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Jetzt wird’s wild – Facebook, MySpace und Konsorten geraten außer Kontrolle

Social Networks sind neu und finden sich einmalig. Oder sind Sie einfach nur Zeitverschwendung und Unsinn – die Meinungen sind gespalten, der dadurch entstehende unternehmerische Kollateralschaden noch nicht absehbar.

Von der Wertigkeit eines Social Networks für das Business eines Unternehmens kann man nur marginal überzeugt werden. Die erste Firma, die sich meldet und mir eine Erhöhung der Umsatzzahlen durch den Einsatz von Marketingaktivitäten auf Social Networks nennt, erhält die ,Goldene Ananas‘ oder 100 Punkte.

Für Internetuser hingegen wird es langsam der absolute Wahnsinn, alle Social Networks zu pflegen. Wenn ich meine Registrierungen mal nachzähle, bin ich inzwischen bei 8 Netzwerken, die gepflegt werden wollen. Irgendwann bin ich durch, hab keine Freunde mehr, aber der Star der Social Networks… fürchte ich.

Wenn die Social Networks vorher durchdrehen, sieht das dann aus wie bei SuperNews! – Social Network Wars….

…oder wie bei FaceBook in Reality – idiotsofants.com and BBC’s The Wall.

Jaja, irgendwann holt sich die Realität das Leben 2.0 zurück… Herrlich!

Die neue Shoppingwelt

Social Commerce stellt Internetshopping auf den Kopf – die Macht des Kunden wird neu definiert. Von wem und inwieweit der Kunde beeinflusst wird, hat die Firma Common Craft in einem Film dargestellt: Social Media heißt die Zukunft und erfordert ein komplettes Umdenken der Unternehmen bei der Kundenansprache. Witzig, und doch so wahr…

Mitbewerber – was ist deine Strategie…


Gespräche mit Top Managern haben gezeigt, dass die Entwicklung des Web die Firmen und das Management mit dem Internetbusiness überfordert haben. Inzwischen ist die gängigste Vorgehensweisen: outsourcen statt intern projizieren, internationalisieren anstatt lokalisieren und vor allem kopieren statt initiieren.

Der Mitbewerb wird zum Vorbild des eigenen interaktiven Denkens und Handelns?

In zahlreichen Meetings berichteten Manager aus verschiedenen Abteilungen, dass sie mit dem Internetbusiness der Firma zufrieden sind. Der Mitbewerb sei auch nicht besser. Auf die Frage, wer für das Thema Internet verantwortlich sei, gaben sie die Marketingabteilung an. Ob die anderen Abteilungen dem Marketing denn die Kommunikation zum Kunden, die Adressierung neuer Produkte, die Analyse der Internetbewegungen von Interessenten, den Sprachduktus der Firma, etc. vorwiegend der Entscheidung der Marketingabteilung? Antwort: Ja, natürlich spreche man bei Bedarf darüber. Die Antworten sind so ehrlich wie bedenkenswert.

Laut des EIAA Reports ‚Online Shoppers 2008‘ wechseln 40% der europäischen Internetkäufer nach einer Internetrecherche die Marke. Sprich: Wer sich auf vergangene Prozesse verlässt, kann schnell mit seinem Internetbusiness untergehen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob es sich um eine reines Internetbusiness bei ihrem Unternehmen handelt. Denn , wie eine Yahoo Studie berichtet, ist das Internet das wichtigste Informationsmedium bei Kaufentscheidungen.

Es ist demnach definitiv erhöhter Gesprächsbedarf für das Management vorhanden. Das Internetbusiness bekommt für das Management mit diesem Trend eine völlig neue Dimension und muss sich die tägliche Frage stellen: Können wir überhaupt zufrieden sein mit dem Internetbusiness. Das Marketing kann die Marke stark machen und die Kommunikation führen. Auf Unternehmensfortschritt, marktgerechte Produktentwicklung, dynamischen Preisdruck im Web sowie technische Internetausstattung hat es nur bedingt Einfluss.


Die Geschäftsführung ist also gut beraten, das Internetbusiness der Mitbewerber einer permanenten Beobachtung zu unterziehen. Wo, wenn nicht hier, lässt sich der Pitch um die neuen Kunden gewinnen. Natürlich liegt es nahe, dem Weg des Mitbewerbs zu folgen. Dennoch hat es die Geschäftsführung in der Hand, die Initiative für eine eigene bessere Strategie zu ergreifen.

In den meisten Unternehmen ist die Marketingabteilung das schwächste Glied in der Managementkette. Die anderen Abteilungen müssen also mit in die Pflicht genommen werden, denn durch immer knappere Ressourcen steht das Marketing unter permanentem Zeitdruck und fungiert zu fast 100% operativ. Die Mitbewerbsbeobachtung sollte entsprechend der Abteilungsverantwortung auf die einzelnen Abteilungen umgelegt werden – von Sales, IT, PR, Produktmanagement bis hin Finance. Die unterschiedlichen Perspektiven, Verantwortungen und Prioritäten der Abteilungsleiter brachten bei einem von mir durchgeführten Projekt mit einem IT-Unternehmen außergewöhnliche Ideen für eine erweiterte und aggressivere Internetstrategie hervor. Die Meetings wurden regelmäßig über 3 Monate in zweiwöchentlichem Turnus durchgeführt.

In einem Unternehmen trägt jeder die Verantwortung für das Internetbusiness – nicht nur das Marketing. Abteilungsübergreifende Schnittstellen bieten den Vorteil des ‚Wanderers zwischen zwei Welten‘ und sind hervorragende Projektverantwortliche bei der Mitbewerbsbeobachtung und -auswertung.