraus, warum Banken und Social Media keine Freunde werden und ein interessanter Lagebericht über Banken und Web 2.0 von Sebastian Scherbeck. Wie unterschiedlich Kreditinstitute generell mit dem Thema Social Media umgehen, sei an dieser Stelle an zwei aktuellen kurzen Firmenbeispielen illustriert: Credit Suisse & First Direct (gehört zu HSBC).

Offensichtlich gibt es Unterschiede in den Communication Policies, ob man als Finanzinstitut über Blogs im Web kommuniziert oder eine Community gründet. Nennen wir die beiden Kommunikationsstrategien gemäß der Web 2.0 Terminologie (meine Definitionen) Passive Content Motivator (First Credit) gegenüber -in diesem Fall non- Active Content Placer (Credit Suisse).

First Credit
Animiert zu diesem Beitrag hat Brandrepublic, die gestern einen guten Post zum Thema ‚Banking buddies? The limits of how far brands can tap into social networking‘ brachten. Der Artikel beleuchtet die neue Social Community der First Direct für UK-Kunden mit Namen ‚Little Black Book‚, die im ‚klassischen‘ Corporate-Community-Stil daherkommt. So sollen sich Kunden untereinander Empfehlungen geben und über Tagesausflüge sowie Restaurants austauschen (Suche erfolgt wie Postleitzahl). Ein ‚Schlag‘ gegen die Finanzkrise? Fragwürdig… Der Artikel stellt in Frage, ob es mehr Gründe als die blanke Mitgliedschaft gibt, die Bankkunden vereinen? Eine weitere berechtigte Frage…

Auch wenn die Community grundsätzlich ‚cool‘ und ’stylish‘ wirkt – muss eine Bank diese Eigenschaften überhaupt vorweisen. Die ausgelöste Kritik hinsichtlich dieser Bewegung erscheint dementsprechend logisch. Hätte man nicht eher erforschen sollen, ob die Kunden sich nicht schon woanders ‚gruppieren‘. Kurze Recherche von zwei Minuten ergibt: Facebook wäre hier ein Ansatz gewesen, denn dort finden sich schon zwei Gruppen, die mit über 300 Mitgliedern aufwarten. Ja, wäre eine Option gewesen…

Aber Gavin Reeder, Head of Planning bei BLM Quantum, sieht generell mit solchen Community-Aktivitäten einer Bank das Brand in Gefahr.

„If a brand is worried about negative customer reactions of any sort, they probably shouldn’t get involved in social media at all. It could give rise to a lot of negativity, as if it looks contrived people will jump on that. There are always more people willing to say negative things than positive.“

Die First Credit stellt sich mit ihrer Webkommunikation -meiner Definition nach- als Passive Content Motivatrr dar – die Company motiviert mit der Plattform, kommuniziert nicht und lässt die Community sich selbst Inhalte und Mehrwerte gestalten.

Dem stellen wir das ‚vorsichtige Vorgehen‘ einer internationalen Bank mit schweizer Wurzeln entgegen, der…

Credit Suisse
Vor einigen Wochen habe ich zweimal versucht, ein Interview mit einem Webexperten der Credit Suisse zu organisieren. Vor dem extremen Ausbruch der Finanzkrise schrieb ich Mails über meine Netzwerke und versuchte zwei Personen zu einem One-On-One Interview zum Thema Webstrategie und Banken zu bewegen.

Vorgestern bekam ich nun ein Feedback per Mail mit der Aussage…

„Aufgrund der aktuellen Ereignisse an den Finanzmärkten und deren Inpact auf unser Daily Business muss ich leider absagen. Zudem laufen sie Gefahr, dass im Banking Bereich die Corporate Governance eine Partizipation an einem Blog nicht gestattet (häufig ausdrücklich in Communication-Policies explizit verankert).“

Auf Nachfrage, ob dies bei allen Banken so sei, bekam ich ein „Das wird wohl die Mehrheit der Branche betreffen“. Corporate Governance und Communication-Policys sind allerdings wohl doch unterschiedlich, wie der Beitrag zeigt. Das Interview hätte das Thema Finanzkrise nicht berührt, sondern lediglich das strategische Vorgehen und die Herausforderungen eines Webstrategen aus dem Finanzwesen in den Vordergrund gestellt. Die Interview Partner wären Active Content Placer für das Brand Credit Suisse gewesen – eine externe Plattform motiviert, die Firma gibt aktiven Input und profitiert von der Außendarstellung des Brands in einer branchenfremden Welt.

Spot On!
Von Transparenz kann derzeit in der Welt der Kreditinstitute nicht die Rede sein – auch wenn sich jetzt mal eine Bank jetzt web 2.0-orientiert zeigt. Trotz der zunehmenden Unsicherheit der Kunden in der Finanzkrise scheuen sich die Unternehmen auf mehr Offenheit und für mehr Kundennähe zur Steigerung der Investitionsbereitschaft zu setzen. Vielleicht ist es aber auch die Nähe zur Börse und damit verbundener Kommunikationsauflagen, die den Kreditinstituten ‚Fesseln anlegt‘. Klar muss man vorbereitet sein, wenn die Effekte von Social Media einsetzen, aber sich als Bank vor der aktuellen Entwicklung im Web verstecken, muss man sich nun auch nicht. Schließlich kann ein Brand sich auch einem Imagewechsel unterziehen, was -zugegeben- ein Challenge darstellt und ein wenig mehr Ressourcen erfordert. Es sein denn die Community macht Front gegen die Bank…

Aber wie sagte Edison doch gleich: „Erfolg hat nur, wer etwas tut, während er auf den Erfolg wartet“. Egal, ob aktiv oder passiv… In Krisenzeiten wird das zum Zitat 2.0!

Google Docs nimmt Microsoft prominenten Kunden – Onlinestrategiewechsel in Redmond

Die heilige Kuh der Microsoft Umsätze (Microsoft Office) wird nun zu neuen Ufern getrieben. Was Google erst kürzlich ankündigte, muss Microsoft jetzt schlagartig umsetzen: Office-Anwendungen sollen künftig online verfügbar sein. Dieser radikale Wechsel der Onlinestrategie tut Not, denn inzwischen drohen Microsoft die Kunden wegzulaufen. Ein prominenter ist bereits ‚abspenstig‘.

Wie man heute den IT-Medien entnehmen kann, wird Washington D.C. ab sofort alle 38.000 Rechner zukünftig mit Google Docs, Google Video for business und Google Sites for intranets anstatt mit den bekannten Microsoft Office Produkten laufen lassen. Da wird es Zeit, dass Microsoft’s Steve Ballmer ein „neues Betriebssystem …, was im Netz läuft“ ankündigt.

Spot On!
Die Bottom-Up Strategie von Google setzt sich immer mehr gegen die Top-Down Strategie von Microsoft durch. Alle bisherigen Bemühungen von Microsoft Google den Rang etwas abzulaufen, waren nicht besonders erfolgreich. Als Beleg kann man die bisher gescheiterten Übernahmeversuche von Yahoo nehmen oder das vermeintliche Bemühen hinsichtlich Live Mesh. Und jetzt gerät auch noch die Cash-Cow unter Beschuss durch Google. Bleibt abzuwarten, ob sich die neue Online-Offensive für die ‚Redmonder‘ auszahlt…

Yahoo mit neuer Strategie

Ja, Yahoo hat Fehler gemacht. Ja, wir waren alle schlauer und hätten es besser gemacht. Nein, den Strategiewechsel hätte man Yahoo so schnell nicht zugetraut…

Mit YOS, der „Yahoo Open Strategy“, will der Internetriese jetzt zu neuer Stärke zurückkehren. Das Portal will sich zukünftig für externe Inhalte und Anwendungen öffnen und so den Negativmeldungen um sinkende Aktienkurse, Personalwechselmeldungen, Übernahmegerüchte und Managementchaos Einhalt gebieten. YOS soll, wie Yahoos CTO Ari Balog meint, Yahoos alte Stärke wiederaufleben lassen: „Es zeigt, dass Yahoo wirkliche Innovationen vorantreiben will“.

YOS wird die Lösung. Zukünftig wird eine Open Social Strategie gefahren, bei der Internetuser dann bei den Konkurrenten wie Apple’s iTunes musikalisch shoppen gehen, Videos ausleihen oder bei Amazon dem Kaufhausrausch erliegen können. Dies gab das Unternehmen am vergangenen Wochenende auf der „Open Hack 2008“ bekannt. Ein cleverer Managementzug, der den neuen Weg der Firma unterstreichen sollte. Man hat auf dem Event 300 Programmierer neue Anwendungen für Yahoo programmieren lassen.

Ganz im Web 2.0 Stil will man die User mehr in den Strategieprozess integrieren. ‚Auf Basis der Nutzerwünsche‘ will Yahoo seine Seite mit den Inhalten füllen, die auf einer Widget-Basis aufgebaut werden. Durch die Integration der Widgets werden die angesprochenen externen Dienste dann erreichbar sein. Dass sich das Yahoo-Mailprogramm für externe Anwendungen öffnet, ist sicherlich ein Fortschritt, der Yahoo wieder interessanter für Werbekunden, Entwickler und Internetuser macht. Inwieweit sich das Portal allerdings für Nicht-Yahoo Nutzer öffnet, bleibt fraglich – auch wenn Yahoo davon überzeugt ist.

Spot On!
Yahoo will das angestaubte Image der Old-New-Economy loswerden, was angesichts der letzten Meldungen auch ratsam ist. Wird YOS schnell vom Management umgesetzt, kann man ganz schnell wieder in einem Atemzug mit erfolgreichen Internetunternehmen genannt werden, was man allein an der Entwicklung von Facebook sieht. Der grundsätzliche Umbau und die Organisation der Inhalte obliegt aber dennoch weiterhin Yahoo. Ganz will man sich die Butter dann doch nicht von den Usern vom Brot nehmen lassen. Hoffentlich rutscht man damit nicht wieder ins alte Fahrwasser ab…

Intel und Yahoo: Internet Dienste im TV

Wird bei Ihnen das Wohnzimmer auch noch vom Fernseher beherrscht? Das Notebook residiert vorwiegend im Arbeitszimmer – auch wenn Sie per WLAN darauf zugreifen können? Das könnte sich bald ändern. Zumindest, wenn die Vorstellungen von Intel und Yahoo wahr werden. Die beiden Großunternehmen wollen zukünftig ‚TV-Widgets‘ auf die Fernseher bringen und so IT und CE zusammenwachsen lassen.

Die Widgets, eine Zusammensetzung aus ‚Windows‘ und ‚Gadget‘ (techn. Spielerei) sollen Internetdienste wie Wetter-Informationen, E-Mail, Aktienkurse oder Nachrichten anbieten, die die gewohnte Internet Nutzung auf den Fernseher übertragen. Ähnlich den Infoleisten bei den TV-Nachrichtensender heutzutage sollen die Widgets in einer Leiste am unteren Bildschirmrand erscheinen, ohne dass das Fernsehbild überdeck wird. Als erste Partner aus der Unterhaltungselektronik werden Samsung und Toshiba voraussichtlich noch in diesem Jahr TV-Geräte mit der Funktion vermarkten, kündigte Intel-Manager Eric Kim am Mittwoch in San Francisco auf Intels Entwicklerforum IDF an.

Für die Marketing- und Salesabteilungen der Unternehmen bedeutet die Neuerung ein komplettes Umdenken in der Werbekommunikation. In den letzten Jahren haben immer mehr Firmen ihre Werbeausgaben auf das Internet fokussiert, da die Menschen mehr Zeit im Netz verbringen. Wachsen die Medien Internet und Fernsehen stärker zusammmen, müssen sich Unternehmen wieder mehr mit dem Thema Kommunikation via TV beschäftigen. Dennoch ist es ein weiter Weg, bis die Menschen die neue Technik wirklich nutzen und umsteigen werden.

Spot On!
Wie oft hat man schon gehört, dass das Fernsehen grundlegend verändert wird. Bereits vor ein paar Jahren hat Intel den Vorstoß mit der Chip-Plattform ‚ViiV‘ in die CE-Welt gewagt und ist mehr oder weniger gescheitert. Letztes Jahr wurde das Programm eingestellt. Wie oft hat man schon gehört, dass das Fernsehen grundlegend verändert wird. Es bleibt abzuwarten, ob dies ein PR-Motor ist oder wirklich irgendwann das Notebook im Wohnzimmer unverzichtbar wird.

Jupiter Research Studie: Social Networks im Visier des Viralen Marketing

Ein positives Image durch Mundpropaganda? Kein Problem, meinen die Werbeagenturen. Mit Hilfe neuer Werbetaktiken sei das über das ’neuzeitliche‘ Internet möglich. Virales Marketing, heißt das Stichwort. Es fällt nicht sofort als Werbung auf, gibt sich nicht als solche zu erkennen und als Distributionskanal dient der Internetuser.

Eine Umfrage von Jupiter Research hat nun ergeben, dass Marketing-Agenturen in Facebook das größte Potenzial für virales Marketing sehen. 25% der Befragten halten das Social Network für den bedeutendsten Ausgangspunkt von viralem Marketing im Internet, unmittelbar gefolgt von Google (21%).

Laut Jupiter Research setzen bereits 24% der Werbeagenturen virales Marketing ein. Dennoch gibt es keine Erfolgsgarantie für diese Form der digitalen Mundpropaganda. Die Bemühungen der Agenturen sollen jedoch weiterhin fortgesetzt werden: Weitere virale Werbekampagnen sollen in Gang gesetzt werden. Virales Marketing wird meist zusätzlich zu traditionellen Werbeformen eingesetzt. Auch YouTube soll dabei behilflich sein.

In der Werbebranche sehen 14% das Videoportal als den wichtigsten Ausgangspunkt für virales Marketing. Weniger Bedeutung wird hingegen MySpace, Yahoo! und Open Social zugeschrieben. MSN wird sogar nur von drei Prozent als Nummer Eins für virale Kampagnen genannt.

Bei Facebook werden vor allem Fanseiten zum viralen Marketing genutzt. User können in dem Social Network diesen Seiten beitreten, die unter anderem Filme, Musik oder aber auch Konsumgüter zum Thema haben. So bekommen diese Produkte gratis Werbefläche auf den Profilseiten der Fans. Zudem profitiert die Marke von dem Image ihrer Fans, wenn diese beliebt sind und in ihrem Freundeskreis Vorbildwirkung haben. Auch Videos auf YouTube sind ein sehr beliebtes Mittel für virales Marketing. Vor allem Links zu unterhaltsamen Videos werden gerne im Freundeskreis weitergegeben und sorgen so für hohe Zuschauerzahlen.

Spot On!
Virales Marketing kann erfolgreich sein, ja. Dennoch ist der Grad zwischen Glauben an ein Produkt und Vertrauen in eine Firma sehr schmal. Geht die Initiative schief, geht es den Unternehmen so wie einst Calvin Klein. Schnell denkt der Internetuser an Schleichwerbung – und ist das Vertrauen erst einmal zustört, dann wird es schwer den Internetuser als Käufer zurückzugewinnen.

PS: Auf jeden Fall ist Virales Marketing cleverer und wirkungsvoller als die lästigen Facebook-Anzeigen (Er/Sie sucht Dich, Triff Sie/Ihn, etc.), die registrierte User seit Monaten im linken Frame entgegenblicken.

Manager auf der Flucht – Yahoos ‚Hall-of-Fame‘

Erst kürzlich musste die Yahoos Unternehmensführung sehr humorvollen Spott mit einem Kündigungsbaukasten bezüglich der zahlreichen Kündigungen einstecken.

Jetzt hat Business Week mit einer sehr ausführlichen Bildergalerie geradezu eine ,Hall-Of-Fame‘ zusammengestellt – absolut sehenswert…

Zusätzlich werden die Gründe für den Ausstieg bei Yahoo beschrieben. Die Titel der Manager bei Yahoo, (teilweise vernachlässigte) Verantwortlichkeiten, ihr Kündigungsdatum und ihre -wo bereits bekannt- neuen Jobs stehen im Fokus.

Die Galerie hat BusinessWeek aus verschiedenen Quelle wie Blogs, E-Mails sowie Kündigungsschreiben zusammengestellt und kann hier angesehen werden.

Spot On!
Spot on … wie passend das klingt. Wie heißt das Sprichwort doch gleich: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Um vor dem Spott gefeit zu bleiben, sollte man sehr sorgfältig lesen…

Yahoo Kündigungsbaukasten – Führungsspitze aufs Korn genommen

Es war das Webunternehmen der ersten Stunde, dann hat man mit dem heutigen Marktführer gepokert. Das Dealen mit dem Internetgiganten Google hat Yahoo aber offenbar nicht gut getan. Inzwischen haben bereits fünf der obersten Topmanager das Unternehmen verlassen.

Und jetzt nimmt eine Webseite mit einem Kündigungsbaukasten die Unternehmensführung aufs Korn.

Gedanken an das Satiremagazin Titanic kommen einem in den Sinn, wenn man den Kündigungsbaukasten sieht und liest, mit dem sich jetzt Top Manager ihre eigene Kündidung im Schnellverfahren zusammenstellen können. Und betrachtet man die URL, werden Erinnerungen an das schnell wachsende -und von Yahoo gekaufte- Portal Flickr wach.

Unter yahoorezinr.com -einem Wortspiel aus dem Firmennamen und dem englischen Wort für kündigen ‚to resign‘- findet sich die Webseite. Hervorragend gemacht sind die bereits als Drop-Down Menü programmierten Antworten. Man kann dabei den Ansprechpartner der Kündigung wählen oder auch die künftigen Arbeitsplatz (natürlich bei Mitbewerbern u.a. Google). Oder seine Kündigung an das Top-Management begründen, indem man dessen Handeln als „unklug“, „schlecht beraten“ oder „verdammt bescheuert“ anprangert.

Spot On!
Wer für die Seite verantwortlich ist, ist noch nicht bewiesen. Dennoch gibt es reichlich Spekulationen. Auch um eine mögliche interne Umstrukturierung, die wohl bald ansteht… Ob es dafür dann auch eine solche Seite gibt… z.B. yahoojobrepostr.com?

Ach ja, auch die beiden Gründer haben letzte Woche offensichtlich das Unternehmen verlassen… ob sie dabei die Seite für die Kündigung schon genutzt haben? Wer weiß…

Unbedingt lesen! Web 2.0 – A Strategy Guide

Was genau ist eigentlich Web 2.0? Wie funktioniert das alles? Amy Shuen gibt Antworten und bebildert diese.

Web 2.0 wächst aus der Vielzahl unterschiedlicher Webapplikationen und ihrer damit verbundenen Möglichkeiten. Im Web 1.0 hat der Internetuser Daten heruntergeladen – mit Web 2.0 können Informationen hochladen und mit anderen Usern interagiert werden.

Web 2.0 gewinnt durch seine Skalierbarkeit. In zahlreichen Fallbeispielen fokussiert sich Amy Shuens Buch auf das Business und die damit verbundene Wertigkeit des Web 2.0. Ein Beispiel… Sie haben eine Webseite, die 2% Marge bei 450.000 Besuchern macht. Was passiert dann wohl, wenn Sie Content, Ideen oder Gedanken darauf verschenken und auf einmal ein paar Millionen User darauf zugreifen. Richtig, der Umsatz wächst explosionsartig!

Wie Web 2.0 ein Business groß macht, wird am Erfolg von Flickr erläutert. Die User Datenbank wächst schnell auf 2 Mio. Usern, die 100 Mio. Fotos hochladen. Das Business aufzuziehen kostet die Gründer nahezu nichts, denn es gibt weder ein Geschäft noch die Notwendigkeit eines Lagerraumes. Man bietet einen kostenlosen Service und verdient an Premium Usern, die zusätzlich noch kostenloses Inventar mitbringen und das Tagging der Fotos übernehmen. Und dann wird das Businessmodell für 40 Mio. US Dollar von Yahoo gekauft. Und es wächst, und wächst, und wächst…

Ausgehend von dieser Erfolgsgeschichte muss jeder Webseitenbetreiber die Hand aufs Herz legen: ,Lassen Sie User an ihrer Webseite teilnehmen?‘ Können Sie ihre eigenen Ideen und Kommentaren zur Webseite beitragen?‘ Ja, es macht Sinn die Seite sofort zu überprüfen.

Viele Beispiele erinnern an Gladwells Buch ‚The Tipping Point‘. So wird z.B. Googles Erfolg erläutert. Wie man einen Markt zum Kippen bringt (Marktdominanz durch Zukauf oder erhöhte Aktivität bei/vom Mitbewerb) oder den Markt der Social Networking Plattformen erobert: Wie dreht sich auf einmal ein Markt bei grundsätzlich gleichem Service durch die Fokussierug auf Nischen. Alles ist praxisnah, plausibel und einleuchtend dargestellt.

Spot On!
Hilfreich ist vor allem der abschließende 5-Schritte Guide über strategisches Web 2.0 Denken für das eigene Business. Dabei erinnert sie uns daran, dass Hotmail durch eine ganz einfache Idee am Ende jeder Mail groß geworden ist: Get your private, free email at http://www.hotmail.com … Viele Idee, so nah und doch so fern…

Gleich bei Amazon bestellen?

11 Milliarden Euro – und wofür bitte?

Online Werbung, sagt der letzte Interactive Advertising Bureau Report, verschlingt 11 Milliarden EUR in Europa. Da frägt man sich, was die Definition für ‚Online Werbung‘ ist?! Mir ist im Report nichts untergekommen, was ich als Begründung werten würde. Ich finde, es macht die Studie etwas fragwürdig…

Interessant wäre zu wissen: Beinhaltet diese Definition nur die klassischen Bereiche Media, eMailing, Search, etc. oder auch z. B. Ad Serving oder Produktionskosten? Nehmen wir mal das Thema Search: Würde doch jeder gerne wissen, wie sich Google im Mitbewerb um die großen Euros schlägt, oder nicht? Haben die Mitbewerber Yahoo, AOL oder Microsoft denn überhaupt noch die Chance, Googles weltliche Übernahme des Web 2050 zu verhindern? Oder können wir den Gedanken erstmal hintanstellen?

Wenn ich früher mit Mediaplanern zusammengesessen habe, hat der digitale Anteil nicht viel Budget hergegeben. Wir mussten als E-vangelists erstmal klarmachen, was man mitr einer Printausgabe so alles anstellen kann und warum gerademal 10% theoretisch die Anzeige lesen. Das war ein Spass, als die Magazine und Zeitschriften damals in die Ecke geworfen wurden. Heute ist das nicht mehr nötig. Bei 11 Milliarden sieht die Argumentation ganz anders aus…, genauso wie der Marketing-Mix.

So stellt sich die Frage nach dem Verhältnisse zwischen Premium Display Advertising im Vergleich zur ,günstigen‘ Ad Network Vermarktung; oder der Verteilung der Budgets zwischen Banner und Newsletteranzeigen. Wie steht es aus um die verschiedenen Versendungen von externen eDirect Mailings über Newsletter Vermarkter, Adressbroker oder Verlagshäuser – wer macht da das Rennen?

Man stelle sich nun einen (Produkt-) Marketingmanager vor, der die Studie liest. Nicht nur fehlt ihm die Relation innerhalb des digitalen Marketing Splits. Er weiß auch nicht, welche Zielgruppe er mit welchem Mittel Digital erreicht. Oder ob und inwieweit er TV-, Radio- Aussenwerbung- oder Print durch Digitale ersetzen soll.

OK, vielleicht gehen wir hier etwas weit, aber für die Strategie wären dies entscheidende Faktoren: volles Risiko gegen die Einbahnstraße mit dem Ziel des Affronts, oder überlegt man sich, den erfolgreichen der Meute hinterher zu laufen.

Die richtige Entscheidung gibt es nicht, nur die die am wahrscheinlichsten zum Erfolg führt. Aber dafür gibt es noch keine Zahlenangabe… zurück also zum Start und weiter versuchen. Viel Erfolg!