Beiträge

Die 3 größten Twitter-Herausforderungen sind…

Twitter ist eine Herausforderung. Für Unternehmen noch mehr als für den Privatmann. Womit aber hat man am meisten zu kämpfen?

Auf der Tweet Akademie habe ich die Moderation der Case Studies übernommen und danach noch einmal zwei der für mich interessantesten Fälle zum Webcast gebeten.

Die beiden Vertreter von der Allianz und Deutsche Bahn haben mir dann ihre drei größten Herausforderungen auf dem Weg zum twitternden Unternehmen erzählt.

Robindro Ullah, Deutsche Bahn, Hochschulmarketing – twittert unter: @DBKarriere

Markus Walter, Allianz Deutschland, Corporate Communication – twittert unter: Allianz_de

Wie sehen Sie das? Was ist noch wichtig auf dem Weg zu twitternden Unternehmen? Ich bin gespannt…

Über Schleichwerbung und die Trennung von Redaktion und Anzeigen…

money-sepiaEs gab mal eine Zeit vor vielen Jahren, da habe ich als Medienschaffender gelernt, daß Redaktion und Anzeigen getrennt in einem Medium verwaltet gehören. Ja, in Deutschland ist die Trennung zwischen Redaktion und Anzeigen sogar in den Landespressegesetzen festgeschrieben. Soll ja alles rechtens sein, richtig? Ist ja auch nur logisch. Sind es doch eben zwei Abteilungen. Und die sind sich ungefähr so nahe wie Sales und Marketing. Der eine bringt Geld, der andere braucht Geld.

Und dennoch… Beide können nicht ohne den anderen leben. Heute in Zeiten von Web 2.0 noch mehr denn je…

Der Blogger steht mal wieder im Mittelpunkt. Denn, zu welcher Abteilung gehört er denn jetzt dazu? Zur Redaktion? Klar, er schreibt… Oder zur Mediaseite? Klar, wenn es monetarisierbar ist… Richtig schwierig wird es, wenn er persönlich bloggt und dann auch noch erfolgreich damit ist.

Jeglicher Versuch, sich im Kopf zeitweise von der einen Seite zu distanzieren, ist zum Scheitern verurteilt. Ist der Blogger also ein profitlicher Mensch? Oder hat er Rechnungen zu bezahlen? Oder Münder der Familie zu füttern – wenn nicht jetzt, vielleicht aber bald…? Ist er also auf ein Zubrot angewiesen? Umsatzbringende Businessmodelle zur vollständigen Refinanzierung als Blogger gibt es nicht. Es fehlt halt ein Form der authetischen Werbung…

Wehe, man verirrte sich als Anzeigenverkäufer damals in die Höhle (nein, nicht Hölle!) der Redaktion und hat mit diesen auch nur über einen Kunden gesprochen. Auch wenn nur um zu verstehen, was genau derzeit bei diesem Unternehmen so los ist. Ok, vielleicht auch um einen schnellen Einstieg beim Kundengespräch zu finden. Nein, es war eine Ehrensache als damaliger Anzeigenverkäufer, die Integrität des Redakteurs in keinsterweise zu beeinflussen.

Der Anzeigenverkäufer verkauft, was der Kunde dem Leser verkaufen will. Der Redakteur schreibt, was der Leser wissen will – nicht was die Unternehmen den Leser hören lassen wollen. So, einfach ist das.

Und wie neidisch waren da einige Anzeigenverkäufer, wenn die Redakteure mal wieder von der Pressekonferenz kamen und ein nettes kleines Geschenk vom Kunden vorzeigten. Da es aber offensichtlich keine Compliance-Thematik bei Bloggern gibt, gibt es nun die Diskussion um Schleichwerbung und Zuwendungsmethoden. Wenn Posts entstehen, die gekauft sind und nicht als solche markiert werden.

Nun stelle ich mal 3 Thesen auf, warum die Diskussion um Schleichwerbung irgendwann entstehen mußte.

1. Gäbe es eine ordentliche Möglichkeit der Monetarisierung von Blogs, so wäre die Diskussion nie entstanden. Der Blogger würde Geld verdienen für die Stunden, in denen er sein Gedankenpotential mit anderen teilt und viel Zeit in Schreiben investiert. Der Finanzierungskreis eines Medienhauses schließt sich hier also. Das Geld würde er in die Produkte investieren, über die er jetzt ’schleichend‘ bloggt und sie dann auf diese Weise bekommt.

2. Business-Modelle wie Trigami oder Hallimash offerieren Unternehmen gekaufte Berichte und verführen den Blogger aufgrund des Fehlens eines validen Finanzierungsmodells für die Bloggerei. Wenn der Blogger betont, er tue dies unabhängig und in freier Meinung, ist das Unternehmen sicher. Mancher Blogger vergisst dann eben schnell seine Glaubwürdigkeit, wenn er den Beitrag nicht als gesponsert markiert. Seine mangelnde Authetizität entlarvt die Bloggosphäre, wenn es ihr wichtig ist.

3. Viele Unternehmen haben diese Trennung von Redaktion und Anzeigen offensichtlich nie gewollt – weder früher noch heute. Man hat mit PR-Veranstaltungen immer einen Zweck verfolgt. Eben nicht den des Selling (Anzeigen) sondern den des Telling (Redaktion). Aus Nächstenliebe haben die Firmen diese Events nicht gemacht.

Spot On!
Nur durch Zuhören konnten Firmen früher kein Geld verdienen – im Web 2.0 Zeitlater sieht das anders aus. Also erkaufen Firmen ‚Werbedruck‘. Früher mit Anzeigen und heute mit…?! Content über redaktionelle Blogeinträge zu erkaufen, bringt Backlinks, die aus Google Perspektive hilfreich für Unternehmen sind. Das erscheint Unternehmen effizienter. Im Moment sind wir in einer Übergangsphase und Unternehmen müssen erst verstehen, daß das neue Spiel mit Anzeigen und Redaktion das alte Spiel ist: Redaktion und Anzeigen gehören getrennt. Es geht schließlich um Nachhaltigkeit auf Blogger- wie Unternehmensseite… die eigene Reputation.

Der Kunde und sein Wandel zur Selbstbestimmung

Fast ForwardSchon der griechische Philosoph Heraklit stellte fest: „Nichts ist so beständig, wie der Wandel!“ Das Web wird auch aus Unternehmenssicht immer mehr zum Inbegriff des Wandels. Vor allem den PR- und Marketingabteilungen bläst der ‚Wind of Change‘ dabei eiskalt ins Gesicht.

Der Kunden definiert seine Ansprüche neu, wandelt seine Aufnahmebereitschaft. Er hat mit den Möglichkeiten von Social Media eine neue Mündigkeit gewonnen, die erhört werden will – und nicht mehr permanent zuhören mag. Nein, denn das ist jetzt die Aufgabe der Firmen. Der Kunde will nicht mehr adressiert werden, er will adressieren – und zwar in Form eines Multilogs für Partner wie Firmen wie Kunden.

Im Web definieren Kunden ihre Vorlieben neu, hören selbst nicht mehr dem aufdringlichen Gebrülle mancher Firmen zu und stellen damit Jahrzehnte der klassischen Werbung und Presseinformationen mal eben auf den Kopf. Erreicht der Kunde also doch endlich das, was er schon immer gewollt hat? Selbstbestimmung?

Selbstbestimmung, wann, wo, wie und auf welche Art er sich die Informationen über Firmen, Produkte, und Dienstleistungen organisiert. Ja, diese Selbstbestimmung haben die Kunden immer gewollt – und wenn überhaupt haben sie personalisierte PR-Meldungen und Werbung zugelassen. Von der Gieskanne wollte nie ein Kunde etwas wissen. Und obwohl dieser Wandel stattfindet, quillt heute noch der Briefkasten zuhause über (egal ob online oder offline).

Der Großteil der Unternehmen hat den Wandel ignoriert und ignoriert ihn weiter. Man versucht immernoch, mit Pressemitteilungen und unspezifischer Werbung Marken, Produkte und Dienstleistungen zu pushen. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Dabei kann sich die Kommunikationszentrale in den Unternehmen einfach dem Wandel anschließen und sich an neue Prozesse gewöhnen. Und eben nicht den Fehler machen, den die Beispiele JAKO oder Motrin uns vor Augen geführt haben.

Da kommt Hilfe gerade recht. Schon vor ein paar Tagen habe ich über das Wharton School’s SEI Center for Advanced Studies in Pennsylvania und seinem „The Future of Advertising Project“ in den Daily Top 3 Nachrichten geschrieben. Einige Leute haben mich darauf angesprochen und gemeint, dies sei ein sehr gutes Zukunftsprojekt zur Unterstützung des Wandels in der Kommunikationswelt. Marketiers, die sich auf eine neue Kommunikationswelt einstellen und ihre Erfahrungen preisgeben. „Share“ heißt die Devise…

Das Projekt verfolgt die Absicht, Fallbeispiele zu sammeln und Experten nach neuen Visionen in einem sich im Paradigmenwechsel der Kommunikations- und Marketingwelt befindlichen Zeitalter zu befragen. Die Wharton Universität ist dabei eine Partnerschaft mit Google eingegangen. Man hat einen YouTube Channel „Fast Forward“ gelauncht, um die Erfahrungen mit einer breiten Masse in kleinen Video-Clips zu teilen.

Fortschrittliche Firmen bekommen hier Anschauungsunterricht und können lernen, wie der Kunde die neuen Medienoptionen nutzen wird. Sie können Schritt halten mit einem dynamischen Kommunikationswandel, der sich dem des Technologiefortschritts angepasst hat.

Wie dieser Wandel aus Sicht der Werbetreibenden aussieht, bringt Christi Hill, Lilly, Senior Marketing Director bei Pharmahersteller Lilly (USA) auf einen Nenner.

Und so wie die Werbung hat sich auch die Verbreitung von Pressemeldungen verändert. Bei beidem gilt… „Telling and selling is out – Listen and learn is in!“

Niemand kann das so eindeutig beschreiben wie Gary Vaynerchuck. Er macht eindeutig klar, daß es nicht mehr darum geht, die gute alte Pressemeldung ‚rauszuhauen‘. Die Zukunft liegt darin, Geschichten zu erzählen und mit diesen zu begeistern. Geschichten, die ohne Kunden nicht geschrieben werden können, die die Kunden selbst geschrieben haben könnten oder die Kunden animieren, selbst zu schreiben.

Und auch wenn im stetigen Wandel immer ‚Alles fließt‘ (laut Heraklit), so sind die Worte Vaynerchucks doch der lebende Kundenspiegel. Er führt einem vor Augen, wie schnell sich der Wandel ereignet, wie schnell der Kunde sich im Web entwickelt und für diese Selbstbestimmung engagiert arbeitet.

Spot On!
Inwiefern merkt Ihr etwas vom Wandel Eurer Kunden hin zur Selbstbestimmung? Und wie seht Ihr den Wandel in Eurer Kunden-Kommunikation aus? Teilt uns Eure Gedanken mit und helft anderen, Schritt zu halten. Wie geht Ihr in Eurem Unternehmen mit dem Wandel in der Marketing- und PR-Abteilung um?

Poll: Blogging ist die digitale Marketing-Taktik 2009

blogger-starsIn Zeiten der Rezession gibt es viel Raum für Veränderungen – vor allem in Marketingtaktiken und -budgets. Lee Odden hat hierzu 17.000 Abonnenten des Online Marketing Blogs befragt, um die aktuellen Taktiken für 2009 zu erforschen.

Web 2.0 und Social Media setzen sich immer mehr durch – allein sechs der Top 10 Taktiken fielen in den Bereich sozialer Medien. Der Poll hat aus einer Liste von 45 Trends drei vorherschende digitale Marketingtaktiken hervorgebracht: Blogging, Twitter und Suchmaschinenoptimierung (SEO).

Hier die Ergebnisse auf die Frage: “Welche 3 digitalen Marketing Channels & Taktiken stehen für Dich im Vordergrund in 2009?”

34% Blogging
29% Microblogging (Twitter)
28% Suchmaschinenoptimierung (SEO)
26% Social Network ‚Teilnahme‘ (Facebook, LinkedIn)
17% Email Marketing
17% Social Media Monitoring & Outreach
14% Pay-Per-Click
12% Blogger Beziehungen
10% Video Marketing
7% Social Media Advertising

Da macht man sich natürlich erstmal Sorgen um die klassische Online-Werbeindustrie – denn wo ist Display Werbung? Oder finden sich diese Spendings jetzt in den Bereichen Blogging, Pay-Per-Click und Social Media Advertising wieder?

Wie seht Ihr das? Welche Taktik steht bei Euch im Unternehmen im Vordergrund?

Digital Natives: Was CEO’s 2.0 und Unternehmer beachten sollten

dnadigitalDie letzten Tage habe ich meine Abende dem Buch „DNAdigital – Wenn Anzugträger auf Kapuzenpullis treffen: Die Kunst aufeinander zuzugehen“ gewidmet. Aus drei Gründen: Der Titel spricht an, der Job erfordert die Auseinandersetzung mit der nachrückenden Manager-Generation und ihrer digitalen Arbeitsphilosophie, sowie vor allem, weil mich eine Frage beschäftigt: Woher kommt das Selbstbewußtsein der heutigen Jugend und jungen, aufstrebenden Manager – des Digital Native?

Die Antwort ist schnell gefunden: der Führungsstil der Häuptlinge verändert sich – zugunsten der sogenannten ‚Indianer‘. Er wird offen, zugänglich und baut auf Verständnis. Und warum? Weil die Mitarbeiter es fordern und die Ketten sprengen wollen, die traditionelle, autoritäre Managementstile geschaffen haben.

Auch wenn sich die CEO’s 2.0 und Unternehmer in Nadelstreifen noch schwer damit zurechtfinden, die modernen sozialen Medien wie Wikis, (Micro-)Blogs und Social Networks schaffen eine neue Dimension der Kooperation, Kollaboration und Korrelation zwischen den (Management-)Ebenen innerhalb der Unternehmen. Und wer eine Arbeitsatmosphäre mit modernen Zukunftsperspektiven in seinem Unternehmen schaffen will, kommt nicht umhin, sich mit dem Digital Native zu befassen, ja intensiv auseinanderzusetzen.

Ebenso wie die Managementstile verändern sich heute wissenschaftliche Rechercheprozesse und progressive, wirtschaftliche Arbeitseinstellungen. Aus einem Festhalten an starren ‚Top-Down‘ Führungstaktiken entsteht ein Loslassen der Führungsriege zugunsten orts- und zeitunabhängiges Flexibilität, Vertrauen schaffender Transparenz sowie hocheffizienter Vernetzung und Innovationen fördernder Interaktion bei Produktionsvorgängen.

Der Digital Native interagiert nicht nur, er/sie netzwerkt, kooperiert und visioniert – nicht nur für Geld, sondern auch für ein positiveres und offeneres Zusammenleben mit den sie Führenden. Man sollte den Digital Native mit offenen Armen empfangen, sich ab und an mit ihnen zurückziehen und sich von seinem Netzleben inspirieren lassen.

Das kann man übrigens auch immer wieder mal mit dem Buch machen: Die Kapitelstruktur (kurz und prägnant) erlaubt es, sich auch mal eben ein Kapitel bei einer Umstrukturierung oder Re-Orientierung im Unternehmen ein wiederholtes Mal als inspirierende Blaupause zu Gemüte zu führen.

Und meine Erkenntnisse… Als ich vor Monaten das Manifest der Digital Natives gelesen habe, dachte ich: OK, ich bin ein Digital Native! Nach der Definition im Buch habe ich erkannt, ich bin es nicht wirklich (11 Jahre zu spät geboren…). Und dennoch fühle ich mich wie einer. Hybris oder Jugendwahn? Egal, als Unternehmer weiß ich zumindest, wie ich dem Digital Native begegnen werde: Mit offenen Armen!

Spot On!
Das Buch hat mich aus verschiedenen Gründen begeistert. Inhaltlich kreiert es eine runde Abhandlung der modernen Spezies ‚Digital Native‘, die Vorreiter im Bereich Enterprise 2.0 in kurzen gut verständlichen Beiträgen interviewen oder ihre Visionen für notwendiges Umdenken im umgang mit Mitarbeitern darlegen lassen. Zudem läßt es den Autoren Don Tapscott und David Weinberger ihre sprachliche Authentizität, von der in der heutigen sozialen Medienkultur viel gesprochen wird. Das Buch erscheint berechtigt zweisprachig (deutsch-englisch) – entgegen aller oft gehegten Diskussionen, Medien müßen einsprachig sein. Womit es auch eine Bestätigung und Bekräftigung für mich und mein Social Media Dasein ist – was auch in englischer und deutscher Sprache lebt.

Allianz24 scheitert mit Onlinestrategie

treppe-autoDie Ziele der Allianz waren ambitioniert. Im Billig-Segment der KFZ-Policen wollte man dem Marktführer im Online-Bereich HUK-Ableger HUK24 Marktanteile abringen und sich als zweiter großer Anbieter positionieren. Schließlich ist die Allianz (noch) Marktführer im KFZ-Policen-Markt. Doch die Onlinestrategie scheiterte…

Sie scheiterte nicht wegen eines schlechten Produktes, oder eines nicht funktionierenden Services. Sie scheiterte vorwiegend weil man die Onlinestrategie von der Unternehmensstrategie entkoppelte und somit nicht die Offlinewelt in die Gedankengänge eines Strategiewechsels im Vertrieb mit einbezog. Das Ende vom Lied: Das Onlineportal Allianz24 wird Mitte September endgültig eingestellt.

Der Schritt gegen den Mitbewerb auch online anzutreten, war notwendig geworden. Denn neben Lebens- und Krankenpolicen mit 20 Milliarden Euro Jahresprämie ist das KFZ-Policen Business das Kerngeschäft des Versicherungsriesen. Nur brachen in den letzten Jahren die Anteile aufgrund des starken Onlinemitbewerbs weg. Zur Sicherung der generellen Marktführerschaft im KFZ-Markt wollte man sich mit Allianz24 auch im Internet stark aufstellen – und scheiterte. Huk24 (rund 1 verkaufte Millionen Policen) zog dem Marktführer Allianz24 im Internetvergleich immer weiter davon (300.000 Policen).

Die Onlinestrategie erschien seit Jahren fragwürdig. Im Internet lockte man mit Billigangeboten und in der Offlinewelt versuchte man, das Image des Premiumanbieters über Vertreter weiterhin zu wahren. Daß die 10.000 Allianz-Vertreter über die Onlinestrategie nicht erbaut waren, ist verständlich und war mehr als vorhersehbar. Wie sollen diese ihre Umsatzziele für ihre Provisionen erreichen, wenn die Konkurrenz aus dem eigenen Haus kommt: mit Preisen von 20% bis 30% unter den regulären Angeboten?!

Spot On!
Die Allianz rudert also bei ihrer Onlinestrategie zurück. Was bei Allianz24 passiert, ist ein klassischer strategischer Unternehmensfehler. Er beruht auf starkem Mitbewerb sich verschiebender Märkte durch die moderne Onlinenutzung des Konsumenten. Schnell muß dann aus Unternehmenssicht reagiert werden, da man Jahre die Onlinemärkte vernachlässigt und Marktveränderungen verschlafen hat. Veränderungen sind aber auf ganzer Unternehmenslinie durchzuführen: Wer online einsteigt, kann offline nicht einfach die Preisstrategie auf den Kopf stellen und das Partnergeschäft aushebeln. Die Märkte müssen auch intern neu verteilt werden: fair und offen. Hierzu sind Gespräche zwischen allen Parteien notwendig und nicht vorschneller Aktionismus.

Fazit: Auch wenn die Marke Allianz nicht mehr am Onlinemarkt in dieser Form in Erscheinung treten wird, der Imageschaden für die Dachmarke Allianz ist beträchtlich. Ob der radikale Kurswechsel mit einem neuen Anbieter zum Ziel führt, bleibt abzuwarten.

Überflieger: Zur rechten Zeit am rechten Ort mit rechtem Glück

Nach Tipping Point und Blink erscheint es nun, als ob Malcolm Gladwell über sich selbst und seine Karriere schreibt: Überflieger. Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere weniger.

Wer dieses Buch eines der hundert einflussreichsten Meinungsmacher Amerikas bis zum Ende liest, bekommt diesen Eindruck der Selbstrechtfertigung des eigenen Erfolgs auch gewissermaßen bestätigt. Denn das letzte Kapitel wirkt wie eine Familienbiografie um den Mathematikprofessors sowie seine Familie.

Malcolm Gladwell macht mit diesem Buch jedem ehrgeizigen Manager 2.0 klar, daß zum Überflieger mehr gehört als nur Können, Ausdauer, Beharrlichkeit und Disziplin. Eine weitere Tatsache ist mindestens ebenso ausschlaggebend für die Geburt eines Überfliegers: Manchmal muß man einfach zur rechten Zeit am rechten Ort sein muß, sprich: das entsprechende Quentchen Glück und Zufall braucht man eben auch.

Der Autor, hier im Interview, bleibt auch in diesem Buch seinem bewährten Erzählstil treu. Wissenschaft und Statistik sind Beiwerk. Gladwell ist ein gewiefter Geschichtenschreiber, der Einzelschicksale in den Mittelpunkt des Interesses rückt. Nicht langweilige Rhetorik und Theorie der Zahlen, sondern biographische Exempel sind der Stoff eines unterhaltsamen Leseerlebnisses. Die Banalität des Glücks und des Zufalls übermäßig begünstigter Individuen wird so schnell zum Credo seiner Beweisführung.

Das einleuchtendste Beispiel erzählt die Geschichte des Überfliegers Bill Gates. Er wird als Sohn eines wohlhabenden Rechtsanwalts und einer Lehrerin in Seattle 1955 geboren. Mit 13 Jahren geht er auf eine außergewöhnlichen Privatschule – Lakeside School. Dort gibt es in diesen Jahren schon einen Computerclub, in dem der mathematisch talentierte Nerd einen 24/7-Zugang zur Computernutzung hat. Diesen lebt er Tag und Nacht für die Analyse von Rechensystemen und Programmiersprache aus.

Die zahlreichen Programierstunden sind gut investiert. Sein Engagement resultiert in selbst-entwickelten Programmen. Es entsteht „Traf-O-Data“, ein Programm zur Messung von Verkehrsströmen, womit er und sein Mitschüler Paul Allen 20.000 Dollar verdienen. Statt seine Harvardkarriere eines Jura-Studiums zu beenden, macht er sich an die Verbesserung des Kleincomputers „Altair 8800“. Das Ende vom Lied? Die Gründung des Unternehmens Microsoft (mit Paul Allen).

Keine lineare Karriere, keine klassische Startegie, kein planbares Manifest des Erfolges haben Bill Gates zu einem Überflieger gemacht. Und auch die anderen Beispiele folgen keiner systematischen Logik – weder die der kleinen fleißigen italienischen Bauern, des talentierten Eishockeynachwuchses oder eines der erfolgreichsten Anwälte oder Schneider seiner Zeit.

Es sind immer andere Faktoren, die den Begünstigten den Weg zum Überflieger ebnen. Mal ist es der Stichtag für eine spezielle Rekrutierung in der Sportwelt, mal das geographisch günstige Klima, mal auch nur der familiäre Ursprung und mal die grüne Welle, auf der man reitet.

Spot On!
Als die Welt am Sonntag das Buch als ‚Sommerlektüre für Kapitalisten‘ und mit den Worten ‚mit besserer Karrierestrategie durch die Wirtschaftskrise‘ ankündigte, mußte ich schmunzeln. Denn das Buch gibt ebenso wenig Tips für unsere heutige wirtschaftliche Zeit, wie daß man den Traum ‚Vom Tellerwäscher zum Millionär‘ mal schnell (er-)leben kann. Wer also erwartet, daß sich sein Leben radikal nach Lesen des Buches ändern lässt, der wird erkennen, daß zum Überflieger ein kluger Kopf, rationale Überlegenheit und rund 10.000 Übungsstunden nur die Basis für eine klares Taktikvorgehen ist. Eine langfristige Karrierestrategie läßt sich hieraus leider nicht ableiten. Denn die ist abhängig von der soziokultureller Prägung und historischen Gegebenheiten, die sich einzig und allein dem Zufall unterordnen müssen. Und dieser wird einem nun mal -zumindest nach der Gladwellschen Theorie- mit dem Geburtstermin in die Wiege gelegt…, oder eben nicht.

Datenmissbrauch ist E-Commerce Bremse in Deutschland

In Deutschland wird das Thema Datenschutz im Bezug auf Online-Shopping immernoch sehr kritisch beäugt. Laut der aktuellen W3B-Studie von Fittkau und Maaß stehen immernoch die Hälfte der Internet-User E-Commerce nicht unbedingt aufgeschlossen gegenüber. Die Studie legt dabei offen, daß das Thema Datenmissbrauch negatives Hauptargument ist – nicht nur bei Internet-Neulinge sondern vor allem bei erfahrenen Usern.

Das Ergebnis der aktuellen Studie zeigt auch, daß mehr als die Hälfte (56%) der Internet-User befürchten, persönliche Daten werden beim Online-Shopping mißbraucht. Die Umfrage unter 120.000 deutschsprachige Internet-Usern verdeutlicht die vorherrschende Angst, daß die persönlichen Daten zu Werbezwecken entfremdet, oder an andere Unternehmen weitergeleitet werden (zwei Drittel der Befragten). Weitere Negativfaktoren sind die schlechten Möglichkeiten der Qualitätsbewertung (45%) sowie unsicherer Zahlungsverkehr (43%).

Die klare Mehrheit der Befragten (79%) empfindet einen Online-Shop nur als sicher, wenn der Datenschutz klar und deutlich gewährleistet ist. Und der Glaube an Datensicherheit im Netz ist schwer angeschlagen – nicht einmal jeder Zehnte geht davon aus, daß Datenschutzbestimmungen befolgt werden.

Interessanterweise sinken die Bedenken vor Datenmissbrauch auch keinesfalls mit zunehmender Online-Shopping Erfahrung. Das Gegentel ist der Fall: Die erfahrenen Internet-User haben sogar mehr Datenschutzbedenken (59%) als die ‚unerfahrenen Online-Shopper‘ (46%).

Spot On!
Die Anonymität im Netz nimmt basierend auf diesen Ergebnissen natürlich zu: 27% der Befragten geben an, daß sie immer bzw. vorwiegend unter falschem Namen im Web unterwegs sind. Nahezu jeder fünfte Internet-User hat 2008 falsche Angaben bei seinen Online-Registrierungen gemacht und zwei Drittel davon sogar mehrmals. Der Hauptgrund ist die Vermeidung von unerwünschtem Spam in der Mailbox (66%) und der Verkauf der Daten an Dritte (62%).

PS: Die Erkenntnis dürfte bitter sein für die Site- und E-Commerce Betreiber, die zahlreiche Daten der Käufer und User sammeln, um sich ein Bild über das Profil der Kundschaft zu machen. Herstellern müssen auf jeden Fall die Aussagen der Channel-Partner gut evaluieren, bevor sie die Kooperation vorantreiben.

Studie: Welches Community-Marketing akzeptieren User?

Für werbende Unternehmen ist es ein Buch mit sieben Siegeln, wie man soziale Medien im Marketingmix nutzen soll. Welche Art der Aktivität akzeptiert der Nutzer, welche nicht? Ein aktuelle Studie der FH Münster mit dem Titel „informieren statt verkaufen“ belegt nun, daß Nutzer klare Vorstellungen von Werbung in Social Media haben.

Was früher für klassische Medien galt, zählt auch in den modernen sozialen Medien: Wenn Unternehmen sich als solche zu erkennen geben, sind kommerzielle Aktivitäten in Communities, Foren oder Blogs für die Nutzer akzeptabel. Dennoch muß die Trennung zwischen ‚informieren‘ und ‚verkaufen‘ klar erkenntlich sein. Mit dieser Grundaussage veröffentlicht Dr. Ralf Schengber, Marketing-Professor an der FH Münster, die Ergebnisse seiner Studie.

Deutsche Internetnutzer begrüßen von Unternehmen in sozialen Medien folgende Aktivität…
– Angebot eines Expertenchat (83%)
– Beantwortung produktspezifischer Fragen (75%)
– eigene unternehmensspezifischen Social-Media-Plattformen (75%)
– Unternehmenskommunikation in fremden Communities (40%)

Grundsätzlich werten die Internetnutzer den Kundenservice Gedanken positiv, da er sich gut mit Aktivitäten in Social Media in Einklang bringen läßt: Information, Hilfestellung und Beratung. Der Entertainment-Ansatz wird eher kritisch gesehen. Ebenso wird auch aufmerksamkeitsheischende Werbung abgelehnt. Daß Unternehmen in den Dialog mit dem Kunden gehen, ehrt sie laut Studie aber nur dann, wenn die Meinungen der User auch die Akzeptanz und Wertschätzung durch die Unternehmen findet.

„Unternehmen müssen den Dialog mit den Community-Mitgliedern suchen und deren Bedürfnisse im Rahmen ihrer Kommunikation berücksichtigen“ – „Der Nutzer legt den Fokus bei Social Networks auf die persönliche Ebene – kommerzielle Aktivitäten sind damit schwer in Einklang zu bringen“, meint Professor Schengber.

Spot On!
Die Studie belegt einmal mehr, daß Authentizität und Nutzwert von Informationen auch in sozialen Medien im Vordergrund stehen. Vorsicht und Fingerspitzengefühl sind also gefragt im Gegensatz zur klassischen Werbeaktivitäten, die klar und deutlich im Sinne einer Einbahnstrasse an die Kunden gesendet wird.

Die Studie wurde im Zeitraum von Dezember 2008 bis Januar 2009 unter 380 Teilnehmer überwiegend im Alter zwischen 20 und 29 Jahren durchgeführt.

Studie: Langer Weg von Offline nach Online für Firmen

Eine aktuelle Marketing-Studie „Analyse vs. Aktion“, vom Marktforschungsinstitut Loudhouse Research im Auftrag von WebTrends, belegt den schwerfälligen Übergang von Offline zu Online. Auch wenn der Online-Kanal für Unternehmen zunehmend an Bedeutung als Absatz-, Marketing- und Kommunikationskanal gewinnt. Den Unternehmen fällt der Übergang weiterhin schwer.

Die Studie machte sich an der Frage fest: „Wie können die Produkte und Services online am besten vermarktet werden? Nur 41% aller befragten Unternehmen sind mit dem Übergang von Offline zu Online zufrieden. Dabei kristallisieren sich zwei Hauptaufgaben heraus: 53% der Manager sagen, daß ihnen die mit dem Online-Shift einhergehenden Veränderungen in den Geschäftsprozessen am meisten Kopfzerbrechen bereiten. 38% sehen die Aufgabe mit Online-Nachfrage und Anforderungen der Kunden Schritt zu halten als die zweitgrößte Herausforderung.

Die Online-Zielgruppe ist bekannt. Das Problem im Online-Bereich der Unternehmen ist das „Wie soll ich verkaufen?“ 31% sehen das Maximum aus ihren Online-Verkaufsstrategien nicht ausgeschöpft, weil sie die komplexen Bedürfnisse und Ansprüche ihres Online-Publikums bislang nicht verstehen können. 47% der Befragten schätzen ihre Internet-Strategie als risikoreicher ein als ihr traditionelles Marketing – und nur 25% sehen ein geringeres Risiko.

„Obwohl das Internet einen immer wichtigeren Stellenwert als Businessplattform einnimmt, stehen Unternehmen beim Übergang zu Online vor einigen Herausforderungen“, erklärt Karl-Heinz Maier, Director Central Europe bei WebTrends. „Aber hier zeigt sich, dass Wissen ein erfolgsentscheidender Faktor ist: Mit fundierten Webanalyseinformationen können Unternehmen ihre Online-Kampagnen optimieren und Erfolge eindeutig nachweisen. Deutsche Unternehmen haben das Potenzial des Online-Kanals weitestgehend erkannt, jetzt gilt es nur noch, dieses gezielt voll auszuschöpfen!“

Spot On!
Wenn Großbritannien mit 56% die Liste im Bereich „Mehr Risiko“ anführt, dann weil sich hier der größte Markt für Online-Werbung bietet und auch die höchste Prozentzahl an Breitbandverbindungen gegeben ist. In Ländern mit weniger Wissensstand ist die Angst vor einem Wagnis ‚Internet‘ höher (z.B. Schweden oder Italien). In Deutschland sehen 38% ein höheres Risiko und 34% ein geringeres Wagnis. Im europäischen Vergleich läuft man bei der Verbreitung und Durchdringung von Online Marketing noch hinterher.

Die Studie wurde mit 300 Interviews bei Online Marketing Managern in Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeiternin in den Regionen Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden und Australien durchgeführt.